Frankreichs schönste Dörfer: Collonges-la-Rouge

Maison de la Sirène in Collonges-la-Rouge - Lou Avers
Maison de la Sirène in Collonges-la-Rouge - Lou Avers
So klangvoll wie der Name, so hübsch anzusehen ist das historische Dorf Collonge-la-Rouge in der südfranzösischen Region Corrèze.

„Collonges-la-Rouge“ – der Name klingt im Ohr wie ein französischer Chanson-Titel. Dem Ruf des sonoren Namens scheinen auch viele andere Besucher zu folgen. Dafür dass der Ort recht winzig ist, ist hier sehr viel los. Aus allen Ecken der Welt strömen Touristen in das rote Sandsteindorf. Die knapp 500 Einwohner sind den täglich ankommenden Besuchern zahlenmäßig weit unterlegen.

Was ist das Besondere an Collonges-la-Rouge?

Warum dieser Andrang? Die Antwort lautet schlicht: Collonges-la-Rouge ist wegen seiner roten Sandsteinhäuser einzigartig in Frankreich. Das gesamte Dorf ist in diesem roten Sandstein gebaut, von der Pfarrkirche bis zum Dorfbackofen, vom Rathaus bis zum Kopfsteinpflaster. Die ungewöhnliche Farbe verdankt der Ort einer geologischen Besonderheit der Region. In einem Umkreis von nur acht Kilometern weist der Boden eine hohe Eisenoxyd-Konzentration auf, was diese intensive Farbe hervorbringt. Buntsandstein-Architektur gibt es auch in anderen Teilen der Welt, doch so konzentriert in einem historischen Ensemble und so leuchtend rot wohl kaum. Nur noch der Nachbarort Meyssac ist annähernd vergleichbar „rot-dominant“ wie Collonges-la-Rouge.

Kurzportrait von Collonges-la-Rouge

Collonges-la-Rouge ist ein 426-Seelen Dorf in der Region Corréze im Limousin im Grenzgebiet zum Quercy und der Auvergne. Inmitten von Kastanien- und Nussbäumen liegt der Ort auf 200 Meter Höhe direkt an der Regionalstraße D 38 zwischen Meyssac und Noailhac. Am Anfang gab es nur eine Abtei und eine Kirche. Der Herzog von Limoges schenkte dem Abt von Charroux im Jahr 785 die Abtei. Seither begann sich das Dorf zu entwickeln. Der Handel mit Nussöl und Weinanbau brachte Wohlstand und Fortschritt. Zwischen dem 16. und 18. Jh. erlebte Collonges-la-Rouge seine Blütezeit und beheimatete 1700 Einwohner. Die Gassen im historischen Ortskern sind gesäumt von Bürgerhäusern mit runden oder eckigen Türmchen, charmanten Schlösschen und prächtigen Fassaden mit alten Gewölbekellern. Dennoch wirkt alles sehr ländlich und bodenständig. Schon in den 1930er Jahren begannen erste Restaurierungsarbeiten zum Erhalt des architektonischen und kulturellen Erbes. Heute zählt Collonges zur Liste der „Schönsten Dörfer Frankreichs“ und ist ein Besuchermagnet.

Sehenswertes in Collonges-la-Rouge

Die meisten Gebäude und Häuser in Collonges-la-Rouge stammen aus dem 16. und 17. Jh. Das älteste Wohnhaus ist die Maison de la Sirène in der Dorfmitte. Die Pfarrkirche St. Pierre geht auf das 12. Jh. zurück. Der romanisch-limousinische Kirchturm ist noch weitgehend im Original erhalten. Auch wenn das Kircheninnere renovierungsbedürftig ist, sind doch einige Stücke des 12. und 13. Jh. zu besichtigen. Gleich daneben wurde die Chapelle aux Pénitents vom Freundeskreis „Les Amis de Collonge“ restauriert. Jedes Gebäude, jedes Haus birgt eine Besonderheit. Überall gibt es Details zu entdecken, seien es die mittelalterlichen Türgiebel, die ausgetretenen Steinstufen oder Türmchen mit Schießscharten. Der Ort wirkt wie ein Freilichtmuseum. Doch sind die Menschen real und gehen ihren Geschäften nach. Restaurants, Souvenirgeschäfte, Cafés oder Läden mit regionalen Spezialitäten stehen den Touristen zur Verfügung.

Einkaufen in Collonges-la-Rouge

Allein im kulinarischen Bereich gibt es so allerlei Köstliches zu erstehen: seien es Räucherwürste vom Wildschwein oder Reh, mit feinen Kräutern gewürzt, hausgemachtes Nussöl, Bauernbrot, Gänseleberpastete oder Kastanienlikör… Liebhaber der französischen regionalen Besonderheiten werden auf ihre Kosten kommen. Auf dem Bauernhof „La Grange aux Oies“ wärmt die Chefin Puce auf Wunsch gleich die frisch erstandenen hausgemachten Produkte zum Verzehr im Hausrestaurant. Neben den üblichen Souvenirläden finden sich auch hübsche Holzarbeiten, Keramikateliers und ausgefallene Kunstgalerien in den mittelalterlichen Gewölbekellern und Häusern wieder.

Silvia E. Baumann, Lou Avers

Silvia Baumann - Herzlich Willkommen auf meiner Profil-Seite! Seit 18 Jahren nimmt mich meine Leidenschaft - das Reisen - voll und ganz in Anspruch. Als ...

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