
- Der festliche Frankfurter Kranz - Alexander Pfeiffenberg
Der Frankfurter Kranz ist eine Backspezialität, die tatsächlich aus Frankfurt kommt, es jedoch auf viele festliche Kaffeetafeln nicht nur im Frankfurter Raum, sondern in der ganzen Welt geschafft hat.
Frankfurter Kranz – ein echtes Frankfurter Kind
Die genaue Herkunft des Frankfurter Kranzes liegt allerdings im Dunkeln. Zum ersten Mal wird er um das Jahr 1735 erwähnt. Ein (unbekannter) Zuckerbäcker soll ihn kreiert haben, um die Bedeutung Frankfurts als Krönungsstätte hervorzuheben. Für welchen der Kaiser sich dieser Bäcker allerdings stark machte, darüber kann nur spekuliert werden, im Jahr 1735 gab es nämlich keine Krönung. Vielleicht wollte er auch nur den Status der Handelsstadt mit seiner Kreation hervorheben.
So symbolisiert der Kranz eine Krone: Die Hülle aus gestoßenem Krokant soll das Gold der Krone darstellen, die roten Kirschen auf der Oberseite stehen für die schmückenden Rubinsteine. Ein schriftliches Rezept findet sich jedoch erst Anfang des 20. Jahrhunderts in einem Konditoreifachbuch. Diese lange mündliche Überlieferung wird auch der Grund sein, warum sich selbst Fachleute nicht einig sind, ob der Frankfurter Kranz nun aus Sandteig oder Biskuit gebacken wird. Und auch über den Geschmack der Füllung herrscht keine Einigkeit, außer dass es sich um Buttercreme handelt. Diese kann – abhängig vom Konditor – mit Mandeln, Mokka oder Vanille aromatisiert werden. Vielfach werden auch rote Marmelade oder Kirschen in der Füllung wird verwendet.
Frankfurter Kranz – das Familienrezept der Autorin zum Nachbacken
In diesem schon seit Generationen verwendeten Rezept besteht der Frankfurter Kranz aus Sandkuchenteig, der butterzart auf der Zunge zergeht. Als Füllung erhält der Kranz – selbstverständlich – eine selbst hergestellte Buttercreme, verbunden mit roter Marmelade. Auch wenn es inzwischen zahlreiche (neuere) Light-Varianten des Frankfurter Kranzes gibt, ist es der Geschmack dieses Originals mit Buttercreme wert, einmal nicht Kalorienzähler zu sein. Essen Sie einfach nur ein Stück vom Frankfurter Kranz, der Rest kann gut gekühlt durchaus einige Tage aufbewahrt werden.
- Das Rezept startet zunächst mit Arbeit, Sie müssen nämlich nach diesem Original 300 g feinstes Auszugsmehl, 100 g Speisestärke und ½ Päckchen (2 gestrichene Teel.) Backpulver 3 mal (!) durchsieben, augenscheinlich eine Bedingung für einen gelungenen Sandkuchenteig.
- Vermischen Sie dann 300 g feinen Zucker mit der abgeriebenen Schale einer Zitrone, 1 Essl. Milch, 1 Essl. Rum sowie dem Saft der Zitronen. Der Mischung fügen Sie nach und nach 6 Eigelb zu. Die Masse rühren Sie, bis sie dickschaumig ist.
- In einem separaten Gefäß 150 g weiche Butter cremig rühren und diese dann der Eigelbmasse beimischen. Erst jetzt wird die Mehlmischung löffelweise hinzugefügt. Die Eiweiße zu steifem Eischnee schlagen und vorsichtig unterheben.
- Fetten Sie eine Kranzform ein und füllen Sie den Teig ein. Den Kranz bei Mittelhitze (180 °C Umluft) backen. Lassen Sie den Kranz in der Form kurz abkühlen, dann nehmen Sie ihn auf ein Kuchengitter und lassen Sie ihn, am besten bis zum nächsten Tag, gut auskühlen.
- Am nächsten Tag bereiten Sie zunächst die Buttercreme zu. Dafür kochen Sie aus einem Puddingpulver „Vanille“, einem ½ l Milch, 1 Vanillezucker und 3 Essl. Zucker eine Vanillecreme, der abkühlen muss. Dann rühren Sie in einem separaten Gefäß 150 – 250 g (je nach Geschmack mehr oder weniger Butter!) weiche Butter cremig. Mischen Sie den Pudding löffelweise unter, bis eine zartcremige Füllung entstanden ist.
- Schneiden Sie den Kranz quer in drei (etwa gleiche) Ringe. Bestreichen Sie den unteren und den mittleren Ring mit roter Marmelade (Kirsche, Erdbeere oder Himbeere), darüber kommen etwa 2/3 der Buttercreme. Die Ringe werden anschließend wieder zur Kranzform zusammen gesetzt. In manchen Konditoreien sieht man auch mit Kirschen gefüllten Frankfurter Kranz.
- Die Oberfläche und die Seitenfläche der Kranztorte werden nun mit dem Rest der Buttercreme bestrichen, einen kleinen Rest für die Dekoration sollten Sie übrig behalten. Bestreuen Sie den Frankfurter Kranz mit zerstoßenem Krokant; das Originalrezept sieht hier grob gehackte, leicht angeröstete Mandeln vor.
- Verzieren Sie den Frankfurter Kranz auf der Oberseite mit Buttercreme-Tupfen. Auf jede der Tupfen kommt eine kandierte, halbierte Kirsche, die Rubinsteine. Natürlich können Sie auch frische Kirschen oder Kirschen aus dem Glas verwenden.
- Lassen Sie den Frankfurter Kranz noch einige Zeit im Kühlschrank durchkühlen, bevor Sie ihn anschneiden.
Das ist Ihnen zu aufwändig, zu mächtig, zu viel? Klar braucht man Zeit für einen echten Frankfurter Kranz, aber vielleicht haben Sie Lust, die Miniversion zu versuchen, nämlich als
Minitörtchen "Frankfurter Kranz"
- Bei dieser Miniversion wird der Rührteig einfach in Muffinförmchen gefüllt und gebacken.
- Nehmen Sie die Muffins dann aus der Form und halbieren Sie jedes einzelne einmal waagrecht - auch das ist schon wesentlich einfacher!
- Streichen Sie dann das Gelee auf den unteren Teil.
- Verteilen Sie von der Buttercreme darüber und legen sie den Muffindeckel auf.
- Setzen Sie das Frankfurter-Kranz-Muffin dann in ein Papierförmchen und streichen Sie etwas von der übrigen Buttercreme auf das Törtchen.
- Zerteilen Sie die Belegkirschen und verzieren Sie die kleinen leckeren Törtchen damit.
- Überstreuen Sie die Muffins mit dem Krokant - fertig! Und eine Kranzform benötigen Sie auch nicht.
Frühlingsfrische Variante mit Erdbeeren
Der Frankfurter Kranz kann auch "frühlingsfrisch": Schneiden Sie ca. 250 g gut reife Erdbeeren in Scheibchen. Einige schöne Exemplare können Sie für die Deko übrig lassen. Die Scheibchen werden beim Füllen des Kranzes auf die Creme gelegt, die ganzen Erdbeeren ersetzen die Kirschen auf dem Kranz - so vielfältig ist der Klassiker! Und mit Johannisbeeren oder Brombeeren erhalten Sie eine sommerliche Variante.
Lust auf mehr?
Etwas Leckeres kann man immer backen!
- Absolute Klassiker sind Sachertorte, Linzer Torte, Kreppel (besonders in der Fastnachtszeit) und diese wunderbar zarte Quarktorte.
- Und in den 50er Jahren wurde Apfelsinentorte gebacken und Kullerpfirsich getrunken. Viel Spaß dabei.
Bildnachweis: Abb. 1: © Alexander Pfeiffenberger/Flickr-Commons
