Finsteres Glück von Lukas Hartmann - Rezension

Finsteres Glück - Diogenes Verlag
Finsteres Glück - Diogenes Verlag
Ein erschütternder Roman über ein Kinderschicksal und Familienbeziehungen, denen niemand entkommen kann.

Der achtjährige Yves verliert von einer Minute zur anderen durch einen tragischen Unfall seine Familie. Sein Leben besteht jetzt nur noch aus der Zeit davor und danach. Der tragische Roman von Lukas Hartmann erschien im Dezember 2011 als Taschenbuch im Diogenes Verlag.

Ein tragischer Unfall

Der 11. August 1999 war ein ganz besonderer Tag. Die Menschen warteten gespannt auf die totale Sonnenfinsternis. Auch die Familie des kleinen Yves macht sich im Auto auf die Fahrt ins Elsass, um dort das Naturschauspiel zu beobachten. Als sie auf der Rückfahrt nach Hause sind, fährt der Vater das Auto gegen eine Tunnelwand. Die Eltern von Yves und seine Schwester sind sofort tot. Der ältere Bruder wird schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht, wo er wenig später seinen Verletzungen erliegt. Nur Yves ist fast unverletzt.

Eine Psychologin kümmert sich

Eliane Hess, eine Psychologin, wird für die Betreuung des traumatisierten Jungen eingeteilt. Die alleinerziehende Mutter zweier Töchter möchte Yves vor seinen Verwandten schützen, die sich um das Sorgerecht streiten. Der kleine Junge droht an seiner Trauer zu zerbrechen und steht unter Schock. Er redet ununterbrochen, aber seine toten Eltern und Geschwister erwähnt er nicht. Die Psychologin ist tief berührt von dem tragischen Schicksal des Jungen. Mittlerweile kommen Dinge über die Familie des Kindes ans Tageslicht, die den Unfall wie einen Selbstmord des Vaters aussehen lassen. Yves verzaubert mit seiner Art nicht nur Eliane, sondern auch ihre zwei Töchter. Als das Sorgerecht für den Jungen seiner Tante zugesprochen wird, ist die Psychologin am Boden zerstört. Sie will um Yves kämpfen und ahnt doch, dass sie keinerlei Rechte an ihm hat. Yves geht es dabei immer schlechter. Er verweigert das Essen und versucht, wieder zu Eliane zu kommen. Schließlich eskaliert die ganze Situation. Wird es einen Ausweg für Yves geben?

Fazit

Das schlimme Schicksal des kleinen Yves wird vorwiegend aus der Sicht Elianes beschrieben. Die Psychologin hat selbst Probleme und gerät in eine ernsthafte Lebenskrise, als der Junge seiner Tante zugesprochen wird. Lukas Hartmann trifft den Leser mit seiner emotionalen Geschichte direkt ins Herz. Mitfühlend und realistisch beschrieben, macht der Roman nach lange nachdenklich. Das Thema ist bedrückend, zeigt aber auch, wie wichtig menschliche Wärme und Mitgefühl in schlimmen Situationen ist. Die Charaktere sind glaubhaft beschrieben und der Leser kann sich sehr gut mit ihnen identifizieren.

"Finsteres Glück" von Lukas Hartmann, erschienen im Diogenes Verlag, Taschenbuch, 320 Seiten, 10,90 Euro, ISBN 978-3-257-24094-8

Die Autorin bedankt sich beim Diogenes Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Diogenes Verlag

Gabriele Pagenhardt von Mainberg, Gabriele Pagenhardt von Mainberg

Gabriele Pagenhardt von Mainberg - Vor einigen Jahren war ich für ein Berliner Internet-Magazin im Bereich Veranstaltungs- und Ausflugstipps tätig und für ...

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