
- High heels - Uli Carthäuser / pixelio.de
Es ist der Traum vieler Frauen: Damenschuhe im Abo, eine Flatrate für Pumps, Ankle Boots, Sneakers, Sandaletten, Peep Toes, Stiefel etc. etc. Doch der Volksmund weiß: Träume sind Schäume. Und so wie das Flatrate-Trinken die Gesundheit ernsthaft gefährdet, bedroht die Schuh-Flatrate Geldbörse und Parkett. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnte am 13. April 2011 vor der neuen Flatrate “fürs Laufen“.
Flatrate ist in Wirklichkeit begrenzt
Zuerst: Der Begriff “Flatrate“ ist Interpretationssache. Für drei Monate Vertragslaufzeit müssen 180 Euro plus 15 Euro für die Versandkosten bezahlt werden. Wer nun glaubt, dafür unbegrenzt shoppen zu dürfen, der irrt. Laut Verbraucherzentrale NRW bedeutet “unbegrenzt“ für den Anbieter Heels & Pumps neun Paar Schuhe, also jeden Monat drei Paar. Das wäre pro Paar dann ein Preis von 20 Euro. Wer das Quartal verstreichen lässt und es versäumt, rechtzeitig zu kündigen, der bleibt Club-Mitglied und muss automatisch weitere neun Paar Schuhe für fast 200 Euro bestellen.
Schuhe in drei Kategorien - wenig Modelle zur Auswahl
Es stehen drei Kategorien zur Auswahl, von klassisch-elegant über heiß-gewagt-sexy bis jahreszeitlich-trendig. Die Auswahl innerhalb der Kategorien ist laut Verbraucherzentrale nur “bescheiden“. So bot die aktuelle April-Kollektion Anfang des Monats statt der angepriesenen exklusiven Vorauswahl “hochwertiger Designer Heels & Pumps“ gerade mal 17 verschiedene Modelle an und die gehörten fast alle der Kategorie "der Schuh, der jeder die Show stiehlt" an – es handelte sich also um High Heels.
Die Schuhe sind laut Verbraucherschützer eine Bedrohung
Die Verbraucherzentrale NRW hat bei der Hotline Auskünfte eingeholt. Demnach seien die Absätze der Modelle so dünn “wie ein Nagel“ und wiesen beachtliche Höhen von bis zu 14 Zentimeter auf. Fazit der Verbraucherschützer: Die Schuhe sind eine Bedrohung für jedes Parkett und für Trägerinnen mit Höhenangst.
Kein echtes Leder
Wer Lederschuhe liebt, erlebt die nächste Enttäuschung. Die Schuhe sind nur aus Lederimitat (“Wildleder-Optik“), ausschließlich gefertigt aus Polyurethan (PU), also Kunststoffe und Kunstharze, sowie aus Textilstoffen und Satin. Die Firma erklärt das auf ihrer Internetseite mit dem Argument, die Natur liege ihr am Herzen. Der Vergleich mit Natalie Portman wird herangezogen, die Oscar-Preisträgerin trage auch kein Echtleder mehr und gelte daher als Vorbild. 20 Euro für Polyurethan – das ist dann viel Geld für wenig Schuh.
AGB genau lesen
Die Verbraucherzentrale NRW hat sich daraufhin die AGB genauer angesehen. Demnach darf nur einmal pro Vierteljahr eines der neun Paar Schuhe umgetauscht werden. Wenn die gewählte Größe nicht passt oder der Schuh partout nicht gefällt – dieses Risiko trägt allein die Kundin. Übrigens wird Frauen, die auf zu kleinem (unter Schuhgröße 36) oder zu großem Fuß (über Schuhgröße 41) leben, der Eintritt in die Welt der Schuh-Flatrate verwehrt.
Quelle:
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen
Bildnachweis: © Uli Carthäuser / pixelio.de
