Finanzierung einer schulischen Ausbildung

Schulische Ausbildungen in Berufsfachschulen werden nicht vergütet. Sie können sogar sehr teuer sein. Welche Möglichkeiten der Finanzierung gibt es?

Berufsfachschulen bieten zahlreiche interessante Ausbildungen in verschiedenen Bereichen an. Im medizinischen Bereich bilden Berufsfachschulen etwa Ergotherapeuten und Physiotherapeuten aus. Aber auch Sozialassistenten, Erzieher, Fremdsprachenkorrespondenten und vieles mehr sind Berufe, denen eine schulische Ausbildung vorausgeht.

Kosten einer schulischen Ausbildung

Öffentliche Berufsfachschulen sind in der Regel kostenfrei. Die Schülerinnen und Schüler müssen jedoch für ihren Lebensunterhalt selbst aufkommen. Viele Berufsfachschulen sind in privater Hand und erheben daher Gebühren für die Ausbildung. Diese liegen normalerweise zwischen 100 und 600 € monatlich, je nachdem ob es sich um eine Ersatzschule oder eine Ergänzungsschule handelt.

Ersatzschulen sind private Berufsfachschulen, die Ausbildungen anbieten, welche auch in öffentlichen Schulen absolviert werden können. In der Regel erheben solche Berufsfachschulen monatliche Kosten von bis zu 200 €.

Ergänzungsschulen sind ebenfalls in privater Hand. Sie bieten schulische Ausbildungen an, die es in öffentlichen Berufsfachschulen nicht gibt. Diese Schulen sind teurer als die Ersatzschulen und können bis zu 600 € Schulgeld pro Monat erheben.

Viele Menschen haben nicht die Mittel, die Kosten einer Berufsfachschule zu tragen. Denn meist bleibt neben der Ausbildung nur wenig Zeit zum Arbeiten oder die Eltern der Schülerinnen und Schüler können nur wenig oder gar keine Unterstützung bieten. Es gibt jedoch verschiedene Wege, eine schulische Ausbildung zu finanzieren.

Schüler-BaföG für die Finanzierung einer schulischen Ausbildung

Schüler einer Berufsfachschule, die das 30. Lebensjahr noch nicht erreicht haben, können Schüler-BaföG beantragen, sofern es sich um eine mindestens zweijährige Ausbildung handelt, die mit einem berufsqualifizierenden Abschluss endet. Grundsätzlich kann die Ausbildungsförderung nur für die Erstausbildung gewährt werden.

Ob und in welcher Höhe BaföG gewährt wird, hängt von dem Einkommen der Eltern und/oder des Ehegatten ab. Die Ausbildungsförderung muss in der Regel zurückgezahlt werden, jedoch höchstens bis zu einem Betrag von 10.000 €. Außerdem ist das Staatsdarlehen zinslos und es gibt Möglichkeiten, den Betrag teilweise erlassen zu bekommen.

Meister-BaföG zur Finanzierung einer Berufsfachschule

Das Meister-Bafög oder Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) regelt die Förderung von beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten. Meister-BaföG kann nur beantragen, wer bereits über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügt und eine berufliche Weiterbildung absolvieren möchte. Eine Altersgrenze besteht nicht.

Eine Vollzeitausbildung darf nicht länger als drei Jahre dauern. Wird die Ausbildung in Teilzeit absolviert, beträgt der maximale Zeitrahmen vier Jahre. Das Meister-BaföG ist unabhängig vom Einkommen der Eltern. Die Höhe richtet sich nach Familienstand und Anzahl der Kinder.

Schulische Ausbildung finanziert durch eine Umschulung

In seltenen Fällen kann eine Ausbildung an einer Berufsfachschule von der Agentur für Arbeit im Rahmen einer Umschulung finanziert werden.Ob eine Umschulung gewährt wird, ist regional unterschiedlich und kann mit dem zuständigen Sachbearbeiter der Agentur für Arbeit geklärt werden.

Stipendium zur Finanzierung der Berufsfachschule

Manche Schulen vergeben für sehr begabte Schülerinnen und Schüler oder für Menschen mit geringen finanziellen Mitteln Stipendien. Ob die Berufsfachschulen Stipendien vergeben und in welcher Höhe, muss bei der jeweiligen Ausbildungsstätte erfragt werden.

Verena Cornelius, Verena Cornelius

Verena Cornelius - Ich habe Biologie studiert und belege nun den Fernstudiengang Bildungswissenschaften an der FernUniversität in Hagen. Im Rahmen ...

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