
- Falesias am Morro Branco Strand - Angelika Gerber - Pinto Lobo
In und um die 2,1 Millionen Einwohnerstadt Fortaleza, im Norden Brasiliens, befinden sich einer der schönsten Dünenstrände. Aber nach Rio de Janeiro und Sao Paulo sind in der Hauptstadt des Bundesstaates Céara auch die meisten brasilianischen Favelas vorzufinden. Obwohl Fortaleza über ein Jahrhundert lang das Wirtschaftszentrum des Nordostens Brasiliens war und der wachsende Tourismus die Wirtschaft auch heute noch ankurbelt und mehr Arbeitsplätze schafft, leben ein Drittel der Einwohner in Favelas. Wenngleich Armut ein großes Problem in der Millionenstadt ist, so ist sie doch reich an der Schönheit ihrer natürlichen Umgebung .
Wissenswertes über Fortaleza
Aus dem Portugiesischen übersetzt heißt Fortaleza „Festung“. Als am Anfang des 16. Jahrhunderts die Portugiesen ihre koloniale Eroberung vor den Holländern, sowie den Ureinwohnern Brasiliens schützen wollten, erbauten sie eine Festung. Die Festung konnte zwar keine Invasionen verhindern, doch der Name der brasilianischen Stadt erinnert noch heute an ihren Ursprung und ihre Geschichte. Die Stadt Fortaleza an sich ist nicht gerade schön. Ein Betonblock nach dem anderen und viele Favelas verleihen Fortaleza auf den ersten Blick einen eher deprimierenden Charakter. Nichts desto trotz hat man von dort aus die Möglichkeit tolle Ausflüge zu atemberaubenden Stränden und anderen faszinierenden Naturgebieten zu machen.
Lagoinha - paradiesisches Piratenversteck
124 Kilometer von Fortaleza entfernt, befindet sich der in Paraipaba gelegene Strand "Lagoinha". Obwohl auch der 8 Kilometer lange Hauptstrand von Fortaleza, Praia do Futuro, wunderschöne Abschnitte besitzt, kann er nicht mit der Unberührtheit und dem Facettenreichtum von Lagoinha mithalten. Hier kann man stundenlang spazieren oder unterhaltsame Buggy-Fahrten unternehmen ohne auch nur eine Menschenseele anzutreffen. Natürlich hängt dies auch von der Saison ab. In der Wintersaison – in der sich die Durchschnittstemperaturen auch um die 30 Grad bewegen – ist es wahrscheinlicher einen isolierten und ruhigen Strand vorzufinden, als in der Sommersaison. Neben gelben und roten Sanddünen, bezaubert Lagoinha außerdem mit seiner interessanten Vergangenheit, in der der Strand als Versteck für französische Piraten diente.
Morro Branco - farbenreiche "Falesias"
Ähnlich wie auch der Lagoinha, zeichnet sich Morro Branco durch endlos lange und teilweise menschenleere Sand- beziehungsweise Dünenstrände aus, die entweder zu Fuß oder mit Strandbuggies passierbar sind. In Beberibe gelegen, ist Morro Branco nur 80 Kilometer vom Zentrum Fortalezas entfernt und eignet sich daher bestens für einen Tagesausflug. Was Morro Branco von Lagoinha unterscheidet sind die „Falesias“, sogenannte Sandfelsen. Die Falesias sehen aus wie Felswände, bestehen jedoch ausschließlich aus Sand. Sie sind mehrere Meter hoch und erstrecken sich über Kilometer entlang Beberibes Küste. Besonders ist auch, dass diese „Sandfelsen“ bis zu zwölf verschiedene Sandfarben aufweisen. Die Falesias sind für Touristen zugänglich. Dabei führt immer nur ein Weg zwischen den Sandwänden direkt zum Strand. Dieser Ausgang befindet sich jedoch wechselnd an einem anderen Ort, da das Eindringen von Meerwasser die Falesias regelmäßig verformt. Ebenfalls sehenswert sind die vielen schönen Kaktusse. Diese sind rund um die - in einem Trockengebiet liegende - Stadt Fortaleza weit verbreitet und sogar auf den Falesias wachsend zu bestaunend.
Quellen:
Carl D. Goerdeler, HelmuthTaubald. Marco Polo Reiseführer. Brasilien. Mairdumont. 2008
Harry Adès. The Rough Guide to South America. Rough Guides. 2004
