
- Luther-Denkmal mit Frauenkirche Dresden - Martina Berg
Nur Bilder, die gefunden werden, können auch verkauft werden. Damit potentielle Kunden die Möglichkeit haben, Ihre Bilder auch zu finden, müssen Sie diese möglichst ausführlich beschreiben.
Sie können die Schlagworte (Neudeutsch auch Keywords genannt) direkt auf den Seiten der Bildagenturen beim Hochladen der Fotos eingeben oder aber – und das ist auf jeden Fall einfacher und zeitsparender – vor dem Upload per FTP in Ihrer Bildverwaltungs- oder Bildbearbeitungssoftware.
Schreibweise der Schlagworte für Ihre Fotos
Einige Bildagenturen wünschen sich sowohl Ein- als auch Mehrzahl (z.B. Storch, Störche) eines Begriffs, andere sehen dies nicht so gerne. Hier würde jeweils die Einzahl genügen. Wenn Sie mehrere Bildagenturen beliefern, dann machen Sie sich die Mühe und geben jeweils Einzahl und Mehrzahl an. So verdoppeln Sie Ihre Chancen, von einem Bildkäufer gefunden zu werden. Verwenden Sie ruhig deutsche Umlaute – die heutigen Suchmaschinen haben damit keine Probleme mehr!
Bildinhalt beschreiben – was zeigt das Foto?
Beschreiben Sie zunächst einmal einfach alles, was auf Ihrem Foto zu sehen ist. Hier ein Beispiel aus dem Bereich der Reisefotografie die Schlagworte (oder neudeutsch: Keywords) für ein Foto der Dresdner Frauenkirche mit dem Luther-Denkmal:
Dresden, Frauenkirche, Dresdner, Martin Luther, Lutherdenkmal, Luther-Denkmal, Denkmal, Statue, Kirche, Dom, Kuppel, Kirchenkuppel, Sachsen, Landeshauptstadt, Stadt, Kirchturm, Gotteshaus, Wiederaufbau, sehenswert, Sehenswürdigkeit, Deutschland, Europa.
Denken Sie bei geografischen Motiven immer an genaue Ortsbezeichnungen, den Namen der Sehenswürdigkeit (hier die Frauenkirche Dresden), das Bundesland, den Landkreis, Landschaftsbezeichnungen, den Staat (Deutschland) und den Kontinent (Europa).
Auch Jahreszeiten, Tageszeiten, Lichtstimmungen (Morgensonne, Sonnenuntergang), Emotionen (idyllisch, romantisch, unheimlich, mystisch) dürfen Sie gern verwenden, wenn diese zu Ihrem Bild passen. Dominierende Farben sollten auch nicht fehlen.
Schreiben Sie die für Ihr Bild wichtigsten Schlagworte immer an den Anfang ihrer Beschreibung. Die Suchfunktionen zahlreichen Bildagenturen gewichten die Suchergebnisse nach der Reihenfolge der Begriffe in der Bildbeschreibung! Sucht ein Kunde nach einem Bild der Frauenkirche in Dresden, so würde das obige Bild in der Ergebnisliste ganz weit oben stehen.
Zusammengehörende Begriffe, die aus mehr als einem Wort bestehen, sollten Sie in Anführungszeichen setzen. Nur so werden diese Begriffe auch von den Suchfunktionen der Bildagenturen als solche erkannt.
Betreiben Sie kein »Keyword-Spamming« indem Sie Begriffe nur deshalb verwenden, weil Sie glauben, daß Ihr Bild dadurch besser gefunden wird (z.B. »Erotik« für das Foto von den Frauenkirche). Sie verärgern damit potentielle Kunden und werden im schlimmsten Fall von Ihrer Bildagentur die Kündigung, wenn dies bei Ihnen Gewohnheit ist!
Slangausdrücke, Dialekte, regionale Namen in Bildbeschreibungen
Denken Sie auch daran, daß in anderen Ländern oder Regionen manche Objekte andere Namen haben – so heißt ein Brötchen anderswo Semmel oder Wecke. Solche Bezeichnungen (auch Dialektworte oder Slangausdrücke) können dazu beitragen, daß Ihr Bild häufiger gefunden wird.
Beschreibungen bei Tieren und Pflanzen
Ohne die genaue Bezeichnung der Art werden Tier- und Pflanzenfotos von den meisten Agenturen gar nicht erst angenommen. Wenn Sie in diesem Bereich viele Motive haben, dann sollten Sie sich ein fundiertes Fachwissen zulegen (und gute Bestimmungsbücher).
Als Beispiel dient diesmal ein Foto eines schreienden Emus: Schreihals, Großer Emu, Dromaius novaehollandiae, Vogel, Laufvogel, flugunfähig, Urkiefervogel, Australien, australisch, Tier, Porträt, Natur, Zoo, Zootier, Schnabel, Augen, Straußenvogel, Strauß.
Neben der Art (Großer Emu) ist auch die Nennung der Gattung (Emus) von Vorteil. Wichtig ist die wissenschaftliche Bezeichnung (Dromaius novaehollandiae). Wenn Sie sich bei der Art nicht sicher sind, dann belassen Sie es in der Beschreibung bei der Nennung der Gattung. Kennen Sie auch diese nicht, dann sind Ihre Chancen, das Bild zu vermarkten recht gering. Fehlerhafte Benennungen können gefährlich werden und eventuelle Schadensersatzforderungen nach sich ziehen (wenn z.B. ein Verlag aufgrund der Angaben ein falsches Bild in einem Naturbuch abdruckt und dies zu einem Rückruf der Auflage führt).
Ein Tipp für Ihren nächsten Zoobesuch: fotografieren außer dem Tier auch das Hinweisschild am Gehege mit dem Tiernamen. Dort finden sich auch meist noch andere Informationen, die für die Bildbeschreibung ganz nützlich sein können. Und kaufen Sie sich einen Zooführer!
Wie finden Sie passende Schlagwörter?
Manchmal ist es nicht gerade einfach, für ein Motiv geeignete Schlagworte zu finden. Wikipedia liefert sehr viele Anregungen. Dann sollten Sie sich ein Synonym-Wörterbuch (Thesaurus) zulegen. Solch ein Nachschlagewerk bietet Umschreibungen für Tausende von Begriffen und Querverweise auf sinnverwandte Wörter. Ein empfehlenswerter Online-Thesaurus ist OpenThesaurus.de.
Sagt Ihnen der Begriff Benchmarking etwas? In der Wirtschaft bedeutet dies, das eigene Unternehmen mit anderen zu vergleichen, um Schwachstellen zu erkennen und sich zu verbessern. Das geht auch beim Verschlagworten: schauen Sie sich in den Bildagenturen Fotos mit ähnlichen Motiven an und lassen Sie sich von den verwendeten Keywords inspirieren. Kopieren Sie aber nicht einfach die Begriffe – zum einen unterliegen diese auch dem Urheberrecht und zum anderen passen diese bestimmt nicht hundertprozentig zu Ihrem Bild.
Englische Übersetzungen der Schlagwörter
Sofern Englisch nicht Ihre Muttersprache ist, dann sollten Sie Ihre Stockfotografenkarriere bei einer deutschsprachigen Bildagentur starten. Später ist es ratsam, auch die eine oder andere englischsprachige Agentur mit Fotos zu beliefern. Sie werden merken, daß bei den »Amerikanern« zum Teil völlig andere Motive nachgefragt werden als bei den deutschen.
Einlieferungen bei englischen Agenturen erfordern allerdings in der Regel die Verschlagwortung in Englisch (einige wenige Ausnahmen wie zum Beispiel iStockphoto übersetzen Ihre deutschen Keywords nach dem Upload mehr oder weniger automatisch ins Englische – hier ist aber trotzdem meist noch eine manuelle Überarbeitung erforderlich).
Das Internet bietet Ihnen natürlich auch für die Übersetzung einige Hilfen sprich automatische Übersetzungsprogramme. Ein Beispiel für solche Dienst ist Babel Fish. Teilweise liefert dieses Programm allerdings recht lustige Übersetzungen – kopieren Sie nicht einfach alles ungeprüft. Zusätzlich leistet auch heute noch immer ein Wörterbuch in Papierform sehr gute Dienste.
Gerade bei Tier- und Pflanzenbezeichnungen stoßen die meisten Online-Übersetzungsprogramme und auch viele Lexika an Ihre Grenzen. Um hier die englische Bezeichnung zu finden suchen Sie via Google einfach in englischen Internetseiten nach dem wissenschaftlichen Namen. In der Regel finden Sie so auch den englischen Namen.
Wenn Sie bei der Verschlagwortung diese Tipps berücksichtigen, dann werden Ihre Bilder mit Sicherheit von möglichen Käufern auch gefunden!
