Friedrich II. und seine Schlösser und Gärten

Der preußische König schafft sich ein stolzes Refugium bei Potsdam

Nach dem ersten Schlesischen Krieg entdeckte Friedrich II. Potsdam für sich und zog in das dortige Schloss. Ab 1743 entstand dann das Weltkulturerbe Sanssouci.

Friedrich II. zog 1743 in das Stadtschloss Potsdam. Schloss und Stadt ließ er ausbauen und repräsentativ herrichten.

Im August 1743 begann die Geschichte des Schlosses und des Parks Sanssouci. Friedrich II. unternahm und auf dem Hügel mit der herrlichen Aussicht legte die Hofgesellschaft eine Rast ein. Dem König gefiel der Platz so gut, dass er den wüsten Weinberg vom Potsdamer Waisenhaus kaufte und den Weinberg terrassieren ließ. Dank der parabolischen Anlage und der besonderen Lage konnten hier auch edle Sorten und gar Feigen gedeihen.

1744 fiel der Entschluss zur Anlage einer Gruft auf dem Berg. Damit begann die Schöpfung der Parklandschaft um Sanssouci. Das blieb eine Daueraufgabe für Friedrich II. und seine Nachfolger. Und bleibt es auch für die Zukunft.

Das Lustschluss Sanssouci entsteht

Vom 13. Januar 1745 stammt die Anordnung von Friedrich II., ein „Lust-Haus zu Potsdam“ zu errichten. Er hatte von diesem Haus konkrete Vorstellungen, die er selbst skizziert hatte. Knobelsdorff wurde mit der weiteren Planung für ein einstöckiges und ebenerdiges Gebäude auf den Weinbergterrassen der Bornstedter Höhen beauftragt.

Knobelsdorff erhob Einwände gegen das Konzept. Er regte an, das Gebäude durch ein Sockelgeschoss zu erhöhen und mit einem Keller zu versehen. Auch wollte er es weiter an den Rand der Terrassen verschieben. Doch der Bauherr bestand auf seinen Vorstellungen.

Am 14. April 1745 wurde der Grundstein zu dem Lusthaus auf dem Weinberg gelegt. Es wurde ein prächtiger Bau mit den zwei Seiten: der heiteren Gartenseite mit barocken Bachanten und Bachantinnen und der schon klassizistisch wirkenden Empfangsseite mit der Säulenkolonnade. Im Inneren verbanden Formen der Klassik und des Rokoko sich zu prächtig ausgestatteten Räumen.

Am 1. Mai 1747 wurde das königliche Refugium „ohne Sorge“ eingeweiht. Es wurde die bevorzugte Sommerresidenz von Friedrich II.

Die Orangerie und ihr Umbau zu den Neuen Kammern

Ab 1745 entstand nach Plänen von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorffs westlich des Schlosses Sanssouci eine Orangerie.

1771 begann der Umbau der Orangerie zu einem Gästehaus, den Neuen Kammern. Der war 1775 abgeschlossen. Baumeister war Georg Christian Unger. Äußerlich wurde der Bau nur geringfügig verändert und so ist seine ursprüngliche Funktion bis heute erkennbar. Neu war die Kuppel auf dem Mittelteil. Dadurch ergibt sich eine äußere Ähnlichkeit zur Bildergalerie.

Das Obeliskportal

Das Obeliskportal wurde 1747 erbaut. Es bildet den östlichen Eingang zum Park. Friedrich II. beauftragte Knobelsdorff mit der Gestaltung. Der König wünschte ein Portal wie im Rheinsberger Park. Die Bildhauerarbeiten stammen von Friedrich Christian Glume.

Die Neptungrotte

Für den Park Sanssouci wurden viele Wasserspiele geplant. 1751 wurde mit dem Bau der Neptungrotte begonnen, die Knobelsdorff entwarf. Die Skulpturen stammen von Johann Peter Benkert. 1757 war die Neptungrotte fertig. Doch die Wasserspiele in Sanssouci waren den der Zeit weit voraus. Sie ließen sich zu Lebzeiten Friedrichs II. nicht betreiben. Erst das 100 Jahre später erbaute Pumpwerk mit Dampfantrieb machte die Wasserspiele wirklich nutzbar.

Die Bildergalerie im Park Sanssouci

Die Bildergalerie im Park Sanssouci schließt sich östlich an das Schloss Sanssouci an. Friedrich II. ließ sie ab 1755 bauen. Baumeister war Johann Gottfried Büring. Dieses Haus ist der älteste erhaltene fürstliche Museumsbau in Deutschland. Nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges wurde die Bildergalerie 1764 eingeweiht.

Chinesisches Haus

1755 skizzierte Friedrich II. einen Gartenpavillon für den Park Sanssouci. Zu dieser Zeit wurden gern Nachempfindungen chinesischer Bauten und Einrichtungen realisiert. Und so wurde im Garten ein Chinesisches Haus geplant.

Johann Gottfried Büring realisierte ab 1755 den Bau in einer Mischung von Chinoiserie und friderizianischem Rokoko etwa 700 m südwestlich des Schlosses Sanssouci. Fertig wurde dieses Haus erst 1764. Denn dazwischen musste Friedrich II. den Siebenjährigen Krieg führen.

Neben dem Gartenhaus entstand ebenfalls in Chinoiserieform ein Küchenhaus. Das wurde allerdings schon 1789 bei Umbauten seines ostasiatischen Stils beraubt.

Der Ruinenberg

Eine Erhebung zwischen Bornstedt im Westen und der Potsdamer Jägervorstadt im Osten wurde ab 1748 zum Ruinenberg. Dieser Berg sollte ein Wasserreservoir für den Betrieb der Fontainen und Wasserspiel im Park Sanssouci aufnehmen. Diese technische Funktion wurde mit antikisierenden künstlichen Ruinen verbrämt. Diese stehen in einer direkten Sichtachse zum Schloss Sanssouci.

Das Neue Palais

Direkt nach dem Ende des Siebenjährigen Kriegs ließ Friedrich II. den Bau des Neuen Palais im Westen des Parks Sanssouci beginnen. Er wollte wohl der Welt demonstrieren, dass Preußen auch nach diesem teueren Krieg ein großes Bauvorhaben stemmen kann. 1769 war der Baukomplex fertig.

Johann Gottfried Büring entwarf die Anlage mit Unterstützung von Heinrich Ludwig Manger und vielen anderen Baumeistern. Nach Unstimmigkeiten mit dem Bauherrn verließ Büring Potsdam und Carl von Gontard übernahm 1764 die Leitung des Projektes.

Das Neue Palais ist eine dreigeschossige Dreiflügelanlage. Es hat einer Frontlänge von 220 Metern. Der Mittelteil wird von einer 55 Meter hohen Kuppel gekrönt. Der größte Teil der Außenwände bekam einen roten Backstein vortäuschenden Anstrich. Etliche Bildhauer waren an der Schöpfung von über 400 Sandsteinfiguren beteiligt. Darunter waren Johann Peter Benckert, Johann Mathias Gottlieb Heymüller, die Brüder Johann David und Johann Lorenz Räntz und noch einige mehr.

Der Antikentempel

Der Antikentempel ist ein kleiner Rundtempel im westlichen Teil des Parks Sanssouci. Friedrich II. ließ ihn 1768/69 von Carl von Gontard bauen. Die königliche Sammlung antiker Kunst war hier untergebracht. Seit 1921 wird der Antikentempel als Mausoleum des Hauses Hohenzollern genutzt.

Freundschaftstempel

Einen kleinen Rundtempel ließ Friedrich II. zum Gedenken an seine 1758 verstorbene Schwester, der Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth, im westlichen Teil des Parks Sanssouci errichten. Den Freundschaftstempel genannten Bau schuf Carl von Gontard zwischen 1768 und 1770.

Das Belvedere auf dem Klausberg

Auf dem Klausberg, einer Erhöhung westlich des Schlosses Sanssouci im Verlauf des Bornstedter Höhenzugs, wurde von 1770 bis 1772 ein Belvedere errichtet. Der Architekt des damals weithin sichtbaren Gebäudes war Georg Christian Unger.

Das Drachenhaus

Am Südhang des Klausbergs wurde zwischen 1770 und 1772 parallel zum Belvedere das Drachenhaus gebaut. Friedrich II. ließ es dem Zeitgeschmack entsprechend in Anlehnung an chinesische Pagoden gestalten. Planung und Ausführung lagen in den Händen des Baumeisters Carl von Gontard.