
- Schmetterlinge lieben Sommerflieder - (Foto: aboutpixel.de)
Die malerische Schönheit unberührter Natur faszinierte im 18. Jahrhundert die Romantiker: Für sie war die Wildnis ein Symbol für ihre Sehnsucht nach Freiheit. Auch heute entdecken viele Menschen den Reiz verwilderter Orte. In Städten entstehen aus tristen Hinterhöfen grüne Oasen, und in so manchem Garten gibt es ungenutzte Ecken: Sie bieten Raum für seltene Pflanzen und Tiere.
Dort, wo der Nutzen nicht dominiert, sprengt die Natur die vom Menschen geschaffene Form: Ackerwinde, Waldrebe und Efeu umschlingen Zäune; Kamille wächst in den Fugen alter Gehwege. Der Artenreichtum der Pflanzen spiegelt sich in der Vielfalt der Tiere wider. Darum eignet sich für naturnahe Gärten eine freiwachsende Hecke aus verschiedenen Gehölzarten: Igel und Erdkröte, Hummel und Wildbiene finden dort eine Zuflucht. Auch Vögel und Schmetterlinge stellen sich ein. Vögel bevorzugen zum Nisten Straucharten, die im Innern relativ dicht sind, und deren Äste Platz zur Nestauflage bieten. Besonders gern suchen sie Dornenhecken auf, weil diese den besten Schutz gegen Nesträuber bieten.
Pflanzen für kleine und große Gärten
Für kleine Grundstücke kommen Strauchrosen wie die schottische Zaunrose und die Apfelrose in Frage. Die dornigen Hecken-Berberitzen bilden 1 - 1,5 Meter hohe, dichte Büsche. Ihre Blüten sind eine ausgezeichnete Bienenweide. Buchs muss nicht immer nur eine formgeschnittene Beeteinfassung sein: Lässt man ihn wachsen, wird er zwei bis drei Meter hoch. Seine Blätter duften aromatisch, und er ist gut für das Klima in der Stadt geeignet.
In größeren Gärten bieten Holunder, Haselnuss, Sanddorn, Weiß-, Rot- und Feuerdorn ausreichend Nahrung für die Vögel. Amseln naschen auch gerne an den fast schwarzen Beeren der Felsenbirne, die auch für Menschen essbar sind. Als Pioniergehölz ist die 4 - 5 Meter hohe Schlehe sehr resistent gegen Umweltgifte. Insekten dienen nicht nur verschiedenen Vögeln als Nahrung, sie sind auch wichtige Bestäuber für fast alle Obst- und Beerenobstarten. Wer an den Rand seines Gartens Johannis- und Stachelbeeren pflanzt, bietet Mensch und Tier einen reich gedeckten Tisch.
Aronia
Noch wenig bekannt unter den Beerensträuchern ist die aus Skandinavien stammende, heidelbeerartig schmeckende Aronia: Die Früchte der bis zu zwei Meter hohen Pflanze werden nicht roh verzehrt, sondern zur Herstellung von Kompott und Gelee, Soßen, Eis und Likör verwendet. In den skandinavischen Lachszuchtfarmen werden die Tiere mit Aronia gefüttert: Der natürliche Farbstoff der schwarzblauen Beeren färbt das Fleisch der Fische leuchtend rot.
Anlage und Pflege der Hecke
Der Charme freiwachsender Hecken liegt in der Tatsache, dass die Natur sich weitgehend selbst überlassen bleibt und nicht dem Gestaltungswillen des Menschen unterworfen ist. Nur wenn die Sträucher zu groß werden, schneidet der Gärtner die Pflanzen behutsam in ihre Form zurück. Damit die Sträucher sich nicht gegenseitig in ihrem Wachstum behindern, iat bereits bei der Anlage einer Wildhecke auf ausreichend Platz zu achten. Eine fachgerechte Pflanzung sorgt dafür, dass später nicht zu viel Unkraut wächst: Die einzelnen Gehölze werden nicht in eine Reihe gepflanzt, sondern versetzt in Dreiergruppen. Im Hintergrund stenen die höher wachsenden Arten, im Vordergrund die kleineren, die so ebenfalls genügend Licht bekommen. Als Bodendecker unter den Sträuchern eignen sich schattenliebende Stauden wie Farne, Waldmeister und Veilchen.
