Freya - Die nordgermanische Göttin der Liebe und der Ehe

Freya - eine Göttin aus der Zeit der Wikinger - chatirygirl/flickr.com
Freya - eine Göttin aus der Zeit der Wikinger - chatirygirl/flickr.com
Freya steht altnordisch für Herrin und Freya ist die nordgermanische Göttin der Liebe und der Ehe. Sie ähnelt der römischen Göttin Venus.

Die Göttin Freya gehört zu den Vanen, die eines der beiden Göttergeschlechter in der nordischen Mythologie bilden. Ihr Vater ist der nordische Meergott Njörd und ihre Mutter ist Skadi, die Tochter des Riesen Thiazi. Freya hat einen Bruder mit dem Namen Frey. In der eddischen Mythologie ist Freya mit dem Gott Óor (Od) liiert, mit dem die Göttin der Liebe und der Ehe die Töchter Hnoss und Gersimi hat. Freya gilt als Göttin der Liebe und des Glücks, der Fruchtbarkeit und des Frühlings und als Lehrerin des Zaubers, wie Rudolf Simek in seinem "Lexikon der germanischen Mythologie", Alfred-Kröner-Verlag Stuttgart, 1995 festgestellt hat. Zudem ist Freya der Wochentag Freitag gewidmet.

Göttin Freya fährt in einem Falkengewand auf einem von Waldkatzen gezogenen Wagen

Nordgermanische Zwerge haben der Göttin Freya das Halsband Brisingamen geschmiedet, Zudem besitzt die Göttin ein Falkengewand, damit kann sie wie der edle Falke durch die Lüfte gleiten. Ihr Gefährt ist ein Wagengespann, das von Waldkatzen gezogen wird. Geht man nach dem Gedicht Hyndluljóo, reitet die Göttin Freya zudem auf dem godlborstigen Eber Hilisvini. In der Gylfaginning weint die Göttin Freya bittere und goldene Tränen, als ihr Gatte Óor von ihr fort fährt. Die Hauptaufgabe der nordgermanischen Göttin der Liebe und der Ehe liegt darin, dass Freya als Anführerin der Walküren ihre Heimstatt auf den Schlachtfeldern besitzt und die Hälfte aller dort gefallenen Recken für sich beanspruchen darf, die andere Hälfte steht hingegen Odin, dem nordgermanischen Gott des Krieges zu.

Die heutigen Historiker, die sich mit der nordischen Mythologie befassen, nehmen an, dass die Göttin Freya eine Loslösung der Aspekte Liebesmagie, Liebe und Promiskuität der Göttin Frigg aus der Zeit der Wikinger ist. Dazu finden sich in dem Gylfaginning und der Edda einige Hinweise. So wurde der Halsschmuck von Freya von den vier Zwergen Alfrigg, Dvalin, Berling und Grervier geschmiedet. Als Gegenleistung musste die Göttin an vier aufeinander folgenden Nächten jeweils mit einem der vier Zwerge die Nacht verbringen. Damit zog sich Freya den Unwillen vom Kriegsgott Odin zu. Dieser zwang sie sodann unter Strafe, unter den Menschen einen Krieg anzuzetteln. Weiterhin berichten die nordischen Gedichte davon, dass der Gott des Feuers Loki bei einem Trinkgelage, ausgerichtet von Ägir, sämtliche Gäste beschimpft und der Göttin Freya vorwirft, dass sie mit allen anwesenden Asen und Alben im Saal Liebschaften gehabt hätte. Loki trauerte seiner nichterwiderten Zuneigung zu Freya hinterher.

Die bekanntesten Quellen und Kultorte der nordgermanischen Göttin Freya

Die bekanntesten Quellen mit Episoden über die nordgermanische Göttin der Liebe und der Ehe Freya dürften wohl zwei Gedichte aus der Edda darstellen. In dem Gedicht Lokasenna ("Schmähreden des Loki") wird der Göttin von dem nordischen Gott des Feuers Loki vorgeworfen, wilde Liebschaften mit nahezu jedem Gott der nordischen Mythologie gehabt zu haben. In dem Gedicht Prymskvida ("Das Lied von Thrym") erlebt die Göttin Freya einen gewaltigen Wutausbruch. Grund dafür war, dass der Riese Thrym Freya aufforderte, ihn zu ehelichen, um Thors Hammer von den Riesen auszulösen. Der Hammer des Thor war für den Fortbestand der gesamten Götterwelt von elementarer Bedeutung.

Viele Städte- und Ortsnamen in Schweden und Dänemark gehen auf die Göttin Freya zurück.Der Wikingerhafen Fröjel auf Gotland ist ein solcher Kultplatz der nordgermanischen Göttin. Der schwedische Name der Freya ist Fröja. Auf Jütland stellt Froslev einen ähnlichen Ort dar und auf Lolland Dänemark der Ort Frejlev. Der Wochentag Freitag geht ebenfalls auf die nordgermanische Göttin der Liebe und der Ehe zurück. Dieser Begriff ist eine sogenannte Lehnübersetzung von Veneris dies ("Venustag").

Stephan Schulz, (c) Stephan Schulz

Stephan Schulz - Stephan Schulz schreibt seit Jahren erfolgreich für diverse Printmedien (unter anderem die Fachzeitschrift "Computer" und die ...

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