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Heute vor zwanzig Jahren starb Faurokh Bulsara, besser bekannt als Freddie Mercury, charismatischer Sänger der englischen Rockgruppe Queen. Es ist eine gute Gelegenheit, einmal einen Blick zurück zu werfen.
Von Smile zu Queen
Gitarrist Brian May und Bassist Tim Staffel kannten sich seit der Highschool und machten seit 1967 zusammen Musik unter dem Bandnamen 1984. 1969 stieß Drummer Roger Taylor dazu und man gab sich den Namen Smile. In einer Boutique in London lernten die drei 1970 Faurokh Bulsara kennen, der dort flippige Klamotten verkaufte. Smile besorgten dort ihre ausgefallene Bühnenkleidung. Faurokh spielte Klavier und konnte auch singen. Sein großes Vorbild war stets die amerikanische Sängerin und Schauspielerin Liza Minelli. Die drei Smile-Musiker, besonders May und Taylor, entschieden, dass Faurokh gut in die Band passen würde und nahmen ihn als Sänger auf. Fortan trug er den Bühnennamen Freddie Mercury. 1971 verließ Tim Staffel die Band. Er kam mit der neuen Präsentation der Band nicht klar und wurde durch John Deacon ersetzt. Der Bandname wurde ein weiteres Mal geändert; diesmal in Queen. Optisch hatte die Band inzwischen etwas von einer Truppe von Transvestiten. Dazu gehörten die plüschigen Bühnenklamotten und Freddie Mercurys sehr feminin wirkende lackierte Fingernägel und geschminkte Augen. „Queenie“ bedeutet im Englischen das, was im Deutschen „Transe“ oder „Schwuchtel“ bedeutet, daher der Bandname Queen.
Der Weg an die Spitze
Eine Gruppe angesagter Londoner Produzenten boten aufstrebenden Bands einen besonderen Deal an. Sie versorgten diese Musiker mit regelmäßigen Konzerten, verschafften ihnen einen Plattenvertrag, übernahmen die Produktionskosten. Im Gegenzug zahlten sie ihren Schützlingen, bis die Unkosten eingefahren waren, nur ein wöchentliches Handgeld; genug um Wohnungsmieten zu begleichen und um sich Essen und Trinken zu leisten. Auf einen solchen Deal gingen Queen 1971 ein, kündigten aber 1975 im Streit dieses Abkommen auf. Im Sommer 1973 erschienen bei der EMI das selbst betitelte erste Album und die erste Single „Keep Yourself Alive“. In England wenig beachtet, wurden beide Platten respektable Erfolge in Japan. Mit den beiden folgenden LPs „Queen II“ und „Sheer Heart Attack“, sowie den Singles „Seven Seas Of Rhye“ und „Killer Queen“ knackte die Band dann endgültig den britischen Markt und nebenher noch Europa. Frontman Freddie Mercury sorgte dafür, dass die Band von Anfang an einen Ruf als sensationelle Live-Band inne hatte. Ende 1975 eroberten Queen mit dem Longplayer „A Night At The Opera“ und der Single „Bohemian Rhapsody“ die US-Charts. Getoppt wurde das nur zwei Jahre später mit der LP „News Of The World“ und der Single „We Are The Champions/ We Will Rock You“. Beide Titel wurden Hymnen der Rockmusik.
Queen in den 1980ern
1979 erschien das Live-Album „Queen Live Killers“. Dieses Doppelalbum schloss das Kapitel der harten Rockmusik mit bombastischem Chorgesang und monumentalen Gitarrenchören. Die in jenem Jahr veröffentlichte Single „Crazy Little Thing Called Love“ klang wie eine Rock'n'Roll Nummer aus den fünfziger Jahren. 1980 folgte ein völlig überraschender Erfolg mit der Single „Another One Bites The Dust“, geschrieben von Bassist John Deacon. Hier rappte Freddie Mercury, was das Zeug hielt und verschreckte damit etliche Altfans, denen der Song zu sehr Pop und zu wenig Rock war. Dafür begannen sich viele jüngere Musikfans für Queen zu interessieren. Nach einem Ausrutscher mit dem wirklich sehr seicht poppigen Album „Hot Space“ im Jahre 1982, schaffte die Band von 1984 an den Spagat, beide Fangruppen zu begeistern. Das Album „The Works“ erfreute mit Stücken wie „Radio Ga Ga“ die Freunde des Pop und mit Titeln wie „Hammer To Fall“ die Rockfreunde. Ähnliches gelang der Band auch wieder 1986 mit dem Longplayer „A Kind Of Magic“. Was sich aber in all den Jahren nicht veränderte war die Qualität der Bühnenshows.
Die letzte Tournee im Jahre 1986
Im Sommer des Jahres 1986 tourten Queen kreuz und quer durch Europa. Ein besonderer Höhepunkt war damals ein Konzert in Budapest, also im damaligen kommunistischen Ostblock. Das Event wurde gefilmt und erschien später auf Video im Handel. Am 26. Juni 1986 traten Queen in Berlin auf. Die Waldbühne war der Ort des Geschehens. Marillion spielten als Vorgruppe. Queen überraschten an jenem Abend die Fans mit einer Cover-Version des Led-Zeppelin-Klassikers „Immigrant Song“. Niemand ahnte damals, dass diese Tour die letzte Gelegenheit werden würde, Queen in Originalbesetzung live zu sehen. In jenem Jahr wurde dem Sänger eine HIV-Infektion diagnostiziert. Freddie Mercury zog sich danach aus dem öffentlichen Leben heraus. Der Sänger, wie auch seine Bandfreunde schwiegen eisern. 1989 erschien das Album „Mirrors“, eine sehr gute Scheibe, aber es folgte keine Tour. Öffentlich verlautet wurde, dass Freddie keine Lust auf den Tourstress gehabt hätte.
Anfang 1991 erschien mit „Illuendo“ das letzte Studiowerk der Originalband. In den Videos zu den ausgekoppelten Singles sah man einen ausgemergelten, kranken Freddie Mercury. Bald darauf erklärte er der Öffentlichkeit, dass er an Aids erkrankt war. Am 24. November 1991 schloss Freddie Mercury, bürgerlich Faurokh Bulsara, für immer die Augen.
(Quelle: Queen von Jacky Gunn & Jim Jenkins/ Goldmann 1992/ISBN 3-442-42083-0)
