Flamingos (Phoenicopteriformes Phoenicopteridae) sind eine Ordnung der Familie der Vögel. Kennzeichnend für alle Arten sind das mehr oder weniger intensiv rosafarbene Gefieder, der hochspezialisierte Schnabel und der Zungenapparat. Der Schnabelrand weist eine Lamellenstruktur auf, die zusammen mit der Zunge einen Filter bildet, mit dem Flamingos Plankton aus dem Wasser filtern können.

Alle Flamingoarten weisen große Ähnlichkeiten auf. Sie haben lange, dünne Beine, einen langen Hals und ein rosa Gefieder. Aufrecht stehend sind die Tiere etwa 90 bis 155 cm hoch, wobei die Männchen im Schnitt etwas größer sind als die Weibchen. Im Verhältnis zur Körpergröße ist der Kopf sehr klein, ebenso die Füße. Flamingos sind gute Schwimmer. Allerdings nutzen sie diese Fähigkeit nicht sehr oft. Im Flug halten sie den Hals gestreckt. Die Flügel werden schnell und gleichmäßig geschlagen. Flamingos erreichen Fluggeschwindigkeiten von 50 bis 60 Kilometern in der Stunde.

Junge Flamingos haben einen geraden Schnabel und ein graues Daunenkleid

Am häufigsten sind die Vögel in Afrika und Süd- und Mittelamerika vertreten. Sie leben aber auch in Asien, Indien, Spanien, Südfrankreich und auf Sardinien. Flamingos sind sehr gesellig. Oft bestehen die Kolonien aus bis zu zehntausend Tieren. Kolonien des Zwergflamingos in Ostafrika umfassen sogar bis zu einer Million Vögel.

Während der Brutzeit sind Flamingos monogam, manchmal auch darüber hinaus. In Ostafrika brüten die Vögel etwa alle zwei Jahre. Meistens wird nur ein Ei gelegt. Das Gewicht beträgt 115 bis 140 g. Beide Partner brüten abwechselnd. Nach 27 bis 31 Tagen schlüpfen die Jungen. Anfangs haben sie noch einen geraden Schnabel und ein graues Daunenkleid. Ihre schöne rosa Tönung bekommen sie erst, wenn sie "Farbe" fressen. Zu den Leibspeisen der langbeinigen Vögel zählen nämlich vor allem Algen und und kleine Krebse, die den roten Farbstoff Carotin enthalten. Dieser lagert sich mit der Zeit im Gefieder ab. Das ist auch der Grund, warum Zoo-Flamingos zum Teil nur blass-rosa oder sogar weiß sind - sie bekommen anderes Futter.

Flamingos können 20 bis 30 Jahre alt werden

Das Jungtier verbringt die ersten fünf bis sechs Tage im Nest. Während dieser Zeit versorgen die Altvögel ihren Nachwuchs mit einer Kropfmilch, die im oberen Verdauungstrakt erzeugt wird. Wenn das Junge das Nest verlässt, kann es eigenständig gehen und schwimmen. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt zwanzig bis dreißig Jahre. Manchmal können die Vögel auch bis zu fünfzig Jahre alt werden.

Aber warum stehen Flamingos auf einem Bein? Die Erklärung dafür ist ganz einfach. Im Gegensatz zum Oberkörper ist das Bein des Vogels nicht durch Gefieder geschützt, sodass vor allem im Winter dort schnell Wärme an die Luft verloren geht. Deshalb stehen viele Vögel auf einem Bein und verbergen das andere unter den Federn. Unbequem ist diese Haltung dank eines besonderen Gelenks nicht. Das Bein kann ohne Muskelkraft gestreckt werden. In warmen Gegenden verfahren Flamingos ähnlich, um nicht beide Beine über die Sonnenstrahlung aufzuheizen.

Quelle: Eckart Pott: "Das große Ravensburger Tierlexikon von A-Z", Ravensburger Buchverlag 2011, ISBN 3-4735-5074-4