
- Carl Haeberlin Straße - Adele Sansone
Es gibt viele Dinge, in die man sich auf der nordfriesischen Insel Föhr verlieben kann. Man muss das Meer geschnuppert, die Vögel gehört haben, den Wind gefühlt und das Watt zwischen seinen Zehen gespürt haben. Und - man muss mit den Insulanern gesprochen haben, wenn auch nicht unbedingt Friesisch. Nur wer trockenen Humor schätzt, wird sich hier wohlfühlen, ehrlich. Denn sogar die Bäume auf Föhr sind friesisch-schräg, genau wie ihr Humor.
Ein kurzer Blick auf die Insel Föhr
Föhr gehört, wie Amrum und Sylt zu den Nordfriesischen Inseln im Nationalpark Wattenmeer. Als Insel ist sie fast kreisrund. Bei der Überfahrt mit der Fähre bemerkt man schon die Zweiteilung der Insel, der flache Norden mit dem Marschland, unterbrochen nur von den Baumgruppen der Vogelkojen und der leicht hügelige Süden mit all seinen malerischen Friesenhäusern mit den Reetdächern und Kirchtürmen. Alkersum, Borgsum, Dunsum, Midlum, Nieblum, Oevenum, Oldsum, Utersum, Witsum und Wrixum, kein Ort ohne "-um", das dem friesischen Heim entspricht, nur Wyk und Süderende schlagen sprachlich aus der Reihe. Vom malerischen Städtchen Wyk aus, über Sandstrand, Wald, aber auch einen Fluss, der Godel, fünf Windmühlen, drei Kirchen, ja sogar Hünengräbern gibt es auf Föhr viel zu entdecken und zu genießen.
Was muss man nun unbedingt auf Föhr gesehen oder erlebt haben? Hier folgen völlig subjektiv ausgewählt einige Tipps:
Eine Fahrt mit dem Friesenexpress
Diese 90-minütige Fahrt durch fast alle Dörfer empfiehlt sich schon an einem der ersten Tage, denn nirgends sonst bekommt man so einen umfassenden und leicht erworbenen Überblick über Föhr, schrullige Anekdoten inklusive, der ersten Lektion in friesischem Humor. Start ist in Wyk am Fähranleger.
Wyk, die Inselhauptstadt
Ein Spaziergang durch das Zentrum von Wyk, mit seinen malerischen Gässchen und den noch verbliebenen Kapitänshäusern in der Carl-Haeberlinstraße, eine Promenade am Sandwall in Begleitung der Silbermöwen, die eifrig nach Resten Ausschau halten. Ein Spaziergang über den feinen Sandstrand oder ein Besuch des Fischmarktes am Hafen mit leckerem Fischbrötchen. Für die Bildung bietet sich zusätzlich an:
- Das Friesenmuseum mit seinem Rosengarten in Wyk. Durch einen Bogen aus Blauwal-Kieferknochen gelangt man in einen fast verwunschenen Rosengarten. Hier finden sich dann ein Friesenhaus von 1617 und im Carl Haeberlin-Museum allerlei Wissenswertes über das Leben auf Föhr noch zu Walfängerzeiten.
- Das Nationalparkzentrum in Wyk. Hier offenbart sich dem Besucher das Geheimnis "Wattenmeer". Nicht nur für Kinder ein Erlebnis, der Besuch ist kurz vor oder auch nach einer Wattwanderung besonders einprägsam.
Wer fasziniert ist von den Gezeiten, wer die Tide hautnah erleben möchte, der macht sich auf eine der vielen Wattwanderungen. Ob Wattwandern von Föhr nach Amrum oder nur der Küste entlang, ein monatlicher Veranstaltungskalender, den man in allen Touristinformationen erhält, bietet für jeden Geschmack das Passende.
Wandern durch die Godelniederung ins Vogelschutzgebiet
Das ist ein Muss für Vogelliebhaber. Mit dem Fahrrad nach Witsum zur Godelniederung oder aber auch mit dem öffentlichen Bus und dann zu Fuß loswandern. Viel Zeit im Gepäck und dann stundenlang lauschen, beobachten und genießen, die Pflanzen der Salzwiesen als zusätzliches Highlight. Das könnte man jeden Tag machen, so vielfältig und zauberhaft fremd ist die Natur hier.
Rad fahren quer durch Föhr
Wer klug ist und Entspannung pur sucht, nimmt sein Auto gar nicht mit auf die Insel. Alles lässt sich hier auch per Rad erledigen. Mieträder gibt es zuhauf, aber auch das eigene Rad kann man ja im Zug und auf der Fähre mit nehmen. Bestens beschilderte und instand gehaltene Radwege wechseln mit Wirtschaftswegen oder mit den schmalen Wegen die Deiche entlang. Mit der Radkarte von Föhr findet man jedes Ziel, 144 km lang ist das Radwegenetz. Es gibt Routen für sportliche Fahrer, aber auch für gemütliche. Ganz Verwegene können sogar zum Aufschlag am Golfplatz per Fahrrad anreisen, das wäre doch mal was Besonderes.
Friesentorte, Tote Tante und allerlei Zutaten
Wer Föhr verlässt ohne sich an Friesentorte oder Toter Tante versucht zu haben, war nicht auf der Insel. Und wer auch noch die passenden humorigen Zutaten anbei erhält, wie es dem Besucher im Café Wildfang in Nieblum blüht, der wird rettungslos "föhrrückt".
- Öffnungszeiten:
- Mo - Sa 14.00 - 19.00
- Mo - Sa 13.30 - 20.00 manchmal
- Mo - Sa 13.00 -19.00 selten
- So ...........nie
Da grübelt der hungrige Wanderer, welchen Tag er wohl heute getroffen hat?
Föhrer Nachschlag
Natürlich kommt bei allem auch der Badespaß nicht zu kurz, auch segeln oder sogar Kite-Surfen kann man hier. Party ist gefragt? Ja sicher. Auch Abhängen im Sand ist drin. Oder wie wäre es mit X-treme Golf? Wattgolfen für ganz Föhrrückte zwischen Amrum und Föhr oder wie spielt man die längste Bahn der Welt? Die Wattwürmer zwischen Amrum und Föhr ziehen an diesem Turniertag besser die «Köpfe» ein. Denn da geht im Schlick zwischen den beiden Nordseeinseln ein Golfturnier über die Bühne. Der Vorteil: an diesem Tag braucht ein Golfer vor dem Turnier keine gewaschenen Füße. Noch immer nichts für Ihren Geschmack dabei? Dann besuchen Sie doch einmal Föhr, Sie werden sicher fündig.
Hundefreunde sind in Föhr ebenfalls willkommen, allerdings muss man sich vorher erkundigen, in welchen Hotels sie auch gerne gesehen werden. Tipps für Hunde am Meer.
Und wer einmal Nordfrieslandfieber bekommen hat, kann es zur Abwechslung auch an anderen Orten lindern.
Weiterführende Literatur:
Barbara Dobrick, Amrum, Föhr mit Reiseatlas, Marco Polo München, 7.Auflage 2009
Elke Frey, Nordseeküste und Inseln, Polyglott München, 2005
