Flusskreuzfahrten auf der Wolga

Unterwegs auf Europas längstem Fluss in Russland

Wolga-Steilküste - Public Domain
Wolga-Steilküste - Public Domain
Eine Flusskreuzfahrt auf der Wolga ist ein Reise in Russlands Geschichte und Mythen

Der Mythos vom Mütterchen Wolga ist die Verkörperung des russischen Wesens voll melancholischer Schönheit.

Mit 3530 km ist die Wolga der längste Fluss Europas und einer der wichtigsten Verkehrswege Russlands. Schon immer zog der große Strom, der in den Waldaihöhen entspringt und ins Kaspische Meer mündet, Menschen an. Alte Siedlungen an den Ufern belegen das und immer noch gilt: die Wolga ist die Seele Russlands.

Flusskreuzfahrten auf der Wolga

Immer beliebter werden Flusskreuzfahrten. Viele Veranstalter haben sowohl die Oberen Flussabschnitte zwischen St. Petersburg und dem Moskau-Wolga-Kanal sowie den besonders lohnenden Teil zwischen Kazan und Rostow am Don im Programm, Kombinationen sind natürlich auch zu buchen.

Vom Liegestuhl an Deck der mit allem Komfort ausgestatteten Schiffe aus genießt man die grandiose Wolgalandschaft. Doch neben der stillen Weite gibt es jede Menge Städte am russischsten aller russischen Flüsse zu besichtigen.

Am Oberlauf der Wolga

Jaroslawl liegt am Oberlauf der Wolga, noch nördlich von Moskau, und ist eine der bemerkenswertesten altrussischen Städte des Goldenen Rings. Bedeutende Bauwerke, unter ihnen das 1750 erbaute Theater sowie 75 Klöster und Kirchen gilt es zu besichtigen.

Weitere sehenswerte Orte sind das über 1000 Jahre alte Uglitsch, Kostroma mit seinem reichen Erbe sowie die Millionenstadt Nischnij Nowgorod. Das frühere Gorki mit seinen attraktiven alten Bauten ist mehr als 750 Jahre alt und erst seit wenigen Jahren wieder für Besucher geöffnet.

Im Siedlungsgebiet der Wolgadeutschen

Die Wolgaregion, das angestammte Siedlungsgebiet der Wolgadeutschen zwischen Kazan und Astrachan, erstreckt sich über die mittleren und unteren Flussabschnitte.

Kazan, diese faszinierende Mischung aus Alt und Neu, Abendland und Morgenland ist die Hauptstadt der Tatarischen Republik und Zentrum tatarischer Kultur. Die Mitte des 13. Jahrhunderts gegründete Stadt war die legendäre Hauptstadt des Khanats Kazan.

Später taucht am rechten Ufer hoch über der Wolga Uljanowsk auf, das alte Simbirsk, in dem Lenin als Wladimir Iljitsch Uljanow geboren wurde.

Vorbei geht es an der Autostadt Togliatti bevor man ziemlich genau auf der Hälfte der Flussstrecke nach Samara (Kujbyschew) kommt. Weiter geht es wolgaabwärts an der bedeutenden Industriestadt Saratow vorbei.

Von Wolgograd zum Don

Noch 400 Flusskilometer weiter erreicht das Schiff das bis vor kurzem Wolgograd genannte Zarizyn, das als Stalingrad in die Geschichte einging. Das alte Handels- und Industriezentrum ist heute eine Stadt voller Museen, Gedenkstätten und Erinnerungen an die Schlacht von Stalingrad.

Weiter geht die Fahrt nach Südosten vorbei an endlosen Steppen bis nach Astrachan, das heute anders als noch im 18. Jahrhundert 200 km vom Kaspischen Meer entfernt liegt.

Fast alle Schiffe fahren nun ein Stückchen zurück die Wolga hinauf und biegen in den Wolga-Don- Kanal ein. Bis nach Rostow am Don geht nun die Fahrt weiter auf dem Don. Vom armenischen Baustil beeinflusste Häuser, vier Theater, wunderbare Parks und der Strand laden zum Ausspannen ein am Tor zum Kaukasus.

Weitere interessante Reiseziele in Russland sind Moskau, St. Petersburg , der Goldene Ring oder der Olympiaort Sochi. Auch eine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn ist überaus reizvoll.

Brigitte Jäger-Dabek, Brigitte Jäger-Dabek

Brigitte Jaeger-Dabek - Als ich vier Jahr alt war, kam die große weite Welt zu mir nach Hause. Sie tat das in Form einer Bananenstaude, die meine Eltern von ...

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