Finale der Europäischen Kulturhauptstadt Ruhr.2010

Das Dortmunder U - ein Wahrzeichen von Ruhr.2010 - Timo Rüler - Pixelio.de
Das Dortmunder U - ein Wahrzeichen von Ruhr.2010 - Timo Rüler - Pixelio.de
Die Kulturhauptstadt Europas Ruhr.2010 geht - es lebe die Kulturhauptstadt. Mit einem kostenlosen Festprogramm endete das diesjährige Mega-Event angemessen.

Am Samstag, 18. Dezember 2010 war das große Finale. Die vier großen Städte des durch den Strukturwandel vielgepriesenen Reviers, Dortmund, Essen, Duisburg und Gelsenkirchen boten einiges auf, um die Kulturhauptstadt gebührend zu verabschieden. Musik, Tanz, Kabarett und Lichtinstallationen standen auf dem Programm. Das sonst so grau scheinende Gelsenkirchen war Ausrichter der Hauptveranstaltung. Kurz: Die Akteure des bald zurückliegenden „europäischen“ Jahres wollten noch einmal zusammen kommen, einen Querschnitt ihrer Darbietungen geben. Das stieß auch wegen der breiten Präsenz in den Medien auf reges Interesse, wurde mit viel Applaus honoriert.

Finale der Europäischen Kulturhauptstadt Ruhr.2010

Blickpunkt Dortmund: Klar, dass es auch was fürs leibliche Wohl gibt – am Dortmunder U-Turm (zwei Bühnen) und am Katharinentor. Würstchenbude reiht sich an Mandelverkäufer; Crepestand an Getränkewagen. Am Katharinentor geht's heiß her. Das kleine Dortmunder Theater Fletch Bizzel, während Ruhr.2010 maßgeblich am (Dortmunder) Programm beteiligt, hat hier seine eigene Bühne. Horst Hanke-Lindemann, der Theaterchef, lässt handverlesene Kabarettisten zu Wort kommen. Alle irgendwie auch an RuhrHOCHdeutsch beteiligt, dem famosen Kulturhauptstadt-Kabarettprogramm im Spiegelzelt vorm Dortmunder U. Da ist Fred Ape, der Dortmund-Hörder Künstler, der da sein Cabaret Queue betreibt. Lioba Albus alias Mia Mittelkötter ist da, die auch aus dem Geierabend bekannte Franziska Mense-Moritz und viele, viele mehr.

Abschlussfeste in den großen Städten des Reviers

„Ich will keine Schokolade! Ich will lieber einen Mann“, rockt Susan Kent ab 13 Uhr in ihrer „Crazy Christmas Party. Im feschen Weihnachtsmannkostüm macht sie eine gute Figur, entlockt so manchem Passanten ein breites Lächeln. Und nachdem sie dann noch erörtert hat, was eine Diva ist, ist ihr halbstündiger Programmpunkt gerettet. Dann ist da Ilhan Atasoy auf der Bühne des „Fletch“ zum Finale der Kulturhauptstadt Ruhr.2010, an jenem bitterkalten Samstag, Mitte- oder schon fast Ende Dezember 2010. Atasoy, Deutsch-Türke, ist der selbsternannte „König vom Borsigplatz (Dortmunder Nordstadt)“, heizt dem Publikum mit wohldosierten Gags ordentlich ein. Er ist der lebende Beweis, das Integration im Ruhrgebiet keine hohle Phrase ist.

Was bleibt von der Kulturhauptstadt?

So viel anderes gibt es zu bestaunen beim Finale von Ruhr 2010. Die Bühnen am Dortmunder U, übrigens als ehemalige Brauerei mit jetziger kultureller Nutzung ein Prestigeprojekt der Metropole Ruhr, bieten die Philharmoniker, bieten Jazz, Blugrass, Folk. Die Frage bleibt, ob von der blühenden Kulurhauptstadt Ruhr.2010 das Eine oder Andere erhalten bleibt!? Das Credo „Wandel durch Kultur – Kultur durch Wandel“ scheint optimal umgesetzt. Wie sonst ist es zu erklären, das Millionen in diesem einen Jahr dem kulturellen Ruf im Revier folgten, Autobahnen bevölkerten, dem Ruhrgebiet als einziger großer Chor eine Stimme gaben. Et cetera, et cetera. Übrigens: Die sogenannten Schachtzeichen, riesige, gelbe Luftballons an Schnüren, schwebten beim Finale vielleicht ein letztes Mal über den Feststätten.

Foto: Timo Rüler / www.pixelio.de

Christopher Dömges, Christopher Dömges

Christopher Dömges - Christopher Dömges alias Tork Pöttschke, *1980 in Dortmund, nach Besuch des Gymnasiums leben und arbeiten am Borsigplatz ...

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