
- Finanzplanung für ein Auslandssemester - memephoto / pixelio.de
Auslandssemester sind voll im Trend. Immer mehr Hochschulen unterstützen Studierende dabei, ein oder zwei Semester im Ausland zu verbringen. Für manche Studiengänge ist der Auslandsaufenthalt zum Pflichtbestandteil des Studiums geworden. Die Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen wird durch europäische Programme wie Erasmus gefördert. Doch wie kann ein Studiensemester im Ausland finanziert werden? Ist es möglich, im Ausland zu jobben und was ist für die Finanzplanung wichtig? Hier gibt es einen kurzen Überblick zur Finanzierung eines Auslandssemesters mithilfe von Familie, Krediten und Stipendien.
Jobben im eruopäischen Ausland
Nach Artikel 15 (2) der Charta der Grundrechte der Europäischen Union haben alle EU-Bürger die Freiheit, in jedem Land der Europäischen Union zu arbeiten (Freizügigkeitsgesetz). Das gilt auch für Studenten. Nur in einigen der neuen Mitgliedstaaten ist derzeit noch eine Arbeitserlaubnis erforderlich. Die Möglichkeiten während des Studiensemesters im Ausland zu arbeiten, sind allerdings von den sprachlichen Fähigkeiten der Studierenden abhängig. Um zu arbeiten ist es unerlässlich, die Sprache des Gastlandes zu sprechen. Wer sich jedoch gut verständigen kann, dem bieten sich Gelegenheiten in Sprachschulen oder Nachhilfeinstituten: Da Deutsch im anderen Land meist Fremdsprache ist und Studenten aus Deutschland in der Regel auch über gute Englischkenntnisse verfügen, können sie ihre Fähigkeiten als Nachhilfelehrer weitergeben. Wer gute Kontakte zu Nachbarn aufbaut, kann seine Dienste als Babysitter oder im Haushalt anbieten. Eine weitere Möglichkeit sind Jobs, die von den Hochschulen im Ausland angeboten werden. Hier kann man gezielt nachfragen oder die Website der jeweiligen Universität durchstöbern. Dabei ist es wichtig zu beachten, dass in anderen Ländern rechtliche Voraussetzungen gelten, die sich von denen in Deutschland unterscheiden können, etwa die Frage, ob es erforderlich ist, sich selbständig zu machen, wenn man privat Nachhilfe geben möchte und wenn ja, wie das geschieht.
Wichtig ist jedoch, hier nicht zu viel von sich zu erwarten: Wer in ein fremdes Land kommt, braucht Zeit, sich zurechtzufinden. Dann kommen die Anforderungen des Studiums dazu, die am Anfang noch nicht eingeschätzt werden können und meist gegen Ende eines Semesters durch Klausuren oder die Abgabe von Hausarbeiten zunehmen.
Großzügig rechnen
Nicht alle Ausgaben im Auslandssemester sind im Detail planbar. Wie sieht es aus mit Nebenkosten für die Wohnung im Gastland? Ist die Wohnung vollständig eingerichtet oder müssen Kleingeräte wie Heizlüfter, Wasserkocher oder Toaster gekauft werden um den gewohnten Standard zu halten? Was kostet der tägliche Bus zur Hochschule und wie ist der Lebensstil der Mitstudenten? Gerade in einer fremden Umgebung ist es wichtig, sich nicht wegen der Finanzen den Kopf zu zerbrechen, sondern die Chancen zu nutzen, die das Studium im Ausland bietet. So sollte von vornherein ein finanzieller Puffer eingeplant werden, der Ausflüge in die weitere Umgebung oder das Kennenlernen der kulinarischen Spezialitäten vor Ort ermöglicht.
Quellen:
- www.europarl.europa.eu
- www.ec.europa.eu
