
- Lewis Hamilton war in Abu Dhabi deutlich überlegen - Nic Redhead
Nach wochenlangen Querelen hat Lewis Hamilton auch sportlich wieder für Schlagzeilen gesorgt und seinen dritten Sieg in der Saison 2011 eingefahren. Sebastian Vettel, der die Pole Position errungen hatte, ereilte nach zwei Kurven ein Reifenschaden, bei dem die Aufhängung arg beschädigt wurde. Red-Bull-Teamkollege Mark Webber sorgte mit seiner Drei-Stopp-Taktik für die einzige Spannung in der Spitzengruppe, war damit aber letztlich chancenlos. Felipe Massa rettete nach einer durchwachsenen Leistung den fünften Platz vor Nico Rosberg und Michael Schumacher.
GP von Abu Dhabi: Hamilton perfekt unterwegs
Nach dem Ausscheiden des Weltmeisters hatte der Engländer freie Fahrt und ließ sich den Erfolg nicht mehr nehmen. Lediglich Alonso hielt halbwegs Druck aufrecht, eine tatsächliche Möglichkeit, den McLaren-Piloten zu attackieren, ergab sich aber nicht. Wie ein Uhrwerk spulte der 26-Jährige sein Rennen ab und sicherte sich absolut verdient die 25 Punkte für P1. Dennoch büßte er die Chancen auf den Titel des Vize-Champions heute ein. Jenson Button hat die besten Karten, Webbers Chancen sind nur mehr hypothetisch. Dem Australier machte ein misslungener erster Stopp zu schaffen, dessen Zeitverlust er nicht mehr kompensieren konnte.
Dreikampf zwischen Button, Webber und Massa
Damit war das Podium zunächst außer Reichweite. Vorher hatte sich Vettels Stallgefährte mit dem McLaren mit der Nummer 4 duelliert. Dahinter folgten Massa und mit etwas Abstand die Mercedes GP. Die Rundenzeiten Buttons waren im Vergleich zu Hamilton deutlich zu langsam. Gegen Rennmitte wurde der Grund offenbar und zugleich gelöst: Das Kers funktionierte nicht.
Bis dahin hatte Massa mit Webber im Schlepptau aufgeschlossen. Nach einem Quersteher des Brasilianers konterte er das Überholmanövers seines Konkurrenten umgehend. Eine weitere Chance zum Angriff ergab sich nicht, so dass Red Bull den einzig verbliebenen Fahrer vorzeitig zum Reifenwechsel bat. Einen Umlauf später wechselte Button im Gegensatz zu Webber vorher auf harte Pneus. Erwartungsgemäß war der Australier nun schneller und ging in Runde 42 vorbei. Der McLaren-Pilot bewies aber Cleverness und verteidigte sich nicht mit vollem Risiko, wissend dass sein direkter Rivale ein weiteres Mal seine Crew besuchen würde müssen. Das Duell zwischen Webber und Massa entschied der Ferrari-Mann durch einen halben Dreher letztlich selbst gegen sich.
Rosberg und Schumacher im Soll
Immerhin behauptete er sich damit knapp gegenüber Nico Rosberg, der diesmal Michael Schumacher deutlich beherrschte. Nur im Startgewirr ging der Rekord-Weltmeister kurzzeitig vorbei. Während des ersten Halts musste der 42-Jährige den parallel stoppenden Adrian Sutil passieren lassen. Gegen Ende des zweiten Stints legte Schumacher aber an Geschwindigkeit zu und holte sich die verlorene Position nach dem zweiten Reifenwechsel zurück.
Rosberg fuhr zwischenzeitlich sogar auf dem virtuellen Podium, realistisch war dieses Ziel aber nie. Schließlich fehlte nicht viel, um sich den nicht ganz souveränen Massa zu schnappen. Das Resultat des Silberpfeil-Duos war absolut im grünen Bereich. Mercedes ist die vierte Kraft, dies wird sich in diesem Jahr nicht mehr ändern. Der Blick geht bereits voraus in die kommende Saison.
Sutil und di Resta in den Punkten – Glock im Ziel
Ebenso einträchtig gelangten Adrian Sutil und sein Stallgefährte bei Force India das Ziel nach 55 Runden. Als Achter und Neunter sammelten sie wertvolle Zähler für ihr Team in der Konstrukteurs-WM. Der Vorsprung auf Toro Rosso sollte nun ausreichend sein, um den sechsten Rang zu halten. Auch Sauber hat durch Kamui Kobayashi, der vor allem im vergangenen Jahr für viel Freude gesorgt hatte, gepunktet. Das Red-Bull-Schwester-Team liegt nun einen Zähler hinter den Schweizern. Dort ist also in Brasilien noch alles drin.
Um Punkte kann Timo Glock nach wie vor nicht mitfahren. Heute brachte er seinen Marussia Virgin auf Position 19 über die Distanz. Während der Abstand auf Jarno Trulli im Lotus mit rund einer halben Minute noch akzeptabel war, war die Differenz zu dessen Kollegen Heikki Kovalainen mit über 90 Sekunden sicher nicht nach dem Geschmack des Odenwälders.
