
- Mats Leven von Firewind im Underground, Köln - Wolfgang Weitzdörfer
Dank der überaus unübersichtlichen Anreise mit den KVB, die zwar offiziell Kölner Verkehrsbetriebe heißen, über deren unschmeichelhaften Spitznamen der Kölner Verbrecherbande man indes so manches Mal heulen möchte, wenn man wieder einmal eine Verbindung gesagt bekommt, die einen so gar nicht am gewünschten Zielort absetzt, verpasste der Chronist den Opening-Act "Wolf" und seinen NWOBHM-lastigen Sound (= New Wave Of British Heavy Metal). Laut Tourmanager Andy kam die Musik des Schweden-Vierers jedoch sehr gut beim Kölner Publikum an, das im Anschluss auch fleißig T-Shirts kaufte. Auch Frank aus Ratingen war sehr positiv überrascht: "Ich kannte die Band schon, habe sie aber heute zum ersten Mal gesehen. Absolut empfehlenswert!"
Gegen 21 Uhr begann dann der "Firewind" zu stürmen
Nachdem den musikhungrigen und frierenden Kölnern - es war am Sonntagabend fies kalt geworden im Rheinland... - mit Songs wie "Speed On", "Skullcrusher", "Hail Cesar" oder "Full Moon Possession" von den schwedischen Wölfen bereits ordentlich eingeheizt worden war, legte der Fünfer "Firewind" mit "The Ark Of Lies", dem Opener des aktuellen Albums "Days Of Defiance", direkt ordentlich und mit Schmackes los. Dabei durfte man eine nicht ganz so geheime Überraschung am Mikro entdecken: wie auf der Homepage der Griechen mitgeteilt worden war, konnte der eigentliche Sänger der Griechen Apollo Papathanasio aus familiären Gründen die Europa-"Days Of Defiance"-Tour nicht mitfahren, doch als Ersatz konnte man den renommierten Sänger Mats Levén auffahren, der seine Stimmbänder schon solch illustren Künstlern wie "Yngwie Malmsteen", "At Vance" oder "Therion" geliehen hat, und auch im Kölner "Underground" mit der griechischen Heavy Metal-Band "Firewind" eine großartige Leistung ablieferte.
Von Anbeginn Power und Spaß - "Firewind" in Köln
Aushilfssänger Mats Levén punktete nicht nur mit seiner Gesangsleistung, sondern rannte auch mit dem immer wieder auf Deutsch gesagten "Vielen Dank" an das begeisterte Publikum, zum ersten Mal nach der musikalischen Großtat "Destination Forever", bereits sperrangelweit offene Türen ein. Der Sänger hatte definitiv ebenso viel Spaß wie seine Kollegen und hielt mehrfach das Mikro in die ersten Reihen, um begeisterte Fans eine Textzeile, etwa von "Destination Everywhere", erstaunlich melodiefest mitsingen zu lassen. Man merkte der Band zu jeder Sekunde ihres gut 100-minütigen Auftritts an, dass sie ihr Handwerk nicht nur genossen, sondern das Musizieren vor begeistertem Publikum richtiggehend liebten! Was sich natürlich auch auf den Auftritt insgesamt auswirkte!
Gus G. - ein bescheidener Ausnahmegitarrist im Kölner "Underground"
Zwar ist Gitarrist Gus G. durchaus der eindeutige Kopf der Band "Firewind", aber dennoch ist er ein stets songdienlich agierender, bescheidener Ausnahmekönner an seinem Instrument, der völlig zu Recht und ohne zu akzeptierende Widerworte zum Nachfolger von Zakk Wylde in der Band vom "Prince Of Darkness" - natürlich Ozzy Osbourne - ausgekürt wurde. Deutlich wird das zwar praktisch bei jedem Solo, das der Herr sich mit einer wundervoll anzusehenden Leichtigkeit aus den Handgelenken jubelt, aber ganz besonders bei der Quasi-"Rush"-Hommage "SKG", einem Instrumentalstück, das nicht nur, aber zumindest auf jeden Fall der Betitelung nach, eine bodentiefe Verbeugung vor den kanadischen Rock-Göttern und deren Großtat "YYZ" (vom Album "Moving Pictures") ist – und ganz nebenbei ein Kabinettstückchen virtuoser Spieltechnik aller beteiligten Musiker!
Gut 100 Minuten Spielzeit als ordentlicher Gegenwert für das Publikum in Köln
Als Fazit nach gut 100 Minuten Spielzeit, inklusive dreier Zugaben, bleibt dem Chronisten nichts Anderes als dies festzuhalten: da war doch glatt eine unglaublich talentierte Bande von echten Herzblutmusikanten ins ungemütliche Köln gekommen, die jede Menge Spaß auf der Bühne hatten, die dem Publikum vor der Bühne jede Menge Spaß bereitet hat! Was, um Himmels Willen kann und sollte man von einem verregneten Sonntagabend denn nun noch mehr erwarten? Eben - nichts, als dass diese Bande erst nach über 100 Minuten in den wohlverdienten Feierabend geht und lauter verschwitzte und zufriedene Fans zurücklässt! Und das war nach der letzten Zugabe "Falling To Pieces" auch definitiv der Fall! Bei aller negativer Presse, die Griechenland in der letzten Zeit bekommen hat, sei an dieser Stelle für eine ehrliche, hart arbeitende und jede Menge Einsatz zeigende Truppe aus dem südeuropäischen Staat eine wirklich dicke Lanze gebrochen! Bis zum nächsten Mal, "Firewind" - und dass es bitte nicht wieder fünf Jahre zum nächsten Besuch in der Domstadt am Rhein brauchen möge...
Setlist von "Firewind" im "Underground" in Köln, 18.9.2011
- The Ark Of Lies
- Head Up High
- Destination Forever
- Kill To Live
- Keyboard Solo
- Angels Forgive Me
- World On Fire
- Guitar Solo
- The Fire & The Fury
- Ready To Strike
- Heading For The Dawn
- My Loneliness
- Mercenary Man
- SKG
- Till The End Of Time
- Tyranny
Zugaben:
- Into The Fire
- I Am The Anger
- Falling To Pieces
Line-Up "Firewind" im "Underground" in Köln, 18.9.2011
- Gus G.: Guitars
- Bob Katsionis: Guitars/Keyboards
- Petros Christo: Bass
- Jo Nunes: Drums
- Mats Levén: Vocals
