
- Tulpe im Frühling - S. Berghoff
Die Temperaturen steigen langsam, die Laune auch - nicht zuletzt, weil die Tage wieder länger werden und die Sonne wieder öfter durch das dicke Grau der Wolken schaut. Doch die Definition "Frühlingsanfang" ist nicht so einfach, wie man annehmen würde. Der Anfang der Jahreszeit Frühling kann auf 3 verschiedene Arten festgestellt werden: astronomisch, meteorologisch oder phänologisch. Alle drei Daten legen den Frühlingsanfang fest.
Astronomischer Frühlingsbeginn
Die Astronomen legen den Frühlingsbeginn durch das Äquinoktium fest.
Das Lexikon sagt: Als Äquinoktium (lateinisch: aequus „gleich“, nox „Nacht“) werden in der Astronomie gewisse Zeitpunkte und diesbezügliche astronomische Referenzpunkte (Äquinoktialpunkte) bezeichnet. Ein anderes Wort dafür ist Tag-und-Nacht-Gleiche. Für Laien bedeutet das: Die Sonne, von der Erde aus gesehen, passiert nordwärts den Äquator.
Das Frühlingsäquinoktium ist auf der Nordhalbkugel um den 21. März. Die Zeit zwischen zwei Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleichen beträgt 365,242199 Tage und wird "tropisches Jahr" genannt.
Meteorologischer Frühlingsbeginn
Die meteorologischen Jahreszeiten: Frühling / Sommer / Herbst / Winter wurden von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO - eine Unterorganisation der UN) zur Vereinfachung eingesetzt. Für jede Jahreszeit werden drei Monate veranschlagt:
Frühling: März, April und Mai
Sommer: Juni, Juli und August
Herbst: September, Oktober und November
Winter: Dezember, Januar und Februar.
So können Statistiken viel einfacher erstellt und Klimavergleiche ermittelt werden.
Kalendarischer Frühlingsbeginn
Im Jahr 325 n.Chr. legte das von Kaiser Konstantin dem Großen einberufene Konzil von Nicäa als Frühlingsbeginn den 21. März fest. Damals war der Kalender von Julius Cäsar gültig. Julius Cäsar führte den sogenannten Julianischen Kalender ein. Dieser Kalender hatte festgelegt, dass ein Jahr 365 oder 366 Tage lang ist. In jedem vierten Jahr wurde nach dem 28. Februar ein Schalttag eingeschoben. Im vieljährigen Mittel ist ein julianisches Jahr also 365,25 Tage lang und unterscheidet sich somit vom tropischen Jahr.
Bereits im 16. Jahrhundert war diese Differenz auf fast 12 Tage angewachsen. Papst Gregor XIII. war es, der einmalig 10 Tage aus dem Julianischen Kalender strich und sogenannte "Säkularjahre" einführte. Nach dieser Regelung sind Jahre zum vollen Jahrhundert, die nicht durch 400 teilbar sind, keine Schaltjahre mehr. Das allein bedingt, dass der astronomische Frühlingsbeginn in der Nähe seines kalendarischen Datums bleiben kann.
Phänologischer Frühlingsbeginn
Die Wissenschaftler teilen den phänologischen Frühling in drei Phasen:
- Vorfrühling: Vom Blühbeginn der Schneeglöckchen und der Haselnuss, bis zu den pollengelben Salweidenkätzchen
- Erstfrühling: Vom Blühbeginn der Forsythie und Laubaustrieb der Stachelbeere bis zum Blühbeginn der Birnbäume.
- Vollfrühling: Vom Blühbeginn der Apfelbäume und des Flieders bis zum Blühbeginn der Ebereschen und des Wiesenfuchsschwanzes.
Der phänologische Frühlingsanfang orientiert sich an der Höhenlage, den Temperaturen, der Natur, der allgemeinen Wetterlage. Dadurch lässt sich kein festes Datum zuordnen. Nur eins steht fest: Jede Region hat ihren eigenen phänologischen Frühlingsbeginn.
