
- Freerunner - Uncut Edition - 2011 - Blu-ray-Cover - Sunfilm Entertainment
"Freerunner" sorgt derzeit und auch in den nächsten Wochen für einige Verwirrung hinsichtlich der verschiedenen Ausführungen. Der Film steht seit dem 1. Dezember 2011 in den Videotheken, ab 5. Januar 2012 ist er im Handel käuflich zu erwerben. Beides geschieht sowohl auf DVD, als auch auf Blu-ray und sogar 3D-Blu-ray. Allerdings: Die ungekürzte Uncut Edition ohne Jugendfreigabe (FSK 18) ist nur zu leihen, zu kaufen gibt es die geänderte FSK-16-Version. Dieser Rezension zugrunde lag die FSK-18-Blu-ray.
"Freerunner - Uncut Edition" - Die Handlung des Action-Thrillers mit Sean Faris
Seine Brötchen verdient sich Ryan (Sean Faris) als Freerunner. Heißt: Er nimmt an Rennen teil, bei denen er die halbe Stadt als Sprungschanze, Katapult oder sonstwie benutzt, um möglichst schnell an sein Ziel zu kommen, in den meisten Fällen ist dies das Einsammeln von verschiedenfarbigen Fahnen. Das große Glück ist es für Ryan jedoch nicht, viel lieber würde er mit heißer Freundin (Rebecca Da Costa) und bettlegerigem Opa (Seymour Cassel) das Weite suchen und im Bötchen auf´s weite Meer hinaus schippern. Daher soll der nächste Run eigentlich sein letzter werden. Ein Kumpel platziert die dicke Wette für ihn und alles läuft, wie es soll - bis er und seine Runner-Kollegen von einem dubiosen Geschäftsmann in einen Hinterhalt gelockt, mit Gas betäubt, entführt und mit explosiven Halsbändern bedacht werden. In der nächsten Stunde haben sie ein Rennen für ihn zu bestreiten. Wer bestimmte Regeln nicht einhält oder nicht gewinnt, darf sich dank des ferngesteuerten Halsbandes von seiner Birne verabschieden. Das schnelle Geld winkt dem Geschäftsmann, denn zahlreiche Milliardäre aus aller Herren Länder sind zugeschaltet, um ihr Erspartes zu verwetten.
Regisseur Lawrence Silverstein - "Freerunner" ist sein erster Film
Das Regie-Debüt bedeutet "Freerunner" für Lawrence Silverstein. Der trat bisher lediglich als Produzent in Erscheinung und finanzierte unter anderem die Thriller "Dark Wolf" (2003) und "The Cell 2" (2009), wofür er auch das Drehbuch schrieb. Letzteres ging bei "Freerunner" auf das Konto von Matthew Chadwick, Jeremy Sklar und Raimund Huber, die zwar zu dritt am Skript gewerkelt haben, aber durchscheinen lassen, wie wenig Erfahrung sie in diesem Metier haben. Tatsächlich ist es für zwei von ihnen das erste Drehbuch überhaupt, was man der holprigen, löchrigen und mit unsagbaren Fehlern Geschichte ständig anmerkt.
Sean Faris und seine Stuntmen in "Freerunner"
So unerfahren wie Regisseur und Drehbuch-Autor sind auch die meisten Schauspieler, die in "Freerunner" auftreten. Die meisten von ihnen treten in ihren ersten Filmrollen überhaupt auf, einige sind bisher lediglich als Stuntmen in verschiedenen Produktionen zu sehen gewesen, Ryan Doyle trat in "MTV´s Ultimate Parkour Challenge" auf. Größte Erfahrung unter den jungen Hüpfern hat da noch Sean Faris. Jahrgang 1982, ist Faris seit 2001 vor der Kamera tätig, trat bereits in Filmen wie "Pearl Harbor" (2001), "Plötzlich verliebt" (2004) und "Deine, meine & unsere" (2005) auf. Seine Kampfkünste konnte er unter anderem in "The Fighters" (2008) präsentieren und war in "Freerunner" außerdem als Co-Produzent tätig. Einige Schauspieljahre auf dem Buckel haben auch einige, die nicht zu den Runnern zählen, darunter Danny Dyer ("Severance", "The Football Factory") als dubioser Geschäftsmann Mr. Frank, Tamer Hassan ("Kick-Ass", "Kampf der Titanen", "Layer Cake", "The Football Factory") als Rennen-Veranstalter, Amanda Fuller ("Red White & Blue") als Mr. Franks Assistentin und Film-Urgestein Seymour Cassel ("Faces", "Die Royal Tenenbaums", "Die Tiefseetaucher"), der in seiner Rolle als Schwerenöter mit Kraftausdrücken fast sich selbst spielt.
Film- / Blu-ray-Kritik - "Freerunner - Uncut Edition" mit Sean Faris, Rebecca Da Costa, Seymour Cassel
Die Grundstory von "Freerunner" hätte für einen ordentlichen Actioner sorgen können, das gestelzte Drehbuch mit haufenweise Klischee-Charakteren wie dem reichen Texaner oder dem schmierigen, Goldkettchen tragenden, grabschenden Tanzschuppenboss macht dem jedoch einen Strich durch die Rechnung. Die Schauspieler können nicht mal viel dafür, dass der Funke nicht ganz überspringen mag. Sean Faris versprüht allerdings auch kaum Charisma und fällt neben seinen Runner-Kollegen nur selten auf. Einigen Eindruck hinterlassen lediglich Rebecca Da Costa als seine Filmfreundin und Seymour Cassel als sein Opa. Man mag den Film zu kaum einer Zeit wirklich Ernst nehmen. Das Problem ist nur, dass er selbst dies tut. Hätte er sich selbstironisch präsentiert, hätte man Spaß haben können an dem kleinen Filmchen, so jedoch ist manchmal nur ärgerlich, wie die Charaktere agieren, wie sie im Todesrennen trotzdem ständig zeitraubende, unnötige Überschläge für die Galerie veranstalten oder sich die Absurdität der Geschichte gegen Ende ins Bodenlose steigert. Dass einer der Bösewichte auch noch aussieht wie die Filmversion von Nick Fury ("The Avengers"), ist ebenfalls befremdlich. Eine Freigabe ab 18 ist für die Uncut Edition zudem höchst verwunderlich, denn das einzige, was Prüfer auf den Plan hätte rufen können, sind ein paar nackte Brüste und einige lächerliche Splattereffekte, die kaum der Rede wert sind. Das Bild der Blu-ray überzeugt zudem zu keiner Zeit, sondern schwankt ständig zwischen DVD- und VHS-Qualität. Für Freerunner- und Parkour-Interessenten kann zumindest das Bonusmaterial ganz unterhaltsam sein, denn hier befinden sich neben Trailern, Outtakes und Bloopers auch noch Making-of-Clips, die unter anderem auf die Stunts des Films eingehen. Insgesamt ein höchstens mittelmäßiger Film, der viele langweilen, andere wegen mancher Blödheit sogar ärgern und Freerunner-Fans enttäuschen wird, da zu wenig spektakuläre Parkour-Szenen gezeigt werden.
Film- / Blu-ray- / DVD-Angaben
Titel: Freerunner
Originaltitel: Freerunner
Land, Jahr: USA, 2011
Genre: Action / Thriller
Verleih: Sunfilm Entertainment
Regie: Lawrence Silverstein
Drehbuch: Matthew Chadwick, Raimund Huber, Jeremy Sklar
Darsteller: Sean Faris, Danny Dyer, Tamer Hassan, Seymour Cassel, Rebecca Da Costa, Ryan Doyle
Laufzeit: 88 Minuten (Blu-ray), 84 Minuten (DVD)
FSK-Freigabe: FSK 18 (Rental), FSK 16 (Kauf)
Leihstart: 1. Dezember 2011 (Uncut Edition)
Kaufstart: 5. Januar 2012 (FSK-16-Version)
