Otto Löw, der 1997 verstarb, war Gründer der Otto-Löw-Stiftung. Ihr ist zu verdanken, dass junge Handwerker, die sich um ihr berufliches Fortkommen bemühen und besonders gute Leistungen zeigen, geehrt und auch finanziell gefördert werden.

Otto Löw, Träger des Bundesverdienstkreuzes, kämpfte für gute Ausbildungsvoraussetzungen

Otto Löw, Jahrgang 1916, habe sich 1949 als Elektromeister in Ahrensburg selbständig gemacht, so Rolf Prosch, Kreishandwerksmeister und Vorsitzender der Otto-Löw-Stiftung und Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. 1960 bis 1984 war Löw Obermeister der Elektroinnung Stormarn und von 1971 bis 1984 Kreishandwerksmeister. Selbstlos, so Prosch, habe er sich für die ehrenamtliche Tätigkeit in Berufsbildungsfragen zur Verfügung gestellt.

Anekdote um Otto Löw – zwölf Lehrlinge fanden durch seinen Einsatz eine Lehrstelle

Seinen besonderen Einsatz verdeutlicht eine Anekdote: Löw, Träger des Bundesverdienstkreuzes erster Klasse, wollte auch in Zeiten der Lehrlingsschwemme helfen und da waren diese zwölf Lehrlinge, die noch keinen Ausbildungsplatz hatten. Also kam er unter anderem bei Prosch vorbei. „Wie viele Lehrlinge hast du? Wie viele Gesellen hast du? – Dann kannst du noch einen Lehrling nehmen.“ Auf diese Weise brachte er alle zwölf jungen Leute unter.

Geldumschläge wechselten den Besitzer – herausragend gute Handwerker wurden gefördert

„Wir sind der Meinung, das sollte belohnt werden!“ Dieser feierlich ausgesprochene Satz war bei einem kleinen Festakt in der Geschäftsstelle der Kreishandwerkerschaft gleich viermal zu hören. Mit einer Ansprache und je einem Umschlag ehrte Prosch vier junge Handwerker, die sich durch besonders gute Leistungen hervorgetan hatten. Der in den Umschlägen jeweils verborgene „vierstellige Betrag“ sei auch dazu gedacht, die Kosten der Aus- und Weiterbildung abzufedern.

Geldpreise zur Förderung des Handwerker-Nachwuchses

Offizieller Zweck der Stiftung ist die Förderung der Aus- und Fortbildung des Handwerkernachwuchses. In der Bad Oldesloer Geschäftsstelle der Kreishandwerkerschaft wurden im Herbst 2010 vier junge Handwerker mit einem Preis aus der Stiftung bedacht.

Fleischfresser, Wieczorek, Klügel und Augstein für besondere Leistungen im Handwerk geehrt

Prosch stellte in seiner Ansprache alle Geehrten kurz vor: Jan Fleischfresser (28) habe nach einem „Superergebnis“ bei der Gesellenprüfung gleich die Meisterprüfung folgen lassen und sei weiterhin in seinem Betrieb, Holzbau Raddatz in Reinfeld, tätig. Christian Wieczorek (28), der ebenfalls ein ausgesprochen gutes Ergebnis bei der Gesellenprüfung vorweisen kann, habe danach Meisterprüfung und den Betriebswirt des Handwerks folgen lassen Sein Betrieb: Mercedes Mühle in Ahrensburg, wo er als Mechatroniker ausgebildet wurde. Marcel Klügel (21) habe als Klempter bei Huppenthal in Ahrensburg eine sehr gute Gesellenprüfung abgelegt. Stefan Augstein (25), ausgebildet als Metallbauer bei der Firma Schlösser in Trittau, habe parallel zu einem guten Abschluss seinen technischer Betriebswirt gemacht.

Betriebe, die der Innung angehören, so Prosch, seien als Arbeitgeber im Vorteil. Sie hätten das Recht, ihre Auszubildenden an von der Handwerkerinnung angebotenen Schulungen teilhaben zu lassen, die sie beruflich weiter bringen.

Fingerfood, hergestellt von den Auszubildenden des Jugendaufbauwerkes, für die Feier

Bei den Auszubildenden des Jugendaufbauwerks hatte Prosch für die kleine Feier Fingerfood bestellt. Dort freute man sich über die Gelegenheit, „etwas Besonderes“ machen zu können, legte sich ordentlich ins Zeug und bereitete mehrere appetitlich angerichtete kalte Platten vor, an der sich die Teilnehmer der Ehrung nach Abschluss des offiziellen Teils und bei munterem Plausch erfreuten.

So werden Kunst, Handwerk, Kunsthandwerk und Wissensvermittlung bei Jung und Alt gefördert in Bad Oldesloe. Das reicht von Vorträgen im Altenheim (ein Bewohner berichtet über die Entstehung des Wetters) über die Weberei am Handwebstuhl durch die immer noch aktive Rentnerin Almut Weber bis hin zu kreativen Mädchen, die Steine bemalen für arme Kinder, und die Malerin und Keramikerin Ursula Corinth, die gerade ihren 80. Geburstag gefeiert hat und auch noch immer nichts ans Aufhören denkt.