Finale für Bürgermeister Adolf Sauerland

Loveparade - Michael Berger /pixelio.de
Loveparade - Michael Berger /pixelio.de
Am Sonntag soll mit dem Bürgerentscheid das Finale in der politischen Karriere von Duisburgs CDU Oberbürgermeister Adolf Sauerland eingeleitet werden.

Eineinhalb Jahre tobt nunmehr der Kampf um die Person des CDU-Bürgermeisters von Duisburg Adolf Sauerland. Am Sonntag soll das Finale für Sauerland eingeleutet werden, ein weiteres Abwahlbegehren kommt zur Abstimmung. Begonnen hatte alles mit der Katastrophe rund um die Loveparade am 24.Juli 2010. Bei einer Panik kamen 21 Besucher um und mehr als 500 Verletzte blieben zurück. Schon unmittelbar nach dem Unglück wurden Stimmen laut, dass diese Veranstaltung an diesem Standort und unter diesen Sicherheitsvorkehrungen nicht hätte stattfinden dürfen. Neben den kriminalpolizeilichen und gerichtlichen Untersuchungen gegen den Veranstalter wurden auch die städtischen Behörden, an der Spitze der Oberbürgermeister ins Visier genommen. Man warf dem Christdemokraten Sauerland Versäumnisse als oberster Behördenleiter vor. Darüber hinaus mahnte man seine politische Verantwortung ein. Es folgten Abwahlanträge im Stadtrat, Untersuchungsausschuss im Nordrheinwestfälischen Landtag und ein Bürgerbegehren gegen Sauerland.

Politische Kampagne gegen Christdemokraten Sauerland

Abseits des tragischen Anlassfalles war es den politischen Gegnern von Sauerland allerdings von Anfang an ein Anliegen, den Christdemokraten Sauerland waidwund zu schießen. Seit eineinhalb Jahren wird Sauerland in seiner Amtsführung konsequent von einer Ampelkoalition aus SPD, Grünen, FDP und DER LINKEN untergraben. Vor allem die Sozialdemokraten konnten es nicht ertragen, dass mit Sauerland seit vielen Jahrzehnten wieder ein CDU-Mann Duisburg regierte. Von Anfang an versuchte man Sauerland das Leben als Stadtoberhaupt schwer zu machen. Deshalb ist es auch keine Überraschung, dass an der Spitze der Abwahlbewegung Alt-Oberbürgermeister Josef Krings von der SPD steht, der es bis heute nicht verkraftet, dass sein Nachfolger als Spitzenkandidat dem CDUler Sauerland unterlegen war.

Abwahl von Sauerland bereits einmal gescheitert

Bereits am 13. September 2010 wollte die Rathausopposition Sauerland im Stadtrat abwählen. Allerdings verfehlte die von der SPD getriebene Abwahlkampagne ihre Wirkung. Von den insgesamt 74 Stadträten stimmten damals nur 41 für die Initiative, 27 dagegen und weitere sechs blieben der Abstimmung überhaupt fern. Damals wurden die notwendigen 50 Stimmen gegen Sauerland damals bei weitem verfehlt. Die Rathausopposition hoffte in der Folge auf rasche Ermittlungserfolge, die eine strafrechtliche Verantwortung von Sauerland ans Tageslicht befördern würde, dies stellte sich aber auch nicht ein. Offiziell wird gegen 17 Beschuldigte ermittelt, darunter elf städtische Mitarbeiter, jedoch nicht gegen den Oberbürgermeister selbst. In der Folge wurden insgesamt 80.000 Unterschriften gegen Sauerland gesammelt, um ihn aus dem Amt des Oberbürgermeisters zu jagen.

Sonntag bringt Abstimmung über Gesamtamtsführung Sauerlands

Aktuell haben bis heute bereits rund 30.000 Bürger ihre Stimme per Briefwahl abgegeben, um Sauerland allerdings aus dem Amts zu bringen, müssten über 90.000 Wahlberechtigte diese Initiative unterstützen. Da Duisburg in den letzten Jahren immer eine relativ geringe Wahlbeteiligung zu verzeichnen hatte, sind Beobachter unschlüssig, ob die Initiative tatsächlich von Erfolg begleitet ist. Es wird vielmehr davon ausgegangen, dass die bereits eingegangen Briefwahlstimmen den harten Kern der Sauerlandgegner umfasst. Für den eigentlichen Abstimmungstag am Sonntag erwartetet man sich keine allzu große Beteiligung. Sollte sich der Erfolg wiederum nicht einstellen, dann bleibt Sauerland jedenfalls bis zum regulären Wahltermin 2014 im Amt.