Die sogenannten Wechseljahre sind eine natürliche Phase im Leben jeder Frau. Genau so wie die erste Menstruation, sind die Wechseljahre für jede Frau eine Umstellung. Viele Frauen erleben den Wechsel als Befreiung, weil Themen wie monatliche Blutung und Verhütung wegfallen, für andere Frauen ist diese Veränderung aber eine Herausforderung. Sie müssen sich in ihrem Bild als Frau neu definieren. Schwer wird es aber besonders dann, wenn man als Frau noch einen Kinderwunsch hat und einen die Wechseljahre unvorbereitet treffen. Gerade bei frühzeitigen Wechseljahren ist dies oft der Fall.
Was sind die Wechseljahre?
Normalerweise stellt sich der weibliche Körper ab Anfang 40 auf eine neue hormonelle Phase um - das Klimakterium, auch die Wechseljahre genannt. Die Östrogen- und Progesteronproduktion wird im Laufe der nächsten Jahre immer weniger. Ungefähr zehn Jahre später haben die meisten Frauen ihre letzte Menstruation.
Welche Anzeichen für die Wechseljahre gibt es?
Das Ausbleiben der Menstruation, Schweißausbrüche (Hitzewallungen) und Stimmungsschwankungen (vermehrte Reizbarkeit) können Anzeichen für die Wechseljahre sein. Die Bestimmung des Hormonstatus gibt finale Klarheit. Ein Gynäkologe bestimmt den Spiegel des follikelstimulierenden Hormons (FSH) im Blut. Experten empfehlen zwei FSH-Tests im Abstand von einem Monat. Der Bluttest zeigt an, ob der FSH-Wert erhöht ist. Das weist darauf hin, dass die Eierstöcke nicht ordnungsgemäß arbeiten. Anhand von weiteren Untersuchungen lässt sich der Verdacht auf Wechseljahre dann weiter bestätigen.
Weiters können auftreten:
- Nervosität
- Osteoporose
- Schlafstörungen
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit
- Gewichtsveränderungen
Wann spricht man von einem frühzeitigen Einsetzen der Wechseljahre?
Bei etwa fünf Prozent der Frauen stellt sich der Körper 5 bis 15 Jahre früher auf die Wechseljahre um.
Was können die Gründe für frühzeitige Wechseljahre sein?
Genetische Defekte können dafür verantwortlich sein, dass der Körper nur eine geringe Anzahl an Eizellen produziert und so der Wechsel von der fruchtbaren in die unfruchtbare Phase deutlich früher stattfindet. Frauen, die regelmäßig rauchen, kommen laut Studien etwas früher in die Wecheljahre, als Nicht-Raucherinnen. In manchen Fällen können selbst Hormonspezialisten keine Ursache für den frühzeitigen Wechsel finden.
Was sind sogenannte "chirurgische Wechseljahre"?
Wenn die Eierstöcke, aus verschiedenen Gründen, operativ entfernt werden müssen, und in Folge die Frau in ein vorzeitiges Klimakterium kommt, spricht man von chirurgischen Wechseljahren. Auch Strahlen- und Chemotherapien können sich auf den Hormonhaushalt einer Frau auswirken. In manchen Fällen stellen die Eierstöcke aufgrund dieser massiven Behandlungen ihre Funktion ein.
Besteht bei Frauen, bei denen eine derartige Operation oder Behandlung geplant ist, ein Kinderwunsch, gibt es die Möglichkeit vorher Eierstockgewebe mit Eizellen zu entnehmen und es zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu implantieren. Eine andere Möglichkeit wäre auch befruchtete Eizellen für eine In-vitro-Fertilisation einfrieren zu lassen.
Kann eine Hormontherapie bei frühzeitigen Wechseljahren und bestehenden Kinderwunsch helfen?
Leider kann eine Hormontherapie nur selten Frauen, die im frühzeitigen Wechsel sind, helfen schwanger zu werden. Daher sollte man beim kleinsten Verdacht den Gynäkologen aufsuchen. In der Anfangsphase ist es manchmal noch möglich, den Hormonhaushalt medikamentös auszubalacieren, so dass eine Schwangerschaft gute Chancen hat.
