
- Gruppenfoto - Eileen Wenzel
Ein „Tag der russischen Sprache“ fand am 29. Oktober 2010 im Luckenwalder Friedrich-Gymnasium statt. Es war auch der Höhepunkt des deutsch-russischen Schüleraustausches, der bereits am Montag begann. Gemeinsam mit Schülern des Friedrich-Gymnasiums, ihrer Partnerschule aus St. Petersburg, der Ernst-Moritz-Arndt-Grundschule, sowie der russischen Botschaftsschule in Berlin wurde der Tag gestaltet.
Russo Mobil startet im Land Brandenburg
Es war auch der offizielle Start des Russo Mobils aus Berlin. Das Russo Mobil ist ein Sprach- und Kulturinstitut auf Rädern und dient der Förderung der russischen Sprache an deutschen Schulen. In den letzten Jahren ist das Interesse am Erlernen der russischen Sprache dramatisch zurückgegangen. Dieser Tatsache will man entgegenwirken. Mit drei verschiedenen Workshops und unter der Leitung von Lektoren erstellten die Gastschüler aus St. Petersburg gemeinsam mit den deutschen Schülern Collagen, jeweils über das andere Land. Ebenso wurde das Theaterstück „Kolobok“, ein russisches Märchen, in nur drei Stunden einstudiert und auch da zeigte sich, dass man sich mit Händen und Füßen versteht. Die kleinen Schüler der Arndtschule und der russischen Botschaftsschule bastelten mit ihrer Lektorin Swetlana Kokotova Bommeln in den Landesfarben Russlands und nebenbei lernten die Dritt- und Viertklässler die russische Sprache. Ganz spielerisch können sie sich jetzt begrüßen, nach dem Wohlbefinden fragen und Farben nennen.
Pyatin lobt die Herzlichkeit
Alle Ergebnisse der Workshops wurden im Anschluss in der Aula präsentiert. Zu Gast war dabei auch der Botschaftsrat Vladimir Pyatin. „Es ist ein Zeichen, dass die Sprache gefragt ist. Russland ist eine aufstrebende Wirtschaftsmacht, das zeigt sich auch an den 6.500 deutschen Unternehmen, die sich in Russland angesiedelt haben“, so Pyatin. Das Wort ergriff auch der stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher West-Ost-Gesellschaften, Cyrill Pech. Der Verein ist der Träger des Russo Mobils. „Hier spüren wir Herzlichkeit, die Beziehungen und Freundschaften anderer Völker sind hier nicht nur formal, sondern warm und offen“, sagte Pech. Er lobte das Engagement und die Einsicht an dem Luckenwalder Gymnasium, das Russisch wichtig ist. Dabei hilft das Russo Mobil, das spielerisch und kreativ für diese Sprache wirbt. Sven Petke, Vorsitzender des Fördervereins, freut sich, dass die Schule der Sprache treu geblieben ist und verwies gleichermaßen darauf, wie wichtig die Sprache in Europa und in Richtung Asien ist. Die stellvertretende Schulleiterin aus St. Petersburg, Evdockija Zalessova, und die Projektleiterin Elena Akimova ließen es sich nicht nehmen, Dankesworte an alle Beteiligten zu richten. „Wir sind hier so warmherzig aufgenommen worden und man hat uns so viel gezeigt“, so Zalessova. Gemeint sind der Besuch der Bunkerstadt in Wünsdorf, des Reichstages in Berlin und eine Schlössertour durch Potsdam. „Die Kinder konnten Geschichte erkennen, das ist sehr wichtig. Wir haben auch sehr viel über Friedrich den Großen erfahren. Und vor allem aber sind wir sehr angetan von der gastfreundschaftlichen Aufnahme in den Familien“, erzählte Akimova.
19 Sieger der eigenen Schule
Im Rahmen der Veranstaltung wurden auch die Gewinner des Lyrik- und Fotowettbewerbs „Mein Sommer“ des Festivals der russischen Kulturen „Alexandrowka 2010“ ausgezeichnet. „Die Neuntklässler mussten ein Gedicht zum Thema schreiben, dieses ins Russische übersetzen und zusammen mit einem Bild oder Foto einschicken. Die besten zwanzig aus Berlin und Brandenburg wurden in einem Buch zusammengestellt“, erzählte Projektleiterin Gudrun Seemann, die auch darauf verwies, dass davon schon 19 ihrer Schüler gewonnen haben. Sie alle erhielten als Dank von der Initiative ein Buch mit ihren eigenen Gedichten. Es folgten Tanz und Theateraufführungen. „Es ist ein schöner Tag. Wir können stolz sein auf unsere Schule und wir können die Früchte des Erfolgs ernten. Die sehr gute Zusammenarbeit hat dazu beigetragen, dass dieser so schön war“, bedankte sich abschließend Gudrun Seemann.
