Vier Skispringen binnen vier Tagen. Vier verschiedene Schanzen - vier verschiedene Profile. Der "Grand-Slam" der Skispringer fordert bei Skispringern eine gute Physis und Psyche. Nur die Besten der Besten können dem Druck widerstehen und die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen. Die Skisprungfans zieht die Vierschanzentournee alljährlich in den Skistadion und weltweit an den TV-Schirmen gleichermaßen in den Bann. Eröffnet wird die 60. Jubiläumsauflage am 30. Dezember 2011 in der Erdinger Arena von Oberstdorf. Nach den Stationen Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck gibt es das Finale traditionell am Dreikönigstag in Bischofshofen.

Sven Hannawald gewinnt als einziger Skispringer alle vier Tournee-Skispringen

Längst vorbei sind die Zeiten, als die Tournee über die Jahreswende mehr oder weniger ein Pausenfüller zur gerade spielfreien Fußball-Bundesliga war. Spätestens seit 1994, als die DSV-Skispringer in Lillehammer/Norwegen bei den Olympischen Winterspielen sensationell Team-Olympiasieger wurden, hat das Skispringen in Deutschland einen ganz anderen Stellenwert. Lukrative TV-Verträge füllten um die Jahrtausendwende die geschundene Verbandskasse des Deutschen Skiverbandes. Über ein Jahrzehnt hinweg führte der Sieg bei den Weltcup-Skispringen nur über die deutschen Skispringer. Jens Weißflog, Dieter Thoma, Christof Dufner, Hansjörg Jäkle, Martin Schmitt und nicht zuletzt Sven Hannawald entfachten in Deutschland über ein Jahrzehnt hinweg eine wahre Skisprung-Euphorie. Letzterer sorgte sorgte sogar dafür, dass bei der Vierschanzentournee die Geschichtsbücher neu geschrieben werden mussten. Denn bei der 50. Auflage sorgte der frühere Wahl-Hinterzartener am 6. Januar 2002 für den bislang einzigen Vierfach-Triumph der nun schon sechs Jahrzehnte währenden Tournee-Geschichte, in der noch nie ein Skispringen ausfallen musste.

Richard Freitag und Severin Freund wollen um den Tournee-Gesamtsieg mitspringen

Und just zur Jubiläumsauflage machten die DSV-Skispringer beim Weltcup in Harrachov "Werbung in eigener Sache". Richard Freitag mit seinem ersten Weltcupsieg und Rang drei von Severin Freund, dazu ein nicht erwarteter neunter Rang Michael Neumayer weckten den Deutschen Skiverband aus dem "Dornröschenschlaf". "Das ist ein Moment, den man genießen muss", sagte Werner Schuster. Der Bundestrainer aus dem Kleinwalsertal hat die DSV-Skispringer in den letzten Jahren wieder hoffähig gemacht. Und der Triumph am "Teufelsberg" von Harrachov weckt Hoffnungen auf eine aus deutscher Sicht erfolgreiche Vierschanzentournee.

Eine Million Schweizer Franken für Vierfachsieger beim Grand-Slam der Skispringer

Dort haben die Organisatoren zum 60. Geburtstag der Tournee ein Rekord-Preisgeld ausgelobt. Sollte ein Athlet alle vier Springen gewinnen können, winkt ein sensationelles Preisgeld von einer Million Schweizer Franken. „Wir möchten zum 60. Bestehen der Vierschanzentournee einen ganz besonderen Reizpunkt setzen und loben daher die Sonderprämie für den Tournee-Grand-Slam aus“, sagt Alfons Schranz, Präsident der Vierschanzentournee. „Mit der Prämie wird die 60. Vierschanzentournee so spannend wie keine andere zuvor. Für die Athleten wird’s noch schwerer,“, freut sich Stefan Huber, Geschäftsführer der Vierschanzentournee auf das Highlight zum Jahreswechsel. Außerdem winkt dem jeweiligen Stationssieger - unabhängig vom Tourneeausgang - ein zusätzliches Preisgeld von 20.000 Schweizer Franken.

ÖSV-Adler in Favoritenrolle - Außenseiterchancen für Ammann, Hilde und Stoch

Trotz des enormen Aufschwungs im DSV-Team gehört die Favoritenrolle auf den Tourneesieg 2011/12 dem ausgeglichenen Team von Österreich, kam der Tourneesieger in den vergangenen drei Jahren aus der Alpenrepublik. Wolfgang Loitzl, Andreas Kofler und Thomas Morgenstern gelang der Hattrick. Mehr als eine Außenseiterchance muss auch Simon Ammann (Schweiz) und Tom Hilde (Norwegen) sowie Kamil Stoch (Polen) eingeräumt werden.

Neues Windnetz für neue Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen

Reagiert haben die Organisatoren auf die Witterungskapriolen im Vorjahr in Garmisch-Partenkirchen. Dort musste das Neujahrsskispringen 2011 wegen zu starkem Wind nach dem ersten Durchgang abgebrochen werden. Bei der zweiten Tourneestation wird in diesem Jahr von einer österreichischen Spezialfirma ein insgesamt 1500 Quadratmeter großes Windnetz entlang der neuen Olympiaschanze montiert, um die Austragung sicherzustellen. „Die Vierschanzentournee ist jedes Jahr das absolute Highlight im nordischen Skiwinter. Die Ausrichtung des Events zu sichern, ist für uns selbstverständlich. Das sind wir den Sportlern, den Fans in den Stadien und dem Millionenpublikum vor den Fernsehbildschirmen schuldig“, erklärte DSV-Generalsekretär Thomas Pfüller. Seit drei Jahren gibt es im Berg-Isel-Stadion von Innsbruck bereits ein Windnetz. In der Erdinger Arena in Oberstdorf und an der Paul-Außerleitner-Schanze in Bischofshofen sind keine Windnetze notwendig.

Karten für das große Wintersport-Highlight 2011/12 sind bereits im Vorverkauf erhältlich. Über den so genannten Print@Home-Ticketservice lassen sich die Tickets für alle vier Veranstaltungsorte bequem von zu Hause aus bestellen und gleich am eigenen PC ausdrucken. Weitere Informationen unter www.vierschanzentournee.com. Tickethotline Deutschland, +49 (0)371-40067694, Österreich +43 (0)512-90104003

Das sportliche Programm der 60. Vierschanzentournee 2011/12

  • Oberstdorf, Erdinger Arena (HillSize 137)
  • Donnerstag, 29. Dezember: 14.30 Uhr Offizielles Training, 16.30 Uhr Qualifikation
  • Freitag, 30. Dezember: 15 Uhr Probedurchgang, 16.30 Uhr 1. Wertungsdurchgang, anschließend Finale und Siegerehrung
  • Garmisch-Partenkirchen, Olympiaschanze (HS 140)
  • Samstag, 31. Dezember: 11.45 Uhr: Offizielles Training, 14 Uhr: Qualifikation
  • Sonntag, 1. Januar: 12.30 Uhr: Probedurchgang, 14 Uhr: 1. Wertungsdurchgang, anschließend Finale und Siegerehrung
  • Innsbruck, Bergisel-Stadion Olympiaschanze (HS 130)
  • Dienstag, 3. Januar: 11.30 Uhr: Offizielles Training, 13.45 Uhr: Qualifikation
  • Mittwoch, 4. Januar: 12.30 Uhr: Probedurchgang, 13.45 Uhr: 1. Wertungsdurchgang, anschließend Finale und Siegerehrung
  • Bischofshofen, Paul-Außerleitner-Schanze (HS 140)
  • Donnerstag, 5. Januar: 14.30 Uhr: Offizielles Training, 16.30 Uhr: Qualifikation
  • Freitag, 6. Januar: 15 Uhr: Probedurchgang, 16.30 Uhr: 1. Wertungsdurchgang, anschließend Finale und Siegerehrung