Die Stadt Frauenstein liegt im Osten des Naturparks Erzgebirge-Vogtland. Von der Burg Frauenstein, die sich weit sichtbar über das Städtchen erhebt, ist ein weiter Blick über das Osterzgebirge zu genießen.

Frauenstein ist ein staatlich anerkannter Erholungsort. Erholung in der Sommerfrische und Wintersport sind die Fundamente für den Tourismus im Ort und seiner Umgebung.

Sehenswürdigkeiten in Frauenstein

Die Ruine der Burg Frauenstein ist das weithin sichtbare Wahrzeichen des Ortes. Sie gehört zu Deutschlands schönsten und größten Burgruinen. Die Burg wurde um 1200 zur Sicherung der herrschaftlichen Landnahme und der Wege über das Gebirge erbaut. Erhalten sind u. a. der Dicke Merten, ein Wohnturm aus dem 14. Jahrhundert sowie die 1,50 m starke Ringmauer mit mehreren Türmen einfügten. Teilweise erhaltene Räume wie Küche, Keller, mehrere Gewölbe, Burgkapelle, Gefängnis und zwei Stuben berichten vom Leben auf der Burg. Nach dem Bau des Schlosses 1588 begann der Zerfall der Burg. Bei Stadtbrand 1728 wurde sie endgültig zur Ruine. Ab 1901 begann die Sicherung der Ruine. Sie kann besichtigt werden.

Das Schloss Frauenstein hat Heinrich von Schönberg von 1585 bis 1588 durch den kurfürstlichen Baumeister Hans Irmisch unterhalb der Burg erbauen. Dazu wurde die Vorburg abgetragen. Das Schloss ist eine dreigeschossige Anlage mit drei Flügeln. Die Hofseite mit dem Treppenturm ist zweigeschossig. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die originale Einrichtung des Schlosses vernichtet. Der ursprüngliche Renaissancebau wurde 1728 beim Stadtbrand in Mitleidenschaft gezogen. Noch drei Portale erinnern an diesen Bau. 1814 gab es einen weiteren Brand. Das Schloss war der Sitz der Verwaltung des ehemaligen Amtes Frauenstein. 1957 wurde in einem des Erdgeschosses ein Heimatmuseum, mit den Abteilungen Burg- und Stadtgeschichte, Volkskunde und Sakrale Kunst eingerichtet. 1983 wurde dieses Heimatmuseum zum Gottfried-Silbermann-Museum.

Die Frauensteiner Stadtkirche „Zu unserer lieben Frau“ steht seit 1491 in der Mitte des Marktes. Beim Stadtbrand 1869 wurde die Kirche zerstört. 1873 wurde der Neubau der heutigen Saalkirche mit ihrem mächtigen Westturm vollendet. Ihre Ausstattung stammt überwiegend aus dem späten 19. Jahrhundert.

Die Kirche im Ortsteil Nassau ist mit der letzten fertig gefassten Orgel von Gottfried Silbermann ausgestattet.

Das Gottfried-Silbermann-Museum

Der spätere Orgelbaumeister Gottfried Silbermann lebte seit seinem dritten Lebensjahr in Frauenstein und besichte hier die Schule. Sein 300. Geburtstag war der Anlass zur Schaffung einer ständigen Ausstellung zum Leben und Werk des Meisters. Das „Gottfried-Silbermann-Museum" befindet sich im Kreuzgewölbesaal des Schlosses Frauenstein, das zwischen 1585 und 1588 von Heinrich von Schönberg erbaut wurde. Die Ausstellung präsentiert den Lebensweg Silbermanns mit seiner Lehrzeit in Straßburg und seinem Wirken in Freiberg. Zahlreiche Briefe und Akten, Stiche und Zeichnungen sind zu sehen. Ein einzigartiges Funktionsmodell einer mechanischen Schleifladenorgel und einer Silbermann-Orgelkopie veranschaulicht das Leben und Wirken des Orgelbaumeisters und macht es auch hörbar.

Geschichte von Frauenstein

Frauenstein entstand vermutlich mit der Burg um 1200 als Siedlung von Bauern und Bergleuten. 1329 übergab der Meißner Markgraf Burg und Herrschaft Frauenstein den Burggrafen von Meißen. 1411 verlieh Burggraf Heinrich von Meißen Frauenstein das Stadtrecht. 1426 nahm Kurfürst Friedrich I. von Sachsen Frauenstein in Besitz. 1473 erhielt das Geschlecht derer von Schönberg Stadt, Burg und Amt als Lehen.

Um 1500 kam es zu einer planmäßigen Neuanlage der Stadt mit Stadtmauer und vier Toren auf dem Plateau zwischen Burg und Sandberg. Der Dreißigjährige Krieg ruinierte den Frauensteiner Schönberg. Seine Erben verkauften die Herrschaft 1647 an den Kurfürsten von Sachsen.

Frauenstein wurde dreimal von Feuersbrünsten heimgesucht. Erstmals 1534, ein zweiter Stadtbrand folgte 1728. Bei diesem und beim dritten Brand 1869 brannte die Kirche völlig aus. Die Orgeln des Orgelbauers Gottfried Silbermann wurden dabei vernichtet.

1873 verlor Frauenstein durch die Errichtung der Amtshauptmannschaft Dippoldiswalde seine zentrale Stellung.

Bei der Verwaltungsreform der DDR 1952 wurde Frauenstein dem neuen Kreis Brand- Erbisdorf zugeordnet. Seit 2008 gehört die Stadt zum Landkreis Mittelsachsen.

Literatur

  • Steffen Herzog und Rainer Aurig: Frauenstein: Burg/Schloß, Stadt und Museum Gottfried Silbermann. 2. Auflage, Schnell & Steiner Regensburg 2010, ISBN 978-3-7954-6114- 0

Steckbrief von Frauenstein

  • Bundesland: Sachsen
  • Landkreis: Mittelsachsen
  • Höhe: 650 Meter über Normal Null
  • Fläche: 58,8 Quadratkilometer
  • Einwohner am 31.12.2010: 3.082
  • Stadtgliederung in 5 Ortsteile: Burkersdorf, Dittersbach, Frauenstein, Kleinbobritzsch und Nassau
  • Anschrift der Stadtverwaltung: Markt 28, D-09623 Frauenstein
  • Touristeninformation: Markt 28, D-09623 Frauenstein, Fon +49 (0)37326 83825
  • Städtepartnerschaft: Zell am Harmersbach in Baden-Württemberg

Quellen

  1. Stadt Frauenstein
  2. Gottfried-Silbermann-Museum
  3. Kirchenbezirk Freiberg