
- Angelica, Jack und Blackbeard (v.l.) - Disney
„Ich bin Captain Jack Sparrow, klar soweit?“ – wer diesen Satz nicht kennt, hat wirklich etwas verpasst. Im Jahre 2003 begann die überaus beliebte Piratenreihe von Regisseur Rob Marshall mit Johnny Depp in der Hauptrolle und heute, acht Jahre später, beglückt er seine Fans schon zum vierten Mal mit seinen Abenteuern als Captain Jack Sparrow. Es sind sogar noch zwei weitere Teile geplant.
Die Handlung von „Fluch der Karibik – Fremde Gezeiten“
Der dritte Teil der Piratenreihe endete damit, dass sich Captain Jack Sparrow mit Hilfe einer geheimen Karte auf die Suche nach der ‚Quelle der ewigen Jugend‘ macht. Diese Suche setzt sich in „Fluch der Karibik 4“ fort. Zu Beginn des Films begegnet Jack in London Angelica, einer Geliebten aus vergangenen Tagen, die ihn mit Leichtigkeit um den Finger wickelt und auf das Schiff des berüchtigten Piraten Blackbeard verfrachtet. Währenddessen die Crew mit Angelica als 1. Offizier die Suche nach der Quelle ins Rollen bringt, hissen auch die Spanier ihre Segel ebenso wie Barbossa, der scheinbar die Seiten gewechselt hat. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, bei dem man erst am Ende erfährt, wer eigentlich welche Absichten hegt. Allen voran Captain Jack Sparrow, der durch sein Agieren wie immer undurchschaubar scheint.
Der Protagonist und sein Charakter
Der wichtigste Charakter des Films ist ganz klar Captain Jack Sparrow alias Johnny Depp. In den ersten drei Teilen brillierte Depp als witziger, unberechenbarer, Rum liebender, aber auch charmanter Pirat, der es immer wieder schaffte, seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. In „Fluch des Karibik 4“ ist Jack zwar immer noch charmant und humorvoll, wobei ungefähr die Hälfte seiner Witze schon in den vorherigen Filmen Premiere feierten, doch die Eigenschaften, die ihn bisher immer auszeichneten, kommen im vierten Teil etwas zu kurz: seine Liebe zum Rum, der stetige Wunsch nach Freiheit sowie seine Liebe zur See. Ganz besonders ungewohnt ist wohl seine neue Synchronstimme, die nicht recht zu ihm zu passen scheint. Trotzdem kommt man einfach nicht darum herum, Jack Sparrow zu mögen – er ist einfach einmalig und macht die „Fluch der Karibik“-Filme zu etwas besonderem.
Viele neue Gesichter
Die Tatsache, dass Orlando Bloom und Keira Knightley im vierten Teil nicht mehr als Will und Elizabeth auf der Kinoleinwand zu sehen sind, ist schon äußerst schade. Die neuen Charaktere, die nun an der Seite von Captain Jack Sparrow zu finden sind, kann man jedoch als guten Ersatz bezeichnen. Penélope Cruz in der Rolle als spanische Powerfrau mit viel Temperament glänzt zweifelsohne als Jacks ehemalige Geliebte Angelica. Der Piratenhut steht ihr doch tatsächlich ausgesprochen gut. Weiterhin neu dabei ist Ian McShane als furchteinflößender Pirat Blackbeard, der nicht nur verdammt cool aussieht, sondern durch seine Crew aus Zombies und sein Schwert, das unglaubliche Fähigkeiten besitzt, sogar Oberkrake Davy Jones aus Teil zwei und drei übertrumpft. Sam Claflin, noch ein neues Gesicht, spielt den sehr sympathischen Missionar Philip, der sich anfangs zu keiner Seite bekennen will, am Ende jedoch ganz klar Partei ergreift. Claflin, der erst im letzten Jahr seine Schauspielkarriere begann, wird noch eine Menge Chancen erhalten, sein Talent unter Beweis zu stellen.
Erwartungen übertroffen, seine Vorgänger jedoch nicht
Der vierte Teil von „Fluch der Karibik“ ist letztendlich besser als erwartet, waren viele doch der Meinung, dass drei Teile vollkommen ausreichend gewesen wären. Trotzdem kommt der Film nicht einmal ansatzweise an seine Vorgänger heran; in puncto schauspielerische Leistungen auf jeden Fall, doch inhaltlich eher weniger. Captain Jack Sparrow in einer schicken Stadt wie London? Barbossa mit grauer Perücke und britischer Kapitänskluft? Meerjungfrauen mit Vampirzähnen? Das passt einfach nicht zusammen. Fazit: „Fluch der Karibik – Fremde Gezeiten“ ist unterhaltsam, überzeugt jedoch einzig und allein durch die grandiosen Leistungen der Schauspieler. Ein ganz passabler vierter Teil der Piratenreihe – da kann man nur hoffen, dass sich „Fluch der Karibik 5“ wieder mehr an den ersten Teilen orientiert.
