
- Arbeitsagenturen können Arbeitslosigkeit verkürzen - Arbeitsagentur
Aufgrund von Kündigung oder Insolvenz können Arbeitnehmer immer mal wieder kurzfristig arbeitslos werden. Meist finden sie aber innerhalb weniger Wochen oder Monate einen neue Beschäftigung. Der Begriff friktionelle Arbeitslosigkeit leitet sich von dem Wort Friktion (= Hemmnis, Widerstand) ab. Als Synonyme werden auch Sucharbeitslosigkeit und Fluktuationsarbeitslosigkeit verwendet.
Arbeitsmarktpolitische Instrumente gegen friktionelle Arbeitslosigkeit
Durch eine gut funktionierende Arbeitsvermittlung, die potenzielle Arbeitnehmer schnell und effektiv an Unternehmen auf Personalsuche vermittelt, kann die Dauer der friktionellen Arbeitslosigkeit verkürzt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Arbeitsvermittlung durch staatliche oder private Institutionen realisiert wird. Auch die Kürzung der Bezugsdauer von Arbeitslosengeld I (ALG I) kann helfen, indem die Arbeitnehmer dazu animiert werden, schnell wieder in Arbeit zu kommen. Allerdings würden dadurch die Personen bestraft, die trotz intensiver Bemühungen keine Stelle finden können.
Wie gut die arbeitsmarktpolitischen Instrumente die friktionelle Arbeitslosigkeit bekämpfen können, hängt aber auch von der Umzugsbereitschaft der Arbeitnehmer ab, falls diese eine Stelle in einer anderen Stadt oder einem anderen Bundesland angeboten bekommen.
Wovon hängt die Dauer der friktionellen Arbeitslosigkeit ab?
Wie schnell Arbeitnehmer nach einer Kündigung wieder eine neue Stelle finden, hängt nicht nur vom Funktionieren der arbeitsmarktpolitischen Instrumente ab. Auch folgende Faktoren spielen dabei eine Rolle:
- Eigenkündigung oder Kündigung durch den Arbeitgeber
- Qualifikationen
- Anzahl von Arbeitsstellen in der Region
Hat ein Arbeitnehmer selbst gekündigt, wird er aller Voraussicht nach schneller eine neue Stelle finden, als wenn er gekündigt wurde oder aufgrund einer Insolvenz arbeitslos wird. Oft hat er dann nämlich bereits eine neue Stelle gefunden oder in Aussicht. Ebenso wird ein Arbeitnehmer mit vielseitigen Qualifikationen schneller wieder Arbeit finden als ein Arbeitnehmer, der sich auf eine Sache spezialisiert hat und daher weniger flexibel einsetzbar ist. Die Dauer friktioneller Arbeitslosigkeit wird natürlich umso kürzer ausfallen, je mehr Arbeitsplätze in einer bestimmten Region zur Verfügung stehen, da die Chance auf freiwerdende Stellen steigt.
Gründe für friktionelle Arbeitslosigkeit
Einerseits entsteht durch Fluktuation (Wechsel zwischen zwei Arbeitsplätzen) eine kurzfristige Arbeitslosigkeit, wenn die Aufnahme der neuen Stelle zeitversetzt erfolgt. Kündigt ein Arbeitnehmer beispielsweise zum 31.03. eines Jahres seinen Arbeitsvertrag und kann seine neue Arbeitsstelle erst zum 01.05. aufnehmen (zum Beispiel weil er noch umziehen muss), wird er vorübergehend arbeitslos.
Andererseits müssen sich Arbeitnehmer, die gekündigt werden, zunächst über das Angebot auf dem Arbeitsmarkt informieren, eine freie Stelle finden, die ihren persönlichen Vorstellungen entspricht und sich auf diese bewerben. Da die Unternehmen ihre Stellenanzeigen meist mit einer gewissen Vorlaufzeit schalten, geht dies nicht von heute auf morgen. So kommt es während der Arbeitsplatzsuche zu friktioneller Arbeitslosigkeit.
Ein gewisser Anteil friktioneller Arbeitslosigkeit ist unvermeidbar, da ständig irgendwo Arbeitnehmer kündigen oder gekündigt werden und woanders nach Personal gesucht wird. Dieser entgegenzuwirken ist daher so gut wie unmöglich. Die Arbeitsmarktpolitik kann allerdings versuchen, die Dauer der friktionellen Arbeitslosigkeit so kurz wie möglich zu halten.
Weitere Informationen zum Thema
Arten der Arbeitslosigkeit - Definition und Überblick
Quellen:
Katrin Alisch, Eggert Winter, Ute Arentzen: Gabler Wirtschaftslexikon. Gabler Verlag, 2004. Taschenbuch, 3478 Seiten. Euro 179.
Bundeszentrale für politische Bildung
