Früh übt sich, wer ein Schreib- und Rechenmeister werden will

Kinder beginnen nicht erst am ersten Schultag, Lesen und Schreiben zu lernen. Schon vorher begegnen sie Buchstaben und Zahlen, eher nebenbei und im Spiel.

Schreiben, Lesen und Rechnen sind auch im Zeitalter von Internet und Smartphone noch grundlegende Kulturtechniken. Je sicherer Kinder darin sind, umso besser kommen sie in der Schule und im Leben zurecht. Die Entwicklung dieser Fähigkeiten beginnt nicht erst am ersten Schultag. Schon vorher eignet sich ein Kind die Voraussetzungen dafür an, Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen.

Manche dieser Voraussetzungen sind offenkundig wie die Sprachentwicklung. Ein Kind, das Buchstaben nicht hören kann, kann sie auch nicht richtig aufschreiben. Andere Voraussetzungen kommen einem auf den ersten Blick merkwürdig vor: Warum ist es für das Rechnen erforderlich, sich im Raum orientieren zu können? Wenn man sich eine Hundertertafel vorstellt und diese mit einem Raum vergleicht, ist es leicht zu verstehen. Auch in einer Hundertertafel muss man von einer Zahl aus wissen, was vor und hinter einem, über oder unter einem ist.

Eltern können schon in der Familie eine Basis schaffen, dass Kindern das Lernen von Lesen, Schreiben und Rechnen leichter fällt, mit Spielen oder indem sie sie in Alltagsdinge wie Backen und Kochen einbinden.

Rechnen – Spielen mit Würfeln

Ist Ihnen schon aufgefallen, dass Kinder bei einem Würfelspiel meist keine Probleme haben, Zahlen zu erkennen, dessen Ziffern sie nicht lesen können? Es lohnt sich also, den Würfelaugen besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Schauen Sie doch mal, welche Würfelspiele sich im Spielzeugregal im Kinderzimmer befinden und spielen Sie drauf los.

Achten Sie darauf, dass bei jede Wurf immer die Zahl der zu gehenden Felder genannt wird. Ändern Sie ruhig auch mal die Spielregeln. Erklären Sie am Beginn des Spiels, dass die Augenzahl auf gegenüberliegenden Seiten immer 7 ergeben: 6 + 1, 5 + 2, 3 + 4. Die neue Regel heißt: Man darf immer die Augen ziehen, die der Würfel anzeigt und wenn man sagen kann, welche Zahl auf der nicht sichtbaren Seite steht, darf man auch die noch gehen.

Wenn Sie merken, dass Ihr Kind den Trick durchschaut hat und quasi im Schlaf die gegenüberliegende Zahl nennen kann, setzen Sie doch einen zweiten Würfel ein. Anfangs können Sie Ihr Kind die Würfelaugen nacheinander gehen lassen. Der nächste Schritt ist dann, die Summe zu bilden und nennen zu lassen, ehe die Spielfigur gerückt wird.

Laute hören

Diese Übung können Sie überall durchführen, im Auto, im Supermarkt beim Spaziergang. Sagen Sie ein möglichst kurzes, einsilbiges Wort wie Bär, und fragen Sie, welchen Laut ihr Kind am Anfang hört (b). Wichtig: Fragen Sie nicht nach dem Buchstabennamen (Be, Ce, De, Eff), sondern nach dem gehörten Laut (a, b, c, d, f). Wenn Ihnen keine Wörter einfallen, sehen Sie sich einfach um oder nehmen folgende Worte: Ball, Bär, Banane, Bumerang, Papa, Puppe, Pudel, Pudding, Apfel, Alf, Ananas, Abend, Oma, Orange, Ostern, Onkel, Dachs, Duft, Durst, Deich, Tag, Tante, Tunnel, Teufel.

Sie können Sie Begriffe auch auf kleine gleichgroße Blätter oder Kärtchen schreiben (miteinander schreiben, falls das Kind oder eines Ihrer Kinder schreiben kann). Nun werden sie mit der beschrifteten Seite nach unten auf den Tisch gelegt und nacheinander aufgedeckt. Wer den Laut erkennt, darf das Kärtchen behalten, wenn er nicht erkannt wird, wird er wieder umgedreht. Alternativ können Sie die Kärtchen mit den Begriffen nach oben in einem Halbkreis auf den Tisch legen, das eine Ende ist der Start, das andere das Ziel. Bekleben Sie einen Zahlenwürfel mit den Buchstaben B, P, A, O, D, T und würfeln Sie nun von Laut zu Laut. Nicht vergessen: Vor dem Ziehen auf den entsprechenden Laut aussprechen!