"Olé!" Zum zweiten Mal in 2012 traten die Teams der Formel 1 zu einem Rennwochenende auf der iberischen Halbinsel an: Der Große Preis von Europa wurde nach Valencia vergeben; das zweite Saisonrennen auf spanischem Boden. Der 5,419 km lange Valencia Street Circuit führt durch den Hafen Juan Carlos l.; mit fünf normalen Überholmanövern im Rennen war Valencia 2011 der Grand Prix mit den zweitwenigsten Überholmanövern vor Indien. Mit 252 Metern ist die Länge der Boxengasse, in der die Geschwindigkeitsbegrenzung gilt, sogar kürzer als diejenige von Monaco mit 301 Metern. Die Renndistanz: 308,883 Kilometer über 57 Runden. DRS kann für 59,7 Prozent einer Qualifyingrunde genutzt werden; nach Montreal und Monza ist das der dritthöchste Wert. Am ersten Trainingstag zeigten sich alle Topteams in Bestform. Bestzeiten von Button, Vettel, Alonso, Schumacher und Rosberg sowie den Schnellsten des Vormittages Pastor Maldonado wechselten sich ab. Das Wetter: Ein Mix aus Bewölkung und Sonne bei 23 Grad Luft- und 27 Grad Streckentemperatur am Vormittag; beim Nachmittagstraining war die Asphaltdecke um sechs Grad aufgeheizter. Sebastian Vettel war mit seinem Red Bull Tagesschnellster vor Nico Hülkenberg auf Force India und Kamui Kobayashi auf Sauber C31. Michael Schumacher erreichte die viertschnellste Zeit des Tages.

2. Freies Training GP Europa: Highlights

Ein Dreher von Pedro de la Rosa zur Halbzeit des 2. Freien Trainings blieb ohne Folgen für den Rennfahrer. Kurze Zeit später versuchte Romain Grosjean im Lotus Michael Schumacher zu überholen, verschätzte sich und musste in die Auslaufzone ausweichen. Die zweite Sitzung stand zunächst im Zeichen der Zeitenjagd, doch dann überwog das Sammeln von Informationen zur Rennstrecke und damit das um durchschnittlich sechs Sekunden langsamere Fahren mit vollen Tanks. Die konstantesten Zeiten, so Beobachter RTL, fuhr Kimi Räikkönen. Der Sender spekulierte, ob der Finne der achte Sieger im achten Rennen würde. Pirelli hat den Teams für Valencia die Reifenmischungen Soft und Medium zur Verfügung gestellt.

1. Freies Training GP Europa Zusammenfassung

Das Vormittagstraining in Valencia erwies sich als Sternstunde für Mercedes, denn nur eine knappe Viertelstunde vor Ende raste Michael Schumacher mit 91 Tausendstel auf Platz zwei hinter seinem Teamkollegen Nico Rosberg. Doch im Laufe der eineinhalb Stunden änderte sich das Gefüge auch für den leidgeprüften McLaren-Fahrer Jenson Button, der seinen in den letzten Rennen schlecht laufenden MP4-27 endlich wieder auf Touren bringen konnte: Rang vier, vier Plätze vor Hamilton im zweiten McLaren-Mercedes. Vettel und Webber auf den Red Bull landeten auf den Rängen direkt hinter dem Führenden: Pastor Maldonado auf Williams markierte mit 1:40,890 die Bestzeit am Vormittag, an dem alle Fahrer auf der härteren Reifenmischung unterwegs waren.

O-Ton: Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug zum GP Europa

Haug: "Der Große Preis von Europa ist nach Monaco und Montreal das dritte aufeinanderfolgende Stadtrennen. Sieben Kurven werden in Valencia mit weniger als 100 Kilometer pro Stunde gefahren, aber die erzielte Höchstgeschwindigkeit ist ähnlich hoch wie zuletzt in Kanada. Im Laufe einer Runde wird fünfmal von über 285 Stundenkilometer auf unter 100 heruntergebremst. Nicos Rennen und seine Rundenzeiten in Kanada bei Streckentemperaturen von über 40 Grad haben gezeigt, dass unser Auto bei entsprechender Abstimmung gut mit solchen extremen Gegebenheiten zurechtkommen kann. Wir wollen bei Michaels Auto die gleiche Zuverlässigkeit sicherstellen, die wir in diesem Jahr an Nicos Auto erlebt haben, der bislang alle Rennrunden der Saison absolviert hat.

Jenson Button im Blick der Fans und von Suite101.de

Die negative Formkurve von Vizeweltmeister Jenson Button im Jahr 2012 sorgte dafür, dass viele Fans ihr Augenmerk auf den McLaren-Fahrer richteten. Nach zwei Podestplätzen bei den ersten drei Rennen inklusive des Gewinnens des Saisonauftakt in Melbourne rutschte Button auf den achten Platz der Fahrerwertung ab. In den letzten vier Rennen vor Valencia erzielte der von einem Mercedes Motor angetriebene Pilot ganze zwei Punkte, während sein Teamkollege Lewis Hamilton die Tabelle vor dem Rennen in Valencia anführte. Schlechteste Performance: Der Grand Prix Kanada 2012, bei dem Button nach drei wegen gravierender Reifenprobleme eingelegten Boxenstopps nur Platz 16 erreichte; auf den Sieger und Teamkollegen Lewis Hamilton eine Runde verlierend.

McLarens Technischer Leiter Simon Roberts erklärte gegenüber den Kollegen der Fachzeitung Motorsport Aktuell, dass beide Rennfahrer mit identischen Autos angetreten seien, doch der Fehler wohl in der individuellen Anpassung auf den Fahrstil hin zu suchen gewesen sei. Im Vergleich der beiden Wagen sei zu erkennen gewesen, dass an Buttons Setup nichts grundlegend falsch war, in den Feinheiten aber Unterschiede vorhanden gewesen wären. Doch, so Roberts zu den Schweizer Motorsportjournalisten: "Wir sind optimistisch, dass wir die Unterschiede für Valencia identifizieren konnten und werden Jenson sowohl für das Qualifying als auch für das Rennen ein etwas anderes Auto bereitstellen." Fehler im KERS-System bremsten Button im Vormittagstraining aber wieder ein.

Ergebnisse 2. Freies Training Grand Prix Europa in Valencia

Sebastian Vettel beendete das 2. Freie Training mit der Bestzeit von 1:39,334. Auf den weiteren Rängen: 2. Hülkenberg/Force India 0,131 Sekunden zurück. 3. Kobayashi/Sauber +0,261 / 4. Schumacher/Mercedes +0,267 / 5. Senna/Williams +0,310 / 6. Di Resta/Force India +0,366 / 7. Alonso/Ferrari +0,399 / 8. Grosjean/Lotus +0,534 / 9. Webber/Red Bull Racing +0,567 / 10. Rosberg/Mercedes +0,592 / 11. Räikkönen/Lotus +0,611 / 12. Button/McLaren +0,656 / 13. Maldonado/Williams +0,741 / 14. Hamilton/McLaren +0,813 / 15. Massa/Ferrari + 0,910 / 16. Pérez/Sauber +1,177 / 17. Petrov/Caterham +1,629 / 18. Ricciardo/Scuderia Toro Rosso +1,787 / 19. Kovalainen/Caterham +1,863 / 20. Vergne/Scuderia Toro Rosso +1,929.

Hier Update: Abschlusstraining zum GP Europa in Valencia 2012

Auf Rang 21 landete Timo Glock auf Marussia mit +3,090 Sekunden Rückstand. Am Ende des Feldes: 22. Pic/Marussia +3,624 / 23. Karthikeyan von Hispania Racing mit 4,867 und dessen Teamkollege Pedro de la Rosa mit 4,926 Rückstand auf Rang 24. Doch diese Zeiten am ersten Trainingstag sagen grundsätzlich nicht allzuviel aus, weil die Teams ausprobieren, reparieren, abstimmen und Daten sammeln. Dementsprechend entspannt präsentierten sich auch die Fahrer. Die schnellsten Bilder von der Rennstrecke aus Valencia lieferte erneut Vodafone McLaren Mercedes, die eigentlich immer unmittelbar nach den Trainingssessions und dem Rennen für optimales Bildmaterial sorgen.

Hier: Formel 1 Saison 2012, Teams, Fahrer und Geburtstage

Vorschau GP Valancia: Peter Sauber im Interview