Die Rennstrecke von Hockenheim hatte am 20. Juli 2012 allen Anlass zum Feiern: Mit dem Start in das Wochenende des Großen Preises von Deutschland beging die Strecke das zehnjährige Jubiläum des neuen Streckenverlaufs. Auf ihm fährt die Formel 1 am Sonntag ein Rennen über 67 Runden und 306,458 Kilometer. Ebenso im Regen, wie er beim 2. Freien Training immer wieder die Platzierungen der Fahrer durcheinanderwirbelte? Pastor Maldonado war es, der im 2. Freien Training am Freitag mit 1:27,476 Minuten ganz vorne lag. Jenson Button und sein wiedererstarkter McLaren-Mercedes jedoch dominierten das 1. Freie Training, das er auf Rang eins mit 1:16,595 beendete und damit Tagesbestzeit fuhr. Hinter ihm Teamkollege Lewis Hamilton, dahinter Fernando Alonso und Michael Schumacher, der seinen Mercedes im Nachmittagstraining gegen die Reifenstapel setzte. Seine Schuld, zu viel verlangt bei Regen oder zu geringe Bodenfreiheit durch einen schleichenden Plattfuß?

Hier: Abschlusstraining Hockenheim, Alonso auf Pole

Zusammenfassung 2. Freies Training Hockenheim 2012

Viel passiert ist im 2. Freien Training zum GP Deutschland nicht: Regenschauern und 18° C Außen- sowie ebensoviele Grad Streckentemperatur, das waren kaum Bedingungen für neue Rekorde. Im Vergleich zum Vormittag lagen die Rundenzeiten etwa 20 Sekunden höher. Aufgrund der sich immer ändernden Streckenbedingungen jagte ein Fahrer dem anderen die Bestzeit ab. Lesen Sie hier in chronologisch korrekter Reihenfolge, wer jeweils vorne lag: Rosberg, Vettel, Schumacher, Vergne, Rosberg (auf Intermediates dann), Alonso, Rosberg, Massa, Pérez, Grosjean, erneut Schumacher, Grosjean, Massa, Hamilton, Vettel, Button sowie Pastor Maldonado, der mit dem Williams 1:27,476 hinlegte und damit die Bestzeit des Nachmittagstrainings ablieferte.

Dreher von Michael Schumacher

Dann war die Strecke zeitweise leer, bis Lewis Hamilton auf Intermediates noch ein paar Runden drehte, aber ebenso wie der ihm folgende Michael Schumacher auf Regenreifen nichts mehr reißen konnte. Toro Rosso-Pilot Ricciardo landete kurz vor Sessionsende im Kiesbett. Und auch Michael Schumacher kam eingangs Motodrom zu schnell ums Eck, drehte sich und sorgte per zerstörtem Heck und Front für eine Rundumerneuerung des Mercedes F1 W03 sowie eine Nachtschicht für seine Mechaniker. Dennoch: Der Stuttgarter Renner lieferte eine gute Performance ab. Am Ende ergab sich folgendes Klassement: Maldonado, Rosberg, Vettel, Pérez, Grosjean, Hülkenberg, Ricciardo, Button, Webber, Räikkönen, Vergne, Massa sowie Kobayashi auf 13.

1. Freies Training in Hockenheim: Jenson Button zurück, Schumacher Vierter

Die Erfolgskurve des ersten Siegers der Saison 2012 ist im Grunde keine: Jenson Button kam beim Grand Prix von England in Silverstone auf Rang 10. Zum Rennen in Deutschland traten die McLaren mit neuen Seitenteilen und einer modifizierten Auspuffanlage an. Prompt legte Jenson Button mit 1:16,595 die beste Zeit des Freitagvormittages hin, der von kühlen 19 Grad und Regenschauern geprägt war. Kobayashi, Maldonado und Hamilton leisteten sich kleine Ausflüge ins Kiesbett, die ohne Folgen blieben. Button, Hamilton, Alonso, Schumacher und Sergio Pérez, so die fünf ersten Platzierungen vom Freitagvormittag. Vettel nur auf Rang elf. Williams-Ersatzpilot Valtteri Bottas fuhr zwei Minuten vor Sessionsende durch das Kiesbett in die Reifenstapel, blieb aber unverletzt.

Daten und Fakten zu Hockenheim: Rundenrekord aus 2004

Der Rundenrekord in Hockenheim wurde von Kimi Räikkönen auf McLaren mit 1:13,780 Minuten in die Geschichtsbücher der Formel 1 eingetragen. DRS kann auf 59 Prozent einer Qualifying-Runde eingesetzt werden; dies ist der vierthöchste Wert der Saison. Der Kurs ist 4,574 Kilometer lang; auf 64 Prozent der Strecke kann Vollgas gefahren werden. In den sieben Rennen der letzten zehn Jahre kam das Safety Car in Hockenheim nur zwei Mal zum Einsatz. Schnellster in Sachen Topspeed im 1. Freien Training 2012: Michael Schumacher, der auf der Geraden 316 Kilometer pro Stunde Spitze fuhr; knapp vor dem Teamkollegen Nico Rosberg mit 315. Von dieser Geschwindigkeit war beim 2. Freien Training wegen des schlechten Wetters nichts zu sehen.

Nico Rosberg und Michael Schumacher beim Warm up bei Mercedes

Insgesamt 7.000 Mitarbeiter der Daimler AG bekamen im Vorfeld des Grand Prix Besuch von Nico Rosberg und Michael Schumacher. Am 18. Juli gaben die beiden Rennfahrer ein Gastspiel in den Werken Rastatt und Affalterbach an den Produktionsstätten der A- und B-Klasse sowie des SLS. In der Motorenabteilung montierten Nico und Michael die Kolben und Zylinderköpfe eines Achtzylinder-Motors, der für den neuen CLS 63 AMG Shooting Brake bestimmt war. Besonders wichtig war den Fahrern, einige Worte mit ihren Kollegen zu wechseln. Hierzu nahmen beide Piloten auf einer Bühne im Freien an einer ausgedehnten Frage- und Antwortrunde mit Mercedes-Benz Mitarbeitern teil und überreichten die Schlüssel für zwei brandneue B-Klasse-Autos an ihre glücklichen Kunden.

Michael Schumacher und seine Gefühle beim Heimrennen

Schumacher äußerte sich zu seinen Heimatgefühlen in Deutschland, nach denen er gefragt wurde: "Ich werde häufig gefragt, ob es in einem so internationalen Sport wie unserem überhaupt noch so etwas wie einen Heimvorteil geben kann, und meine Antwort ist: Heimvorteil vielleicht nicht, aber Heimatgefühle schon. Natürlich fühlt man als deutscher Fahrer eine andere Vorfreude, wenn man zum Grand Prix von Deutschland antritt und weiß, dass alle Zuschauer auf den Tribünen hinter dir stehen. Das macht einen stolz, und es puscht die Motivation automatisch noch etwas höher. Wir sind in diesem Jahr zum ersten Mal als Mercedes-Werksteam in der Lage, immer wieder mal da vorne rein zu fahren, und daher wünschen wir uns natürlich viel Unterstützung von den Fans."

Nico Rosberg wusste sehr persönliche Erinnerungen zu Hockenheim zu erzählen: "Vor meinem Formel 1-Einstieg habe ich auf dieser Strecke sehr oft gewonnen und ich werde das letzte DTM-Rennen meines Vaters dort im Jahr 1995 niemals vergessen. Ich saß mit ihm auf dem Dach seines Autos und fuhr durch das Motodrom – in diesem Moment dachte ich mir 'Wie cool ist das?!' und entschloss mich, wie er Rennfahrer zu werden. Ich werde alles geben, um vor unseren Fans auf der Mercedes-Tribüne ein gutes Resultat zu erzielen, das wir dann hoffentlich gemeinsam feiern können. Die Strecke sollte unserem Auto mehr entgegenkommen als Silverstone. In Hockenheim gibt es lange Geraden und kurze Kurven – das sollte dem Silberpfeil liegen.“

Hier: Alle Teams 2012 im Kurzüberblick, Fahrer und Geburtstage

Fahrer-WM: Stand vor der Halbzeit, dem 10. Rennen der Saison 2012

Bisher hat Suite101.de darauf verzichtet, Punktestände zur Fahrer-WM in die Berichte zu integrieren, weil sie zu Beginn einer Saison von 20 Rennen keine Rückschlüsse auf den späteren Champion zulassen können. Zur Halbzeit jedoch hier die Fahrerwertung im Kurzüberblick: 1. Fernando Alonso 129 / 2. Mark Webber 116 / 3. Sebastian Vettel 100 / 4. Lewis Hamilton 92 / 5. Kimi Räikkönen 83 / 6. Nico Rosberg 75 / 7. Romain Grosjean 61 / 8. Jenson Button 50 / 9. Sergio Perez 39 / 10. Pastor Maldonado 29 / 11. Paul di Resta 27 / 12. Michael Schumacher 23 / 13. Felipe Massa 23 / 14. Kamui Kobayashi 21 / 15. Bruno Senna 18 / 16. Nico Hulkenberg 17 / 17. Jean-Eric Vergne 4 / 18. Daniel Ricciardo 2. Bei den Konstrukteuren führt Red Bull vor Ferrari, Lotus, McLaren und Mercedes.

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