
- Krimi- Icon - Illustration: Friederike Rave
In den 1990er Jahren feierte der amerikanische Sender Fox mit "Akte X" große Erfolge. Die Serie brachte es in neun Staffeln auf insgesamt 202 Folgen.
"Fringe" zeigt nun durchaus Potential, dessen Erbe als erfolgreiche Mysteryserie anzutreten. Der 83minütige Pilotfilm, mit zehn Millionen US-Dollar Produktionskosten der bis dato teuerste in der Geschichte des Fernsehens, lief am 9. September 2008. Dieser konnte 9,13 Millionen Zuschauer hinter dem Bildschirm versammeln. Die zweite Folge steigerte das gute Ergebnis noch einmal auf insgesamt 13,27 Millionen und erreichte damit Platz 5 der am meisten gesehenen Fernsehsendungen in der betreffende Woche.
Am 1. Oktober 2009 gab es vom Sender Fox grünes Licht für das Produktionsvolumen einer ganzen Staffel von 22 Folgen. Laut einer Pressemeldung vom 21. Februar 2009 ist bereits eine 2. Staffel in Auftrag gegeben worden, die aus Kostengründen nicht mehr in New York City, sondern in Vancouver gedreht wird.
"Fringe": Ermittlungen im Bereich der Grenzwissenschaften
Im Mittelpunkt der Serie "Fringe" stehen die FBI Agentin Olivia Dunham (Anna Tov), der Wissenschaftler Walter Bishop (John Noble) und dessen Sohn Peter (Joshua Jackson), die zusammen in Fällen von Grenz (= Fringe)-Wissenschaften ermitteln. Auf der ganzen Welt werden aus noch nicht ersichtlichen Gründen Experimente durchgeführt, die das Schema genannt werden, wie zum Beispiel ein neugeborenes Baby, das innerhalb nur weniger Stunden rapide altert und stirbt. Diese drei werden vom Leiter der Fringe-Abteilung Philipp Broyles (Lance Reddick) immer wieder damit beauftragt, die Hintergründe für die Geschehnisse zu ermitteln. Alle diese Experimente lassen sich zurückführen auf das Unternehmen Massive Dynamic, eine weltweit an der Spitze stehende Forschungsgesellschaft, die die Patente für neue und wichtige Technologien besitzt.
"Fringe": Eine Mischung aus Procedural und Serial von J.J. Abrams
Die Serie "Fringe" ist ein Gemeinschaftsprodukt des Autorentrios J.J. Abrams, Roberto Orci und Alex Kurtzman. Alle drei hatten bereits vorher für die Agentenserie "Alias" in der Doppelfunktion als Co-Autoren und Ausführende Produzenten zusammengearbeitet.
Abrams Inspiration für die Serie stammt aus den Büchern von Michael Crichton, dem Ken Russell Film "Der Höllentrip" und den Fernsehserien "Akte X" und "Unglaubliche Geschichten" ("Twilight Zone").
"Fringe" ist eine Mischung aus Episoden- (Procedural) und Fortsetzungsserie (Serial). Laut Aussage von J.J. Abrams soll "Fringe" zugänglicher sein als "Lost". Es gibt hier zwar auch einen staffelübergreifenden Handlungsbogen, aber bei weitem ist es keine Serie, bei welcher der Zuschauer jede einzelne Episode gesehen haben muss, um den Fortgang der Handlung zu verstehen.
"Fringe": Die Hauptdarsteller der Serie
Für die australische Schauspielerin Anna Torv ist ihre Hauptrolle in "Fringe" das erste Engagement in einer amerikanischen Fernsehserie. Im Kino verkörperte John Noble den Denethor im 2. und 3. Teil der "Herr der Ringe"-Triologie. Serienerfahrung sammelte er in Episodenrollen von "24" und "The Unit".
Joshua Jackson kennt der Zuschauer als Pacey Witter aus der Teenagersoap "Dawsons Creek".
Der begabte Seriendarsteller Lance Reddick war in einigen Folgen der 5. Staffel von "Lost zu sehen", spielte eine der Hauptrollen in der HBO "The Wire" und absolvierte Gastauftritte in Krimiserien wie "CSI: Miami" und in allen "Law& Order" –Serien.
"Fringe": Keine bloße "Akte X"-Kopie
Angefangen mit dem Titelvorspann, über das Thema der Serie (paranormale Geschehnisse) bis hin zur Bildsprache (herbstliche Ästhetik, ständiger Gebrauch von Taschenlampen am Tatort) zitiert "Fringe" reichhaltig aus dem Fundus der von "Akte X" gesetzten Standards für eine Mysteryserie. Dass die Serie doch nicht zu einer bloßen Kopie ihres Vorbildes verkommt, liegt an dem sorgfältig zusammen gecasteten Darstellerensemble. Die sich andeutenden Geschichten hinter den Protagonisten machen zudem neugierig auf mehr.
