"Freundschaft Plus" mit Ashton Kutcher neu auf DVD

Freundschaft Plus, DVD-Cover - Paramount Home Entertainment
Freundschaft Plus, DVD-Cover - Paramount Home Entertainment
Schlechtes Drehbuch, gelangweilte, selbstverliebte Schauspieler, peinliche Dialoge. Mit der amerikanischen Jugend möchte man nicht tauschen.

„I wanna sex you up“ - das ist die einleitende musikalische Untermalung und zugleich Kernaussage dieses Filmes, der mit der Frage „Darf ich dich fingern?“ beginnt und damit durchfällt. Studenten-Partys, bei denen man betrunken sein und heiß aussehen muss, besteht man als „heiße Kampfgenossin“ am besten damit, ein kurzes Höschen mit der Aufschrift „Hure“ zu tragen und mit dem Meute-Ruf: „Ich bin total dicht.“ Adam (Ashton Kutcher), eine alte Version Jimmy Blue Ochsenknechts, wird von seinem Vater, der eine Affäre mit des Sohnes Ex-Freundin hat, belehrt „wie man 'ne Muschi zum Schnurren bringt“, denn das „weiß man nach zwei gescheiterten Ehen.“ Spätestens dann wird es der Sohn auch wissen, doch spielt der Film nicht im Rentner-Alter der Hauptpersonen, die sich allerdings so gelangweilt benehmen, als wären sie bereits dort angelangt.

Leider kein Po-Double für Ashton Kutcher

Irgendwann wacht Adam bei Shira (Mindy Kaling) auf, deren Namen er nicht mal kennt. Nackt. Nachdem er herausfand, mit wem er in der WG letzte Nacht Sex hatte, wird sein nackter Po – weit entfernt von einem Knackarsch – in Größe eines Gesichts im Bild festgehalten. Leider wurde in kein Po-Double investiert. Glücklicherweise wurde die Szene, wo Adam seinen Schwanz schwenkte, nicht bildlich dargestellt, sondern nur von der Zimmernachbarin Emma (Natalie Portmann) nachgestellt.

„Congratz“-Ballon als Geschenk für Sex

Nachdem sein „netter, sorgenfreier Penis“ genug besprochen war, kommt es zum spontanen Sex zwischen Emma und Adam – der Dialog dabei: „Hey, wir haben Sex“. „Ich weiß“. Spätestens hier ist dieser Film bereits nach 20 Minuten durchgefallen. Die Sex-Szene ist übrigens eine der schlechtesten der Filmgeschichte. Verwunderlich, denn Schauspieler Ashton Kutcher hat eigentlich mit seiner älteren, erfahrenen Ehefrau Demi Moore inzwischen ausgelernt, wie man vor der Kamera simuliert. „Du warst echt spitze, also hast du nen Ballon verdient“. „Weil wir Sex hatten?“ „Ja.“. Dialog in der Arbeit (Krankenhaus), als er ihr für den Sex einen „Congratz“-Ballon überreicht. Schade, dass sie ihn nicht als Patienten dort behielt.

Schlechtes Drehbuch von Elizabeth Meriwether

Es tratscht der ganze Freundeskreis: „Hey, hast du Emma gebumst und ihr dann nen Luftballon zur Arbeit gebracht?“

Was für ein Drehbuch!

Danach wird verhandelt, dass sie sich nur noch wegen Sex treffen. Die Sex-Freunde wälzen sich fortan aufeinander herum, überall wo möglich. Ja, sogar eine 3D-Brille kommt ins Spiel: „Du meine Güte, es sieht aus, als käme 'er' direkt auf mich zu.“ Die Nachbarn können sich nicht mehr auf ihren Porno konzentrieren, bei all dem echten Sex drumherum. Als dann Emmas Ex-Freund ins Spiel kommt, mit der Ansage, dass Adam ja nur der ist, mit dem Emma Sex in der Behinderten-Toilette hat, ist spätestens der Zeitpunkt gekommen, diesen Hollywood-Film abzuschalten und die Zeit mit etwas Sinnvolleren zu verbringen, denn Filmdialoge wie „Denk dran, wir sind Flittchen“ kann man nur mit professionellen Schauspielern und nicht mit selbstverliebten ertragen. Wie dieser amerikanische Film Jugend darstellt – da sind selbst deutsche Produktionen mit DDR-Inhalt ("Sonnenallee") unterhaltsamer, besser. Stars wie Ashton Kutcher baden sich in ihrem Twitter-Ruhm, anstatt neue Schauspielkurse zu belegen, die offensichtlich dringend notwendig sind. Und: Freundschaft ist manchmal besser als Sex und nicht umgekehrt.

„Freundschaft Plus“ wurde am 21. Juli 2011 bei Paramount Home Entertainment veröffentlicht.

Döringer, Martin, (c) Marlonski

Martin Döringer - Martin schreibt nicht nur Online-Reviews, sondern moderierte/interviewte live bei Radio-ALEX und stellte TV-Clips her, diente dabei ...

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