Francis Scott Fitzgerald im Porträt

Über den Schriftsteller der "Verlorenen Generation"

Sein bekanntestes Werk ist wohl "Der große Gatsby". Fitzgerald hat noch andere große Romane in seinem kurzen Leben geschrieben.

Am 24. Dezember 1896 wurde Francis Scott Fitzgerald in St. Paul, Minnesota, in den Vereinigten Staaten von Amerika geboren. Nach seinem Schulabschluss besuchte er die renommierte Princeton Universität. Das Studium brach er jedoch bald ab, da er sich mehr dem Schreiben und der Literatur widmete, worunter sein Lerneifer beträchtlich litt. Danach verbrachte er zwei Jahre beim Militär. Damit hatte Fitzgerald den typischen Lebensweg eines jungen Menschen der "Verlorenen Generation" zurückgelegt. Der Begriff bezieht sich auf eine Gruppe junger Schriftsteller, die, nachdem sie im ersten Weltkrieg in Europa gedient hatten, die herrschenden Werte in der amerikanischen Gesellschaft der 1920er Jahre nicht mehr anerkennen wollte und sich dagegen in ihren Büchern wehrte.

Fitzgerald lernt seine große Liebe kennen – Zelda Sayre

Kurz nachdem sie sich kennengelernt hatten, verlobten sich Francis und Zelda. Das war 1919, Fitzgerald war gerade 23 Jahre alt. Doch Zelda befürchtete, dass ihr damals armer Verlobter ihr keine gute Zukunft bieten könnte und löste die Verlobung auf. Dies bewog diesen dazu, in größter Eile sein erstes Werk "Diesseits vom Paradies" fertigzustellen, das sich denn auch relativ gut verkaufte und ihm, zumindest vorläufig, finanzielle Sicherheit verschaffte. Somit gewann Fitzgerald seine Zelda zurück, sie zogen zusammen und bekamen 1921 eine Tochter.

Die 1920er Jahre zogen Fitzgerald wieder nach Europa

Dabei beeindruckte ihn besonders Paris. In dieser Zeit knüpfte er auch Freundschaften mit anderen Autoren der "Verlorenen Generation", der berühmteste davon war Ernest Hemingway. Die beiden verband jahrelang eine nicht immer einfache Freundschaft. Jedoch zeigten sie große Bewunderung für die literarischen Werke des jeweils anderen. 1925 erschien "Der große Gatsby", ein Roman, der zu Fitzgeralds Lebzeiten nicht sonderlich erfolgreich war, im Nachhinein aber zu einem der größten Werke der amerikanischen Moderne gezählt wird. In den 20er Jahren wuchs Fitzgeralds generelle Abneigung gegen die Gesellschaft des "Jazz Age". Er und auch andere Autoren der "Verlorenen Generation" sahen deren opulenten Lebensstil und scheinbare Sorglosigkeit als hoffnungslos weit von der Realität entfernt an. Die meisten Romane, die Fitzgerald in dieser Zeit schrieb, ähneln sich im Aufbau der Geschichte und dem Schicksal ihrer Protagonisten, die meistens aus höheren Gesellschaftsschichten stammen und sich selber eine Illusion des Glücks vorgaukeln, wobei sie früher oder später umso rascher von der traurigen Realität eingeholt werden.

Die Ehe mit Zelda – konstruktiv und zugleich destruktiv

Seine Frau hat Fitzgerald stets inspiriert. In vielen seiner Werke finden sich weibliche Protagonisten, die auffällige Charakterzüge Zeldas tragen. So sind die meisten von ihnen zu großen Teilen in sich selbst verliebt und haben einen starken Sinn für die ästhetischen Apsekte des Lebens. Allen sind eine große und starke Persönlichkeit mit einem Hang zum Extremen, die die meisten Männer mit ihrer Eigenwilligkeit an den Rand des Wahnsinns treiben, gemeinsam. In der Ehe der Fitzgeralds fanden sich zwei extreme Persönlichkeiten zusammen. Einerseits inspirierten sich sich gegenseitig, andererseits schaukelten sie sich mit ihren ausschweifenden Lebensstilen auch gegenseitig hoch, was nicht zuletzt das traurige Schicksal beider mitbedingte.

Der Abstieg der Fitzgeralds kam schnell

Sie beide neigten zum exzessiven Umgang mit Alkohol und Geld. Der pompöse Lebensstil, der die Charaktere in Fitzgeralds Geschichten zugrunde richtet, sollte auch ihm und seiner Frau zum Verhängnis werden. Den Erfolg von "Diesseits vom Paradies" konnte Fitzgerald zu Lebzeiten nicht mehr wiederholen. Erneut steckte das Paar in finanziellen Schwierigkeiten und Zelda, die schon länger Tablettenabhängig war, erlitt mehrere Nervenzusammenbrüche und wurde 1930 mit der Diagnose Schizophrenie in ein Sanatorium in Frankreich eingewiesen. Den Rest ihres Lebens verbrachte sie fast ausschließlich in Nervenheilanstalten. 1948 verstarb sie bei einem Brand in einem Krankenhaus in den Staaten. Francis Fitzgerald, der selbst hoffnungslos dem Alkohol verfallen war, unternahm 1934 mit seinem Roman "Zärtlich ist die Nacht" einen letzten verzweifelten Versuch, Ruhm und Reichtum zurückzuerlangen. Doch der Erfolg bleib aus. Am 21. Dezember 1940 verstarb er an einem Herzanfall. Sein Buch "Der letzte Tycoon" bleib unvollendet.

Francis Scott Fitzgerald hinterließ ein bedeutendes Werk

Sein Schicksal und das seiner Frau hat Fitzgerald in seinem Roman "Die Schönen und Verdammten" ironischerweise zu einem Teil vorweggenommen. Heute werden die meisten seiner Bücher als Klassiker der amerikanischen Literatur angesehen, da er das Lebensgefühl und die Werte der damaligen Gesellschaft in seinen lebendigen Geschichten eindrucksvoll verewigt hat.

Simon Strauch, Simon Strauch

Simon Strauch - Geboren und aufgewachsen in Wuppertal. Interesse an fremden Kulturen durch ausgedehnte Reisen nach der Schulzeit geweckt. Mittlerweile ...

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