
- Criminale 2011 - Syndikat e.V.
Rund 10.000 Besucher erlebten die 25. Ausgabe des größten deutschsprachigen Krimifestivals am Niederrhein. Die von „Syndikat e. V.“, der Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur, organisierte Criminale 2011 fand vom 4. bis 8. Mai statt. 260 Krimiautorinnen und -autoren hinterließen bei über 100 Veranstaltungen, von denen 30 ausverkauft waren, ihre Spuren. Höhepunkt war am Samstagabend die Verleihung der Friedrich-Glauser-Preise und des Hansjörg-Martin-Preises im Wert von insgesamt 10.000 Euro beim „Tango Criminale“ in der Mönchengladbacher Kaiser-Friedrich-Halle.
Die Preisträger der Friedrich-Glauser-Preise 2011
Zusammen mit der Kulturministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, Ute Schäfer, und dem Mönchengladbacher Oberbürgermeister Norbert Bude verfolgten über 700 Krimibegeisterte die Preisverleihung. In den Sparten Kurzkrimi, Debüt, Roman und beim Hansjörg-Martin-Preis für den besten Kinder- und Jugendkrimi gab es jeweils fünf Nominierte.
Als bester Kurzkrimi wurde die Story „Annette schreibt eine Ballade“ aus der Anthologie „Mörderisches Münsterland“ von Judith Merchant ausgezeichnet. Sie konnte damit den mit 1.000 Euro dotierten Preis nach 2009 schon zum zweiten Mal gewinnen. Die in einem herrlich respektlosen, schnodderigen und leichtflüssigen Plauderton verfasste Geschichte zeigt das literarische Schwergewicht Goethe in einem völlig neuen Licht. Mit Witz und Ironie beschreibt die Autorin den Kampf einer frechen und ehrgeizigen jungen Frau gegen die klischierten Vorstellungen ihrer Zeit.
Den Debüt-Glauser, mit einem Preisgeld von 1.500 Euro ausgestattet, erhielt Petra Busch für „Schweig still, mein Kind“. Petra Busch beweist mit ihrem packenden wie berührenden Erstlingsroman, dass leise Töne große Wirkung erzielen können und dass spannende Unterhaltung tiefe Einblicke in menschliche Seelen gewähren kann. „Schweig still, mein Kind“ ist nicht mehr und nicht weniger als ein beeindruckender, psychologischer Kriminalroman.
In der Kategorie „Bester Roman des Jahres“ setzte sich „Bad Fucking“ des österreichischen Autors Kurt Palm durch, der somit den mit 5.000 Euro dotierten Hauptpreis der Kriminalautorenvereinigung „Syndikat“ gewann. Palm hat seinen Roman mit Anspielungen auf reale Personen gespickt und übertreibt maßlos. Aber auch Nichtkenner Österreichs verstehen diese Spitzen nur allzu gut. Denn die Wahrheit lautet: Bad Fucking ist überall.
Der Bremer Autor Dr. Jürgen Alberts, langjähriger Sprecher des Syndikats und mehrfacher Krimi-Preisträger, erhielt den Friedrich-Glauser-Ehrenpreis. Die Jury würdigte Alberts Engagements für die deutschsprachige Kriminalliteratur und sein bisheriges literarisches Gesamtwerk.
Die Preisträgerin des Hansjörg-Martin-Preises 2011
Eine gemischte Jury aus Kindern, Jugendlichen und Autoren sprach der Schriftstellerin Silke Lambeck für ihren Jugendroman „Die wilde Farm“ den Hansjörg-Martin-Preis für Kinder- und Jugendkrimis zu. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert. Die Perspektivwechsel von Mensch zu Tier geben dem Buch eine ungewöhnliche Note. Silke Lambeck erzählt eine spannende Geschichte für kleine Leute. Immer trifft sie dabei den richtigen Ton, sie rührt den Leser an und schafft ein Stück heile Welt, ohne dabei unglaubwürdig zu wirken.
Die nächsten Criminalen
Die Krimiautoren entschieden bei ihrer Vollversammlung in Mönchengladbach auch über die Vergabe der kommenden Krimifestivals. Im Jahr 2012 ist der Hochsauerlandkreis Ausrichter, 2013 findet die Criminale in der schweizerischen Hauptstadt Bern statt und 2014 ist Rosenheim in Oberbayern der Gastgeber.
Quellen:
Pressemeldung der Stadt Mönchengladbach vom 9.5.2011
