Das eine Ehe auch bei einer Scheidung ein ideales Vorsorgesystem ist, trifft heute weniger zu - außer man ist prominent und hat einen perfekten, millionenschweren Ehrvertrag abgeschlossen. Da sich aber auch die monatlichen Zuwendungen des Ehegatten durch das neue Unterhaltsrecht verändert haben, stehen Frauen nun selbst in der Pflicht ihr Geld zu verdienen. Allein auch die Tatsache, dass man sich mehr und mehr selbst um eine private Altersvorsorge kümmern muss, ist Auslöser dafür, dass Frauen sich besonders um ihre Altersvorsorge kümmern müssen.

Frauen droht ein Leben in Armut

Wenn sich Ehepaare trennen oder der Ehemann stirbt, dann sind viele Frauen von der Armut betroffen. Im Durchschnitt bekommen Frauen in Deutschland eine Rente von knapp 500 Euro - eindeutig zu wenig um damit über die Runden zu kommen.

Es gilt also ein solch finanzielles Dilemma frühzeitig zu vermeiden. Hierfür ist es wichtig, eine Aufstellung der Einnahmen und Ausgaben zu erstellen. So kann festgestellt werden, welche finanziellen Mittel zur freien Verfügung stehen. Dazu gehören auch sämtliche Sparguthaben, Lebens- und Rentenversicherungen, der aktuelle Rentenbescheid mit der vorläufigen und der voraussichtlichen Höhe der Altersrente und ein eventuell geschlossener Ehevertrag sowie eine bestehende Berufsunfähigkeitsversicherung und Unfallversicherung.

Erste Schritte zur durchdachten Altersvorsorge

Beschäftigt man sich mit seiner derzeitigen finanziellen Situation, wird schnell deutlich wie unzureichend die Absicherung ist. Experten raten zunächst vorhandene Schulden abzubauen. Dann sollte eine Liquiditätsreserve geschaffen werden, die mindestens zwei Monatsgehälter beträgt und auf einem Tagesgeldkonto untergebracht ist. Das Tagesgeldkonto ist flexibel, denn an das Guthaben kommt man jederzeit heran und die Verzinsung ist moderat.

Ein weiterer Schritt ist die Absicherung von existenziellen Risiken: Stichwort Berufsunfähigkeit. Dieser Bereich wird sehr vernachlässigt. Obwohl die gesetzliche Erwerbsminderungsrente höchstens 34 Prozent des Bruttoeinkommens beträgt.

Möglichkeiten der privaten Rentenversicherung nutzen

Eine Altersvorsorge in Form einer privaten Rentenversicherung bietet viele unterschiedliche Varianten. Immer mehr Frauen riestern inzwischen, denn gerade wenn Kinder vorhanden sind, lohnt sich diese staatlich subventionierte Rentenversicherung. Die Riester-Rente kann auch in der Elternzeit weitergeführt werden. Hier reicht die Einzahlung der jährlichen Mindestleistung von 60 Euro aus, um 100-prozentig Zulagenberechtigt zu sein. Zudem ist die Riester-Rente Hartz-IV-sicher.

Achtung: Falle

Ein Fehler der häufig gemacht wird ist, dass irgendwann ein solcher Vorsorgemix getroffen wird und dann tut sich jahrelang nichts. Dabei sollte man regelmäßig überprüfen, ob sich die unterschiedlichen Komponenten der Altersvorsorge auch so entwickelt haben, wie man sich das vorgestellt hat. Im schlimmsten Fall sollte man die Anlagen umschichten. Neue Versicherungsprodukte kommen immer wieder auf den Markt. Es gilt aber immer genau abzuwägen, welche Vorteile damit verbunden sind und welche Nachteile sich ergeben, wenn bereits bestehende Vorsorgepaket aufgelöst werden.

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