Für eine atomwaffenfreie Welt

Protestmarsch durch die Bundesrepublik macht Station in Dortmund

Die Demonstranten vor dem Dortmunder Rathaus - cd
Die Demonstranten vor dem Dortmunder Rathaus - cd
Mittwoch, 10.30 Uhr auf dem Dortmunder Rathausplatz: Ein paar versprengte Friedensaktivisten erwarten den Abgesandten des spektakulären Antikriegsmarsches durch die BRD.

Das bundesdeutsche Friedensforum organisiert den Marsch seit dem 6. August 2009, gestartet um 8.15 Uhr am nördlichsten Gebäude Deutschlands, dem Leuchtturm am "Ellenbogen" auf Sylt. Bis zum Sommer wollen die stets wechselnden Marschierer auf der Zugspitze, dem höchsten Punkt Deutschlands, angelangt sein. Im gemeinsamen Kampf für eine atomwaffenfreie Welt, im Gedenken an den Atombombenabwurf von den USA auf Hirohima, Japan am 6. August 1945.

Mit auf dem Weg durch Deutschland: Die riesige Fahne, auf der in gelben Lettern in Deutsch und Japanisch zu lesen ist: "Friedensmarsch zum Gedenken an Hiroshima, 1945-2010, für eine Welt ohne Atomwaffen". Im Gepäck natürlich auch immer die Unterschriftenlisten. 20 Millionen Unterschriften sollen es sein bis zum 2. Mai, wenn sie in New York der Konferenz zur Überprüfung des Atomwaffensperrvertrags übergeben werden sollen.

20 Millionen Unterschriften solllen in New York übergeben werden

Bis dahin ist es noch ein langer Weg, da heißt, es marschieren für die Menschenrechte, Stände aufbauen, Veranstaltungen und Demonstrationen durchführen. "Wenn etwas wichtig ist, dann das", sagt Marschierer Bernd Funke mit dem Brustton der Überzeugung auf der Zwischendemo in Dortmund. Hier halten sich die paar Friedensaktivisten tapfer, marschieren wacker geschlossen, bewaffnet mit Friedenstransparenten, zum Platz von Hiroshima, um hier eine Kundgebung, einen Stand abzuhalten, Unterschriften gegen Atomwaffen zu sammeln. Und es kommen auch prompt einige Interessierte, um zu unterschreiben; darunter ein 85jähriger, der den zweiten Weltkrieg als deutscher Soldat erlebte. "Die haben mich im Krieg durch halb Europa gescheucht", erzählt er. Und: "Nie wieder so etwas ... niemals wieder!" "Ich bin hier, weil ich für Frieden bin, und man mich bat, hier mitzumachen", so eine ältere Dortmunder Aktivistin.

In Unna war die Bürgermeisterin allein dem Friedensaufruf gefolgt

"Ich kann Sachen erzählen von unserem Zug", meint Bernd Funke. Neulich, da stand er in Unna mit der Bürgermeisterin, die eine Solidaritätserklärung verlesen wollte, allein vor dem Rathaus. Die Erklärung hat sie nicht vorgelesen, dafür tut es Funke jetzt auf dem Dortmunder Platz von Hiroshima. "Wir wollen alle keine Atomwaffen, keinen Krieg mehr", so der Tenor der Rede. Sie zeige, so Funke, dass der Friedensgedanke auch in der sogenannten bürgerlichen Welt weit verbreitet sei.

Forderung: Weg mit den Atomwaffen auf deutschem Boden

Die Idee zum Friedensmarsch für Hiroshima, der nach Veranstalterangaben Hiroshima mit all seinen atomaren Opfern als mahnendes Beispiel ins Gedächtnis zurückrufen will, entstand 2008 auf dem Hiroshima-Tag. Aktivisten besprachen damals, das man auch spektakuläre Zeichen setzen müsse. Im zu diesem Zweck verfasten "Appell für eine Welt ohne Atomwaffen" heißt es wörtlich: "Von der deutschen Regierung fordern wir, dass die ungefähr 20 Atombomben, die einsatzbereit in Büchel in Rheinland-Pfalz lagern, sofort abgezogen werden. Wir wollen diese schrecklichen Waffen nicht auf dem Boden unseres Landes stationiert haben!" Man wünscht den Aktivisten viel Erfolg ...

Christopher Dömges, Christopher Dömges

Christopher Dömges - Christopher Dömges alias Tork Pöttschke, *1980 in Dortmund, nach Besuch des Gymnasiums leben und arbeiten am Borsigplatz ...

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