
- Trotz Fruktoseintoleranz genießbar: Die Ananas - Maret Hosemann/Pixelio.de
Von Ernährungsexperten wird immer wieder betont, wie wichtig der Genuss von Obst und Gemüse für eine gesunde Ernährung ist. Fünf Portionen dieses Nahrungsmittels, verteilt über den Tag, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Aber nicht jeder profitiert von diesem Ratschlag. Oft treten vielmehr nach dem Genuss von Obst Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit und Durchfall auf. Der Grund ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, die sog. Fruktoseintoleranz oder Fruktosemalabsorption, d.h. Unverträglichkeit gegenüber Fruchtzucker.
Was ist eine Fruktoseintoleranz?
Obst und Gemüse enthalten je nach Sorte unterschiedlich viel Fruchtzucker. Dieser wird durch ein Protein, GLUT-5 genannt, aus der Nahrung im Dünndarm aufgenommen und ins Blut transportiert. Liegt ein Defekt dieses Proteins vor, gelangt zu viel Fruchtzucker in den Dickdarm, was zu oben genannten krankhaften Symptomen führt.
Wieso tritt diese Krankheit immer häufiger auf?
Die Ursache für das vermehrte Auftreten dieses Krankheitsbildes ist bislang nicht vollständig geklärt. Man vermutet, dass ein erhöhter Gehalt von Fruktose in den Nahrungsmitteln kausal sein könnte.
Zuckeraustauschstoffe Fruktose und Sorbit
Nicht nur in ausgewiesenen Lebensmitteln für Diabetiker wurde Saccharose, der normale Haushaltszucker, durch Fruktose ersetzt. Auch andere Lebensmittel, die sog. Light-Produkte, werden mit Fruktose oder dem Zuckeralkohol Sorbit gesüßt. Mit ihrem Verzehr wird ein Vielfaches der Menge Fruchtzucker aufgenommen, die man über den Verzehr von naturbelassenem Obst und/oder Gemüse zu sich nimmt. In neueren Studien fand man heraus, das Fruchtzucker die Fettablagerung in der Leber fördert und das Risiko, an Gicht zu erkranken, erhöht.
Die genaue Diagnose ist wichtig
Die Zahl der an Fruktoseintoleranz erkrankten Menschen erscheint zum anderen höher als früher zu sein, weil diese Funktionsstörung klar diagnostiziert werden kann. Eine genaue Diagnose ist für eine Ernährungsumstellung wichtig, weil eine Laktoseintoleranz die gleichen intestinalen (= den Darm betreffenden) Beschwerden zeigt.
Ernährungsumstellung
Ist eine Fruktosemalabsorption festgestellt, bringt eine konsequente Ernährungsumstellung eine schnelle Linderung der Leiden. Sie verläuft in zwei Phasen. In der ersten werden Fruchtzucker und Sorbit strikt gemieden. In der zweiten Phase wird versucht, die persönlich verträglichen Lebensmittel herauszufinden sowie die Mengen, die davon konsumiert werden dürfen.
Welches Obst oder Gemüse ist gut verträglich?
Der Gehalt an Fruchtzucker ist in Obst und Gemüse unterschiedlich hoch. Je süßer eine Frucht ist, desto höher ist ihr Zuckergehalt. Fruktosearm sind beispielsweise Ananas, Grapefruit, Limette, Litschi, Mandarine, Mirabelle, Papaya, Rhabarber und Zitrone. Gut verträgliche Gemüsesorten sind Aubergine, Blumenkohl, Brokkoli, Chicoree, Chinakohl, Erbsen, Feldsalat, Gurken, Karotten, Kohlrabi, Sauerkraut, Salat, Sellerie, Spargel, Spinat, Tomate und Zucchini.
Nicht empfehlenswert
Weniger gut verträglich sind dagegen Aprikose, Apfel, Birne, Kiwi, Pfirsich, Pflaume, Wassermelone und Weintraube. Bei den Gemüsearten sollten Artischocke, dicke Bohne, Rot- und Weißkohl gemieden werden.
Tipp: Wer seinen Verzehr von Obst und Gemüse einschränken muss, sollte reichlich Vollkornprodukte zu sich nehmen, damit die für die Darmgesundheit wichtige Versorgung mit Ballaststoffen gewährleistet ist.
Vorsicht bei Fertigwaren
Nicht nur Diät- oder Light-Lebensmittel enthalten Fruktosezusätze. Deshalb sollten die Zutatenliste genau studiert und Produkte gemieden werden, die Fruktosesirup, Fruchtzucker, Maissirup oder Sorbit enthalten.
Bitte beachten Sie, dass ein Suite 101-Artikel generell fachlichen Rat – zum Beispiel durch einen Arzt oder Apotheker – nicht ersetzen kann.
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