Flüssigdüngung mit Jauche aus Brennnessel, Beinwell und Co

Beinwell oder Comfrey, Material für Pflanzenjauche - Joujou  / pixelio.de
Beinwell oder Comfrey, Material für Pflanzenjauche - Joujou / pixelio.de
Stickstoff- und kalihaltige Kräuterjauchen sind schnell wirkende Düngemittel für die Hauptwachstumszeit im Garten, die von Tomaten und Kohl geliebt werden.

Da Pflanzenjauchen wichtige Nährstoffe und Spurenelemente in einem ausgewogenen Verhältnis aufweisen, sind sie eine ideale Ergänzung zur Pflanzenernährung mit Kompost. Sie stellen zudem eine preiswerte und umweltfreundliche Düngemethode dar, die in der Vegetationszeit bei den Starkzehrern zu einem kräftigen Wachstumsschub führen kann.

Herstellung von Pflanzenjauche

Es wird ein Behälter aus Holz, Emaille, Ton, Steingut oder Polyethylen benötigt, der nicht zu klein sein darf. Metall ist ungeeignet, da es zwischen der Gärbrühe und dem Metallbehälter zu chemischen Reaktionen kommen kann. Die Pflanzen-Wassermischung braucht Platz, denn während der Gärung kommt es zur Schaumbildung. Ein Rost, der Tiere abhält, aber Luft hineinlässt, dient als Deckel. Der Behälter wird an einem sonnigen Platz aufgestellt, da in Wärme die Vorgänge schneller ablaufen. Für 10 Liter Wasser werden 1 Kilo frisches oder 150 Gramm getrocknetes Kraut benötigt. Damit die Jauche nicht zu stark riecht, kommt etwas Gesteinsmehl oder Baldrianblütenextrakt dazu. Nun muss täglich einmal kräftig umgerührt werden. Nach einem bis drei Tagen setzt die Gärung ein. Sie ist abgeschlossen, wenn die Flüssigkeit dunkel wird und nicht mehr schäumt. Dies ist in der Regel nach zwei Wochen der Fall. Um Pflanzenreste, die die Gießkanne verstopfen könnten, zu beseitigen, muss die Jauche vor Gebrauch durchgesiebt und außerdem meist verdünnt werden.

Brennnesseljauche – universal einsetzbar

Solange die Brennnesseln noch keine Samen tragen, können sie für die Jauche gesammelt werden. Fast alle Pflanzen im Obst-, Gemüse- und Blumengarten können mit dieser Jauche ernährt werden. Nur für Zwiebeln und Knoblauch, Bohnen und Erbsen ist sie zu nährstoffreich. Ansonsten wirkt sie ausgleichend, fördert das Wachstum und lockt Regenwürmer an.

Um die Pflanzen zu stärken und zu kräftigen, kann sie einmal pro Woche in der Verdünnung 1:50 über alle Beete gegossen werden. Um die Pflanzen zu ernähren, wird sie alle zwei Wochen in der Verdünnung 1:20 bei feuchter Erde in den Wurzelbereich gegossen. Drei bis vier Wochen vor der Ernte wird diese Düngung eingestellt. Starkzehrer wie Tomaten, Kohl und Kürbis bekommen die Flüssigdüngung alle 2 Wochen in der Verdünnung 1:10.

Beinwell- oder Comfreyjauche – viel Blattmasse für die Flüssigdüngung

Beinwell, Symphytum officinale wird als Dünger im Verhältnis 1:10 ausgebracht. Er ist durch seinen hohen Kalianteil pflanzenstärkend und wie Brennnessel zu verwenden. Allgemein wird das Wurzelwachstum gefördert. Das macht sich positiv bemerkbar bei der Knollen- und Fruchtbildung von Kartoffeln, Kohl, Sellerie und Tomaten. Beinwell- und Brennnesseljauche werden oft gemeinsam angewandt, da sie sich in ihren Wirkstoffen ergänzen.

Pflanzenjauche für spezielle Zwecke

  • Ackerschachtelhalmjauche dient der Pflanzenstärkung, wenn sie ganzjährig im monatlichen Rhythmus, zusammen mit Brennnesseljauche auf den Boden gegossen wird.
  • Löwenzahnjauche fördert unverdünnt, im Frühjahr und Herbst ausgebracht, das Wachstum und die Fruchtqualität von Beeren- und Baumobst. Im Juni/Juli werden zweimal Erdbeeren und Himbeeren damit gegossen. Das führt zu einem höheren Fruchtansatz und verbessert die Qualität.
  • Ringelblumenjauche ist schwach düngend und wird unverdünnt besonders bei Kohl, Petersilie und Tomaten eingesetzt. Sie stärkt die Gesundheit, das Wachstum und die Abwehrkraft.
  • Rote-Bete-Jauche aus Blättern und Stängeln wird im Verhältnis 1:10 verdünnt. Sie ist besonders empfehlenswert für neu angelegte Rasenflächen und wird zweimal in der Woche ausgebracht.

Außerdem ergeben auch folgende Pflanzen gute Düngejauchen: Fenchel- und Kamilleabfälle, Spinat, Kohlblätter, Rasenschnitt, Küchenkräuter, Gartenunkräuter, Zwiebeln und Knoblauch. Alle Jauchen können untereinander gemischt werden.

Übrigens – Jauchen können nicht nur zur Düngung, sondern, aus bestimmten Kräutern hergestellt, auch gegen Pflanzenschädlinge und -krankheiten eingesetzt werden.

Quellen: Marie-Luise Kreuter, Der Biogarten, BLV München, 29,90 Euro

Christa Weinrich, OSB Abtei Fulda, Mischkultur im Hobbygarten, Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008

Bildnachweis: © Joujou / pixelio.de

Heike Sebastian, Heike Sebastian

Heike Sebastian - Sozialarbeiterin, Heilpraktikerin mit Schwerpunkt "Klassische Homöopathie", Schulleitung von "Feloidea", Institut für ...

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