
- Die Forelle - eine typische Friedfischart - © Marco Korf / PIXELIO
Ob es sich bei einem Fisch um einen Friedfisch oder um einen Raubfisch handelt, ist beim Angeln keine Nebensache. Je nachdem, worauf es der Angler abgesehen hat, muss er die passende Angelausrüstung wählen und geeignete Angeltechniken anwenden. Darüber hinaus hat die Frage auch eine rechtliche Bedeutung.
So ist beispielsweise seit einiger Zeit in Brandenburg das Angeln ohne Angelschein erlaubt – aber nur, wenn man sich auf Friedfische beschränkt und einige weitere Regeln beachtet. Wer bei eventuellen Kontrollen nicht wegen eines Verstoßes gegen die einschlägigen Bestimmungen belangt werden will, darf also nicht die „falschen“ Fische angeln und sollte auch keine unerlaubte Ausrüstung dabei haben.
Nicht alle Friedfische sind Vegetarier …
Friedfische unterscheiden sich von Raubfischen dadurch, dass sie keine anderen Fische jagen. Unter den Friedfischen finden sich Arten, die ausschließlich Pflanzen fressen. Die meisten von ihnen sind jedoch keine reinen Vegetarier.
Einige Arten filtern Plankton aus dem Wasser oder ernähren sich vorzugsweise von Aufwuchs. Mit diesem Fachbegriff werden die Beläge bezeichnet, die sich im Wasser auf Steinen oder anderen harten Gegenständen bilden und aus sehr kleinen Algen sowie diversen Einzellern und Bakterien zusammengesetzt sind. Bei anderen Friedfischarten stehen durchaus auch Insektenlarven oder wirbellose Kleintieren wie Schnecken, Würmer und Krebstierchen auf der Speisekarte.
Köder müssen zur Ernährungsweise der Fische passen
Den Ernährungsgewohnheiten der Tiere entsprechend, werden beim Friedfischangeln typischerweise Köder wie Würmer oder Schnecken, aber auch Teigkügelchen oder ähnliches verwendet.
Geangelt wird ohne Verwendung von Kunstködern oder Köderfischen und mit einschenkligen Haken. Wer dagegen Köderfische oder andere Wirbeltierköder einsetzt, outet sich damit als Raubfischangler. Dasselbe gilt für die Benutzung von Blinkern, Spinnern, Twistern, Wobblern und anderen Arten von künstlichen Ködern.
Mehr als nur Karpfen und Forelle …
Von den in Deutschland heimischen Fischarten zählen unter anderem Forelle, Barbe, Brachse (oder Blei), Plötze (oder Rotauge), Rotfeder, Schleie, Karpfen, Karausche, Döbel oder Nase zu den Friedfischen. Einige dieser Arten haben eine beachtliche wirtschaftliche Bedeutung und werden in größerem Stil gezüchtet, wie beispielsweise Karpfen oder Forellen. Andere dagegen, wie etwa Brachse oder Plötze, sind heute fast nur noch als Angelfisch von Interesse.
Zum Teil weisen die einzelnen Arten recht eindeutige Merkmale auf, die Rückschlüsse auf ihre bevorzugte Ernährungsweise zulassen. So erkennt man die Nase an ihrem typischen Maul mit den stark verhornten Lippen. Diese dienen ihr vor allem dazu, Aufwuchs von Steinen zu schaben oder abzuraspeln.
Fische, die sich von Kleintieren ernähren, haben dagegen oft ein Maul, das sich rüsselartig vorstülpen lässt. Ein solches Rüsselmaul eignet sich besonders gut, um damit den Gewässerboden wie mit einem Saugrüssel absaugen. Dabei nimmt der Fisch mit seiner eigentlichen Nahrung auch Unverdauliches auf, das er später wieder ausspeit. Typische Beispiele hierfür sind Karpfen und Brachsen.
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