Im Jahr 2012 feiert Potsdam den 300. Geburtstag seines berühmtesten Sohnes, dem preußischen König Friedrich der Große mit der Sonderausstellung Friederisiko. Dafür werden das Schloss Sanssouci und vor allem das Neue Palais herausgeputzt.

Schloss Sanssouci – das preußische Versailles

Schloss Sanssouci (frz., übersetzt „ohne Sorge“) in der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam zählt zu den schönsten Schlössern und Parkanlagen Deutschlands. Friedrich der Große des Hohenzollerngeschlechts ließ es zwischen 1745 und 1747 als Sommerresidenz im Rokokostil errichten. Der Alte Fritz in Person fertigte die ersten Skizzen an und mischte sich auch während der gesamten Bauphase stets aktiv in die Umsetzung ein. Nicht immer zum Wohlwollen des beauftragten Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff. Dieser musste alle ausgefallenen Ideen und Pläne des strengen Preußenkönigs in die Praxis umsetzen. Auch die Idee der Gestaltung des Schlosshügels mit Weinbergterrassen stammte von Friedrich selbst. Der Südhang des Bornstedter Höhenzugs wurde dazu in sechs weite Terrassen untergliedert und mit Rebstöcken aus Italien, Portugal, Frankreich und regionalen Arten kultiviert. In der Mitte führt eine Freitreppe mit 132 Stufen hinauf zum Schloss. Zwischen den Weinstöcken ranken Feigen und Spalierobst, rechts und links führen betonierte Auffahrrampen entlang. Am Ende der Weinterrassen wurde ein Ziergarten im Barockstil angelegt, mit der großen Fontaine in der Mitte und zahlreichen marmornen Statuen antiker Götter ringsum. Seit 1990 gehört Schloss Sanssouci zum Weltkulturerbe der Unesco.

Schlosspark Sanssouci

Nach dem Schloss und Weinbergterrassen fertiggestellt waren, begann Friedrich die Gestaltung des Außenbereichs. Rings um das Schloss breitet sich die 289 Hektar große Parkanlage aus. Es sollte eine Mischung aus Zier- und Nutzgarten werden, was auch gelang. Blumenrabatten, Obstbäume, Küchenkräuter, Rasenflächen, Hecken, Bäume und Treibhäuser mit Orangen, Bananen, Melonen oder Pfirsiche – all das ist heute im Park Sanssouci zu bewundern. Eine 2,5 Kilometer lange Allee zieht sich schnurgerade durch den Park. Nach und nach entstanden die anderen Gebäude wie Gemäldegalerie, Neue Kammern, das Chinesische Haus, Neptungrotte, Antikentempel und andere. Auch das Neue Palais am Westende des Parks gab Friedrich der Große 1763 in Auftrag. Spaziergänger können sich den ganzen Tag lang in der weiten Parkanlage aufhalten und entdecken immer wieder neues.

Friedrich der Große

Der „Alte Fritz“, wie der bekannteste Preußenkönig liebevoll von den Brandenburgern genannt wird, regierte von 1740 bis 1772. Geboren wurde er im Jahr 1712 in Berlin als der älteste überlebende Sohn Wilhelms I. (dem Soldatenkönig) und Sophie Dorothea von Hannover. Friedrich entwickelte schon früh eine künstlerische und humanistische Ader, was ihm viele Konflikte mit seinem militärisch ausgerichteten tyrannischen Vater einbrachte. Erzogen wurde Friedrich von französischen Gouvernanten und Lehrern, weshalb er bevorzugt Französisch sprach. Nach dem Tod seines Vaters 1740 wurde er als Friedrich II. zum König von Preußen gekrönt. Ein halbes Jahr später begann Friedrich mit dem Ersten Schlesischen Krieg eine Reihe von Erbfolgekriegen gegen Österreich und um Schlesien. Die Kriege und militärischen Verwicklungen ließen aus dem weltoffenen Friedrich einen verbitterten frühzeitig gealterten Mann werden. Seine von ihm ungewollte Ehe mit Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern blieb kinderlos. Historiker begründen dies auch damit, dass Friedrich sich sexuell eher zu Männern hingezogen fühlte. Sein Name ist verbunden mit der Einführung der Kultivierung der Kartoffel als Nahrungsmittel 1763 in Deutschland. Auch heute noch legen Besucher Kartoffelknollen auf seine Grabplatte vor dem Schlosspalast von Sanssouci. Friedrich starb am 17. August 1786 mit 74 Jahren in einem Lehnstuhl seines Arbeitszimmers im Schloss Sanssouci. Sein letzter Wunsch konnte erst 1991 erfüllt werden. Nach vielen Kriegswirren und den Jahren der deutschen Teilung wurden seine sterblichen Überreste in seiner Gruft schlicht und bescheiden in der Nähe seiner Lieblingshunde bestattet.

Schloss Sanssouci nach Friedrich dem Großen

Friedrich Wilhelm II. (1744-1797), der Neffe Friedrichs des Großen trat die königliche Nachfolge Preußens an. Schon bald veränderte er das Schloss Sanssouci nach den neuen zeitgenössischen Trends. Er ließ neue Gebäude im Klassizismus errichten und das Mobiliar von Sanssouci komplett erneuern und renovieren. Dessen Sohn Friedrich Wilhelm III. wohnte nur gelegentlich in Sanssouci und hegte kein besonderes Interesse am Erbe seines Großonkels. Erst der absolutistisch gesonnene Friedrich Wilhelm IV. (1795 -1861) widmete sich wieder intensiv dem Potsdamer Schloss und Park Sanssouci. Er galt als Romantiker und bewunderte Friedrich den Großen sehr. Zwischen 1840 und 1842 ließ er das Schloss umbauen und fügte die beiden Seitenflügel an. Auch er starb in seinem „Traumschloss“ und ist in der von ihm in Auftrag gegebenen Friedenskirche im Schlosspark beigesetzt. Heute untersteht das Schloss Sanssouci der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburgs und ist als Museum öffentlich zugänglich. Der Park kann kostenlos besichtigt werden.

Friederisiko – Event zum 300. Geburtstag Friedrichs des Großen

Zum 300. Geburtstag Friedrichs des Großen veranstaltet die Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten zwischen dem 28. April bis zum 28. Oktober 2012 die Sonderausstellung und Eventwochen „Friederisiko. Friedrich der Große“. Zu diesem Zweck werden die Räume seines prächtigsten Schlosses Sanssouci wieder originalgetreu hergestellt und restauriert, außerdem sollen Säle des Neuen Palais zugänglich gemacht werden, die bisher noch nie zu sehen waren. Eine Reise durch insgesamt 70 Säle soll in die Zeit des preußischen Königs entführen. Im Vordergrund steht der Mensch, Charakter und Regent .

Quelle:

Potsdam Sanssouci

Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten (SPSG).