
- Frankensteins Monster - twm1340/flickr.com
Viktor Frankenstein und sein Monster gehören zweifellos zu den berühmtesten Figuren der Horror-Literatur. Die Idee zu Mary Shelleys Horror-Roman "Frankenstein" kam der damals 17-Jährigen während eines Aufenthalts in der Schweiz am Genfersee. Durch ein Spiel, um die regnerische Zeit zu überbrücken, entstand eine der erfolgreichsten Horror-Geschichten aller Zeiten.
Die Entstehung von Mary Shelleys Frankenstein
Mary Shelley, damals noch Mary Godwin, verbrachte den Sommer 1816 zusammen mit ihrem späteren Ehemann Percy Bysshe Shelley und ihrer Stiefschwester Claire Clairmont am Genfersee in der Schweiz. Dort waren sie Nachbarn des britischen Dichters Lord George Gordon Byron und dessen Freund und Leibarzt John Polidori. Die Fünf verbrachten die verregneten Tage damit, sich gegenseitig Gespenstergeschichten vorzulesen. Daraufhin kam Lord Byron auf die Idee, jeder von ihnen solle seine eigene Gespenstergeschichte erfinden und sie den anderen vortragen.
Experimente mit Leichnamen inspirierten Mary Shelley zu ihrem Roman Frankenstein
Lange Zeit hatte Mary Shelley keine Idee für eine Geschichte, die genauso gut sein sollte, wie die in den Gespensterbüchern. Erst ein Gespräch zwischen Lord Byron und Percy B. Shelley, in dem es um die angeblichen Versuche Darwins ging, einen Leichnam wiederzubeleben, lieferte ihr die nötige Inspiration für ihr Werk. Noch in der gleichen Nacht wurde sie durch Fieberträume geweckt, in denen sie die Höhepunkte ihres Romans vor sich sah.
Die Handlung des Horror-Romans Frankenstein
Es gelingt dem jungen Schweizer Viktor Frankenstein, einen künstlichen Menschen aus Leichenteilen zu erschaffen und zum Leben zu erwecken. Sein Ziel dabei ist es, Schöpfer eines glücklicheren und vollkommeneren Menschengeschlechts zu sein. Als das Wesen jedoch seine Augen öffnet, erkennt Frankenstein, wie grauenhaft seine Schöpfung ist und er läuft schaudernd davon. In der Hoffnung, alles sei nur ein Traum gewesen, schläft er ein. Doch als er erwacht, steht das Monster vor ihm.
Das Geschöpf sehnt sich nach menschlicher Liebe, erfährt allerdings von allen Seiten nur Hass und Abscheu. Es entwickelt schnell Rachegefühle gegenüber Frankenstein und tötet dessen jüngeren Bruder Wilhelm. Um seinen Vater Alphonse, seinen Freund Henri Clerval und seine Geliebte Elisabeth zu schützen, geht Frankenstein auf das Verlangen des Monsters ein und erschafft ihm eine Gefährtin. Nach Vollendung der zweiten Kreatur wird er sich der Abscheulichkeit dieses menschenfeindlichen Geschlechts bewusst und er zerstört sie wieder. Voller Hass tötet das Monster daraufhin Henri Clerval und Elisabeth. Frankensteins Vater stirbt wenig später an seinem gebrochenen Herzen. Viktor Frankenstein verfolgt das Monster durch verschiedene Länder bis in die Polarregionen, wo er letztlich vor Erschöpfung stirbt. Als die Kreatur vom Tod ihres Schöpfers erfährt, zieht sie sich zurück, um sich selbst zu vernichten.
Die Veröffentlichung des Klassikers Frankenstein
Am 14. Mai 1817 beendete Mary Shelley ihren Horror-Roman "Frankenstein oder der moderne Prometheus". Das Werk wurde im Jahr 1818 anonym und mit einem Vorwort von Percy B. Shelley veröffentlicht, weswegen man dachte, es stamme aus seiner Feder. Erst in einem Vorwort zur zweiten Auflage von Frankenstein bekannte sich Mary Shelley zu ihrem Roman.
