
- Buchcover: Mit 50 hat man noch Träume - Gmeiner Verlag
Vier befreundete Frauen in den Wechseljahren sind an einem Wendepunkt ihres bisherigen Lebens angelangt. So etwas kommt häufig bei Frauen um die Fünfzig vor, verliert sich aber allmählich oder wird ausgesessen. Es geht aber auch anders.
Als Bea, die erfolgreiche Werbefachfrau, bei einem Ausflug mit ihrer Tochter das heruntergekommene "Ahrstübchen" entdeckt, ändert sich für alle Vier ihr bisheriger Lebensweg. Bea erzählt derart begeistert von diesem Ausflugslokal mit der schönen Aussicht ins liebliche Ahrtal, dass die Freundinnen alle in sich den Wunsch ausgraben, den sie in frühester Kindheit oder Jugend einmal hatten - ein eigenes Hotel oder Restaurant zu besitzen.
Mit Schwung in den neuen Lebensabschnitt
Sie lösen ihre Wohnungen in Köln auf, ziehen nach Altenahr – einem kleinen Weinort in der Eifel - ins „Ahrstübchen“ und renovieren mit Schwung drauflos. In Wochen harter Arbeit streichen sie die Gaststube und richten sie neu ein, legen einen Kräutergarten an und verschönern die Außenanlagen. Nur um ihre neuen Nachbarn in diesem gewachsenen Weinort und deren Befindlichkeiten kümmern sie sich nicht – ganz Großstadtpflanzen. Bei der Eröffnung ihres Ausflugslokals bleiben die eingeladenen Ehrengäste aus. Erstaunt stellen sie fest, dass hier niemand auf sie gewartet hat.
Frauen und Chinesen - Außenseiter wider Willen
Ähnlich ergeht es auch einer chinesischen Großfamilie, die in Altenahr ein Chinarestaurant eröffnet hat. Dieses Lokal zum Anlaufpunkt von chinesischen Touristen. Die kaufen zwar gern und viel im Ort ein, besuchen aber nicht die übrige Gastronomie. Ansonsten lebt die Familie nach ihren traditionellen chinesischen Grundsätzen. Das ist den meisten (Ur)Einwohnern aus Altenahr, die damit ihre gewachsene Kultur in Gefahr sehen, ein Dorn im Auge. Die vier Frauen, die den meisten Bewohnern suspekt sind - wo gibt es schon so etwas - freunden sich mit der chinesischen Familie an. Beide fühlen sich als Außenseiter wider Willen.
Dieser Roman erzählt von den Unruhen einer Umbruchphase
Die Frauen mischen nicht nur das beschauliche Leben eines Winzerstädtchens und das traditionelle Leben einer chinesischen Familie auf, sondern bringen auch ihr eigenes Leben durcheinander. Schuld daran sind die Männer, die hier auf dem Lande Qualitäten entwickeln, die vorher in der Stadt nicht wichtig erschienen. Plötzlich erweisen sich ganz andere Typen als attraktiv. Die Liebe schlägt überall zu, besonders da, wo es keiner erwartet.
Es geht lebendig zu in diesem Roman
Er erzählt von Trennendem und Verbindendem, von fremden Kulturen, von unterschiedlichen Strukturen in der Stadt und auf dem Land. Er handelt von einem Kulturkreis, der sich nicht auf den anderen übertragen lässt, selbst wenn die Entfernung zwischen der Kölner Stadtkultur und der Altenahrer Landkultur nur 60 Kilometer beträgt. Glücklicherweise gibt es immer noch Verbindungen - in diesem Falle Fußball.
Mit 50 hat man noch Träume von Bärbel Böcker | Gmeiner Verlag | Preis: EUR 11,90
