Förderung für ökologischen Landbau angehoben

Streuobstwiesen steigern die Ökobilanz in Baden-Württemberg

Rapsfeld in Inzigkofen - Monika Hermeling
Rapsfeld in Inzigkofen - Monika Hermeling
Die Zukunftsprognosen der ökologischen Landwirtschaft und die Fördermaßnahmen des Landes Baden-Württemberg. So hoch ist die Flächenförderung.

Baden-Württembergs Landwirte taten sich in der Vergangenheit, gegenüber Österreich und der Schweiz, mit der Umstellung auf ökologischen Landbau schwer. Sie benötigten, um in der Umstellzeit Verluste auszugleichen, dringend eine Unterstützung, die ihnen bis dato versagt oder nur unzureichend gewährt wurde. Diese Zeiten und die Frage ob Junglandwirte eine berufliche Zukunft haben, sollen nun der Vergangenheit angehören.

Weitere Fördergelder sollen den ökologischen Landbau unterstützen

Bisher werden über 100.000 Hektar Land in Baden-Württemberg ökologisch bewirtschaftet. Da die Verbraucher europaweit vermehrt an ökologisch produzierten Lebensmitteln, die möglichst regional angebaute werden, interessiert sind, wird mit einer kontinuierlichen Nachfragesteigerung gerechnet. Um die Bereitschaft von Landwirten ihren Betrieb auf Bio-Anbau umzustellen zu fördern und zu unterstützen, erhalten diese Landwirte, je nach Art des Anbaus, zukünftig, auf Antrag, mehr Fördergelder.

„Die Umweltleistungen des Ökologischen Landbaus werden mit einer bis zu 25 Prozent höheren Aufstockung der Unterstützung, im Rahmen des baden-württembergischen Agrarumweltprogramms MEKA ,zukünftig noch stärker honoriert“, so der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Peter Hauk MdL, am Montag 27. Juli 2009, in Stuttgart.

Zunahme der ökologisch bewirtschafteten Flächen in Baden-Württemberg

Lasen die Verbraucher in den letzten Jahren viel von gesundheitlich bedenklichen Lebensmitteln in der Presse, war ihre Reaktion des Kaufboykotts verständlich. Wie sich nun, nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums herausstellte, haben die Landwirte in Baden-Württemberg auf das veränderte Kaufverhalten der Verbraucher reagiert. Die Kunden hinterfragen inwieweit Bio-Obst und Gemüse gesünder ist und honorieren die Mehrinvestitionen gerne mit einem Preisaufschlag, wie LOHAS-Trendanalysen zeigen.Obwohl der ökologische Landbau hat in Baden-Württemberg eine lange Tradition hat, betrug die gesamte ökologisch bewirtschaftete Fläche bis vorn zehn Jahren nur etwa 57.000 Hektar. Das sind etwa sieben Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Baden-Württemberg. Seither ist sie, da immer mehr biologisch angebautes Getreide, Kartoffeln Obst und Gemüse von den Verbrauchern angefordert wurden, auf beinahe 103.000 Hektar erhöht worden.Im Zeitraum von zehn Jahren habe sich, so gibt der Landwirtschaftsminister preis, die Zahl der ökologisch wirtschaftenden landwirtschaftlichen Betriebe von circa 3.000 auf über 5.700 fast verdoppelt. Einen wesentlichen Grund für diese nachhaltige und kontinuierliche Entwicklung des ökologischen Landbaus sieht das Landwirtschaftsministerium in den vom Land unterstützten Förderungsmaßnahmen. Wie weiter bekannt gegeben wurde bewirtschaftet die Hälfte dieser Betriebe ausschließlich die in Baden-Württemberg landschaftsprägenden und ökologisch wertvollen Streuobstflächen.

Die Flächenförderung in Cent und Euro

Ein Änderungsantrag, der eine Erhöhung der Fördergelder vorsieht, ist der EU zur Genehmigung zugeleitet worden. Die Verteilung der Fördergelder:

  • Flächenförderung für Acker und Grünland wird von 150 auf 190 Euro
  • für Gemüse von 500 auf 550 Euro
  • für Dauerkulturen von 600 auf 700 Euro

Weitere Fördermöglichkeiten für Ökolandwirte

Außer über das Agrarumweltprogramm MEKA fördert die Landesregierung den ökologischen Landbau noch in vielen anderen Bereichen. Es werden zum Beispiel spezielle Beratungsdienste, die den Umstieg von einer konventionellen auf eine ökologische Landwirtschaft erleichtern, angeboten. Außerdem unterstützt das Land die regionale Kennzeichnung von Bioprodukten und Marketingmaßnahmen. Ein Projekt ist der „Ökosommer“ .In Veranstaltungen werden Informationen rund um den Ökolandbau der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und die ökologischen Landbauverbände unterstützt. In Forschungsprojekten an den Universitäten und Landesanstalten der Agrarverwaltung wird zusätzlich wichtiges Fachwissen erarbeitet und an in Vorträgen den Landwirten und Verbrauchern vor Ort vermittelt.

Gute Noten für Transparenz beim Anbau und einer geringe Schadstoffbelastung

"Sicherheit und Transparenz sind entscheidend, wenn man das Vertrauen der Verbraucher gewinnen will. Baden-Württemberg führt deshalb als einziges Bundesland ein spezielles Untersuchungsprogramm für Lebensmittel aus ökologischem Landbau durch, das sogenannte Öko-Monitoring", betonte Hauk. Öko-Lebensmittel aus den vielfältigen Anbaugebieten der Welt werden systematisch auf mögliche Rückstände, zum Beispiel von Pflanzenschutzmitteln, und Schadstoffe untersucht. Dadurch sollen, in diesem stark wachsenden Marktsegment, Verbrauchertäuschungen besser und schneller erkannt werden. Die bisherigen Ergebnisse stellen, so Hauk, insbesondere den heimischen Bio-Erzeugern gute Noten aus.

Weitere Infos: Öko-Zertifizierung

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Online-Redakteurin, Gerlinde Ahrend, Gerlinde Ahrend

Gerlinde Ahrend - Ich bin Journalistin, Online-Redakteurin und Autorin, mit eigenem Journalistenbüro In der Vorbereitung meiner Ausbildung zur ...

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