Formen und Phasen von Innovationen nach Definition der OECD

Innovationen - Prof. Dr. Mintken
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Innovationen sind unverzichtbar für Fortschritt und Erfolg in der Wirtschaft. In dem Grünbuch der EU-Kommission werden 4 Formen der Innovation unterschieden

Die OECD in Paris definiert Innovationen umfassend als die Umsetzung einer Idee in neue oder verbesserte käufliche Produkte oder Dienstleistungen, in operationelle Verfahren in Industrie oder Handel oder in eine neue Form sozialer Dienstleistung. Dieser Definition hat sich auch die EU-Kommission in ihrem Grünbuch zur Innovation angeschlossen.

Formen der Innovation

Die Innovation betrifft je nach Inhalt:

  • neue oder verbesserte käufliche Produkte, Beispiele dafür sind das Internet-Radio und das Elektroauto,
  • neue oder verbesserte käufliche Dienstleistungen, Beispiele dafür sind Internet-Auktionen und Angebote für den Internet-Zugang,
  • operationelle Verfahren in Industrie oder Handel, Beispiele dafür sind grundlegend veränderte Produktionsverfahren, die Nutzung digitaler Vermittlungstechnik in der Telekommunikation und der Online-Verkauf im Handel,
  • eine neue Form sozialer Dienstleistung, Beispiele dafür sind die ambulanten Pflegedienste und die Leistungen der Tagesmütter.

Produkte, Verfahren und Dienstleistungen

Es können also grundsätzlich 4 Formen der Innovation unterschieden werden:

  • Produktinnovationen,
  • Verfahrensinnovationen,
  • innovative gewerbliche Dienstleistungen,
  • innovative soziale Dienstleistungen.

Manchmal steht eindeutig das innovative Produkt im Vordergrund, manchmal das Verfahren. Es gibt aber auch Fälle, in denen eine Zuordnung zur Gruppe Produktinnovation oder zur Gruppe Verfahrensinnovation nicht eindeutig möglich ist, zum Beispiel beim Mobiltelefon: Das Gerät ist ohne Netz zum Telefonieren nicht geeignet. Solche Fälle werden häufig durch die Bezeichnung Systeminnovation erfasst.

Phasen im Innovationsprozess

Ein Innovationsprozess kann in verschiedene Phasen gegliedert werden. Am Anfang steht die Idee, in diesem Zusammenhang auch als Invention bezeichnet. Das Hervorbringen einer neuen Idee ist aber für sich alleine noch keine Innovation, entscheidend ist die Umsetzung bzw. Anwendung dieser neuen Idee, auch als Implementation bezeichnet. Klappt die Implementation, steht einer Ausbreitung nichts entgegen, dies ist die Phase der Diffusion. Alternativ zu diesem Modell mit 3 Phasen sind aber auch andere Einteilungen möglich, wie Kreativitätsphase, Marketinguntersuchung, Forschung und Entwicklung, Konzeptionsphase, Produktion und Vertrieb.

Neuerungsgrad der Innovation

Probleme bereitet manchmal auch der geforderte Neuigkeitsgrad. Unterschieden werden können bahnbrechende Projekte und schrittweise ständige Verbesserungen. Organisationen wird empfohlen, ständig nach einer Verbesserung der Wirksamkeit und Effizienz ihrer Prozesse streben, anstatt darauf zu warten, dass solche Verbesserungsgelegenheiten durch eine Störung aufgedeckt werden.

Bahnbrechende Projekte als radikale Innovationen stellen einen Bruch mit dem Bisherigen darstellen, wie die Einführung eines neuen Impfstoffs oder die Einführung der CD. Mit schrittweise ständigen Verbesserungen als progressive Innovationen werden Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen schrittweise verbessert, wie es von der kontinuierlichen Verbesserung über die Generationen der Mikroprozessoren bekannt ist.

Für die ständige Prozessverbesserung werden nach DIN EN ISO 9004 Personen der Organisation als beste Ideenquelle angesehen. Der Organisationsleitung wird daher empfohlen, eine Kultur zu schaffen, die Personen der Organisation aktiv in die Suche nach Möglichkeiten für die Leistungsverbesserung von Prozessen, Tätigkeiten und Produkten einbezieht, um auf diese Weise die Zukunft der Organisation und die Zufriedenheit der Beteiligten zu unterstützen. Die schrittweise Verbesserung entspricht weitgehend der in modernen Betrieben üblichen Praxis, sie stellt den aktuellen Standard im betrieblichen Leistungsprozess dar.

Wirtschaftliche Bedeutung der Innovationen

Innovationen sind die Treiber der wirtschaftlichen Entwicklung und werden daher als Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit und das Wachstum von Unternehmen, Branchen und Volkswirtschaften angesehen. Bereits 1912 stellte der bekannte Wirtschaftswissenschaftler Schumpeter die Durchsetzung von Neuerungen als Kern der wirtschaftlichen Entwicklung heraus. Nach seinem Verständnis von Innovation und Entwicklung setzen dynamische Unternehmer als Neuerungen neue Kombinationen der Produktionsfaktoren durch, die den alten Kombinationen im Wettbewerb überlegen sind. Dadurch werden alte Unternehmen oder Branchen verdrängt. Schumpeter bezeichnet dies als einen Prozess schöpferischer Zerstörung. Nur innovative Unternehmen und Volkswirtschaften können im Wettbewerb bestehen. Empfohlen wird daher, in Unternehmen und Volkswirtschaften gute Bedingungen für Innovationen zu schaffen und notwendige Schritte des Wandels gezielt zu fördern.

Literatur- und Quellenhinweise

DIN EN ISO 9004: 2009-12

Europäische Kommission: Grünbuch zur Innovation. 1995, Dokument KOM/95/0688 ENDG, last update 2005-11-04.

Hauschildt, Jürgen; Salomo, Sören: Innovationsmanagement. 5. Aufl. Vahlen München 2011

Schumpeter, Joseph: Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung. Duncker & Humblot Berlin 2006 (Nachdruck der Original-Ausgabe 1912)

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Karl-Heinz Mintken - Prof. Dr. Karl-Heinz Mintken VDI Freier Wissenschaftler Dipl.-Päd. Dipl.-Ing. Aktuell: Lehr- und Prüfungstätigkeit ...

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