Formale Gestaltung von Referaten und Abschlussarbeiten

Gestaltung von Berichten - Prof. Dr. Mintken
Gestaltung von Berichten - Prof. Dr. Mintken
Für schriftliche Berichte enthalten die DIN-Normen Vorgaben zur Gestaltung, die auch für Referate, Hausarbeiten, Bachelor- und Masterarbeiten nützlich sind

Akademische Übungs- und Qualifikationsarbeiten sind wie Forschungsberichte in Abschnitte und Absätze zu gliedern. Mit der Gliederung wird die Übersichtlichkeit des Textes verbessert. Es wird nach der inhaltlichen und der logischen Struktur gegliedert. Möglichst sollen nur 3 Gliederungsebenen und auf einer Gliederungsebene mindestens zwei, aber nicht mehr als neun gleichrangige Abschnitte unterschieden werden. Die Gliederungsebenen werden umgangssprachlich als Kapitel, Abschnitt und Unterabschnitt bezeichnet.

Jeder Abschnitt erhält eine Abschnittsüberschrift und eine Abschnittsnummer. Abschnittsüberschriften stellen die kürzestmögliche Zusammenfassung des jeweils folgenden Textes dar, sie sollen eine inhaltlich zutreffende Erwartung hervorrufen. Für die Abschnittsnummern werden arabische Ziffern benutzt. Alle Abschnittsnummern enden ohne Punkt. Absätze erhalten keine Überschrift und werden nicht benummert. Zur weiteren Strukturierung des Textes können unbenummerte Zwischenüberschriften eingefügt werden.

Verzeichnisse, Register und Seitenzahlen

Das Inhaltsverzeichnis wird zweckmäßigerweise nach DIN 1421 gestaltet. Als Überschrift für das Inhaltsverzeichnis wird das Wort Inhalt benutzt. Alle Abschnittsnummern beginnen an einer gemeinsamen Fluchtlinie, die Abschnittsüberschriften beginnen alle an einer weiteren gemeinsamen Fluchtlinie, die Seitenzahlen stehen am rechten Rand des Inhaltsverzeichnisses. Unbenummerte Bestandteile der Arbeit wie das Literaturverzeichnis oder Anhänge werden in das Inhaltsverzeichnis aufgenommen, sie beginnen an der ersten Fluchtlinie. Unbenummerte Zwischenüberschriften werden üblicherweise nicht in das Inhaltsverzeichnis aufgenommen.

Bilder und Tabellen werden durchgehend nummeriert. Sie sind mit Über- oder Unterschriften und Legenden zu versehen. Zur Legende gehören Zeichenerklärungen und notwendige Erläuterungen. Die Gestaltung der Bilder und Tabellen erfolgt so, dass sie auch ohne den begleitenden Text verständlich sind. Soll ein direkter Zugriff auf die Bilder und die Tabellen ermöglicht werden, so werden dafür eigene Verzeichnisse mit Seitenangaben erstellt. Diese Verzeichnisse folgen auf das Inhaltsverzeichnis.

Werden im Text Abkürzungen, Symbole und Sonderzeichen benutzt, deren Kenntnis beim Leser nicht allgemein vorausgesetzt werden kann, so werden diese mit den notwendigen Erklärungen in einem dafür eingerichteten Verzeichnis erfasst; sinngemäß ist bei der Definition ungebräuchlicher Begriffe zu verfahren.

Sach- und Personenregister sind in Referaten und akademischen Qualifikationsarbeiten nicht üblich. Werden diese Register in Forschungsarbeiten aufgestellt, folgen die Register auf das Literaturverzeichnis, das seinerseits auf den Text folgt.

Damit der Hauptteil übersichtlich bleibt, werden Teile einer Abschlussarbeit, die vorwiegend aus Gründen der Dokumentation erforderlich sind wie ein Vordruck, ein Fragebogen oder die Grundauszählung einer Erhebung, in Anhänge aufgenommen. Jeder Anhang wird mit dem Wort Anhang und einem Großbuchstaben gekennzeichnet und beginnt auf einer neuen Seite.

Die Seiten des gesamten Berichts werden fortlaufend mit Zahlen aus arabischen Ziffern benummert, beginnend mit der Titelseite und endend mit der letzten bedruckten Seite. An Universitäten wird manchmal noch ein älteres Verfahren der Seitenbenummerung praktiziert, nach dem die erste Textseite mit der Zahl 1 versehen wird, alle Seiten vor der Textseite 1 werden mit römischen Zahlen benummert.

Vorteil der DIN-Normen

Diese formalen Regeln zur Gestaltung schriftlicher Referate, Hausarbeiten und Abschlussarbeiten beruhen auf Vorgaben der DIN-Normen. DIN-Normen repräsentieren die anerkannten Standards des professionellen Vorgehens, sie sind weit verbreitet, in Naturwissenschaft und Technik allerdings mehr als in den Sozial- und Geisteswissenschaften. Ihre Einhaltung entlastet ähnlich wie die Rechtschreibung von der Suche nach eigenen Lösungen und deren Rechtfertigung. So werden für den Druck wissenschaftlicher Berichte selbstverständlich genormte Papierblätter des Formats DIN A 4 benutzt, statt mühsam für jeden Bericht ein eigenes Papierformat zu entwickeln. Neben den DIN-Normen ist in allen Berichten und Qualifikationsarbeiten die Beachtung von Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung erforderlich.

Literatur- und Quellenhinweise

  • DIN 1421: 1983-01. Gliederung und Benummerung in Texten
  • DIN 1422-1: 1983-02: Veröffentlichungen aus Wissenschaft, Technik, Wirtschaft und Verwaltung. Gestaltung von Manuskripten und Typoskripten
  • DIN 1422-4: 1986-08: Veröffentlichungen aus Wissenschaft, Technik, Wirtschaft und Verwaltung. Gestaltung von Forschungsberichten
Prof. Dr. Mintken, Prof. Dr. Mintken

Karl-Heinz Mintken - Prof. Dr. Karl-Heinz Mintken VDI Freier Wissenschaftler Dipl.-Päd. Dipl.-Ing. Aktuell: Lehr- und Prüfungstätigkeit ...

rss