
- Goshi - Irene Wyrsch / PIXELIO
Snacks erfreuen sich großer Beliebtheit. Die kleine Mahlzeit für die Mittagspause, auf die Schnelle am Schreibtisch oder unterwegs auf die Faust. Früher waren es belegte Brötchen, Sandwiches, heute sind es eher Wraps oder Bagles. Bei Partys, Empfänger oder einem zwanglosen Abend mit Freunden wird gern Fingerfood serviert. Es lässt sich gut vorbereiten und hübsch anrichten. Und die Krönung von allem ist Sushi, exotisch wegen der Dips und gesund wegen des Reis und Fischs. Doch seit knapp zwei Jahren finden daneben andere kleine Röllchen Zuspruch. Sie sehen ähnlich aus, sind auch etwas für Menschen, die keinen Fisch mögen oder vertragen und heißen Goshi.
Wie und wann Goshi entstand
Mit einer ganz normalen Mittagspause 2008 fing alles an. Marc Pfeifferling und Frank Möller, eigentlich IT-Berater, saßen entweder im falschen Restaurant oder waren einfach nicht guter Stimmung. Jedenfalls fanden sie die Auswahl der Speisenkarte fade. Der Entschluss stand fest, etwas Neues musste her. Warum das beliebte Sushi nicht mal mit anderen Zutaten zubereiten? Kein roher Fisch, kein Seetang und auch kein Nori-Blatt. Aber die Form sollte bleiben für den kleinen Snack. Der Name war schnell gefunden, Goshi, wobei die ersten beiden Buchstaben für „to go“ stehen. Man sollte in höchster Eile die mundgerechten Scheibchen notfalls auch aus der Packung essen können.
Wer nicht immer dasselbe essen mag, der möchte vielleicht auch nicht immer denselben Beruf ausüben. So wurden aus den beiden IT-Beratern Caterer, die mit einer extra hierfür konzipierten Maschine das Fingerfood zu Rollen formen. Doch was sich so leicht liest, war nicht so schnell getan. Bis zur Gründung ihres Unternehmens verging noch ein Jahr. Denn nicht nur für Fachfremde gibt es bei der Umsetzung solcher Vorhaben vieles zu bedenken.
Woraus Goshi besteht
Die neuen Kreationen setzen sich aus fünf Bestandteilen zusammen. Da es nichts aus dem Meer gibt, besteht die Hülle nicht aus dem Nori-Blatt, sondern einem Blatt aus getrocknetem Soja. Anfassen erlaubt, es ist schließlich Fingerfood. Darunter befindet sich der gekochte Reis, die sogenannte Matte, die alles ent- und zusammenhält, nämlich die beiden Ingredienzien der Rolle, die je nach Geschmacksrichtung aus einer Fleisch-, Käse- oder Gemüsezubereitung bestehen. Wer mitgezählt hat, weiß, dass noch etwas fehlt. Der fünfte Bestandteil ist der Dip, der geschmacklich auf die Häppchen abgestimmt ist. Die Rollen gibt es bis jetzt in sieben unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Und am fantasievollen Namen ist schon zu erahnen, in welches Land die kulinarische Reise geht. Schmecktakles ist natürlich die griechische Variante mit Schafskäse, getrockneten Tomaten und Oliven, bei Pock-Hot wird es thailändisch und feurig-fruchtig, wenn Hühnchenbrust und Ananas exotisch abgeschmeckt in die Rolle kommen.
Welche Besonderheiten es bei der Herstellung gibt
Nicht nur Menschen mit einer Fischunverträglichkeit können jubilieren. Wer bisher mit begierlichen Blicken auf die appetitlichen Sushi-Röllchen am Nachbartisch schielte, kann nun bei Goshi unbesorgt zugreifen. Dasselbe gilt auch für diejenigen, die unter Zöliakie leiden, denn alle Varianten sind glutenfrei und einige auch laktosefrei. Das Fleisch stammt aus kontrollierter Tierhaltung und generell werden nur frische Zutaten aus ökologischem Anbau verarbeitet. Aus einer Tabelle sind alle Zutaten ersichtlich nebst Fettgehalt und Kalorienzahl, sodass auch Weight Watchers auf dieses Produkt aufmerksam wurde. Es gehört zum Firmenkonzept, einen zwar sättigenden, aber nicht beschwerenden Snack anzubieten. Und gesund soll er sein. Darum enthält er auch keine Zusatzstoffe oder Geschmacksverstärker.
Wie und wo man Goshi bekommt
Die Häppchen werden zu jeweils vier Scheiben in einer besonders fantasievollen Verpackung geliefert. Sie ähnelt einer russischen Puppe in der Puppe, nur dass diese Matrioschka seitlich aufgeklappt wird. In ihr liegen die Scheiben und im Kopfteil befindet sich der Dip. Das ist die Einzel-Portion. Wer eine Party ausrichtet oder ein Büffet damit bestücken möchte, bekommt die Röllchen nach Wunsch sortiert und in größeren neutralen Abpackungen – aber immer frisch und gut gekühlt – ins Haus geschickt.
Der Standort des Unternehmens befindet sich in Hamburg. Wer dort wohnt, geht entweder direkt zur Manufaktur und holt sich seine bestellten Röllchen ab oder er lässt sie sich in einer Kühlbox ins Büro oder nach Hause schicken. Doch wer nicht in der Hansestadt wohnt, muss nicht verzichten. Es wird von Aachen bis Zwickau bundesweit angeliefert, einzige Voraussetzung, man bestellt rechtzeitig, also mindestens zwei Tage im Voraus.
Doch Vorsicht ist bei Goshi geboten. Wer in Paso Robles (Kalifornien) oder auch in Bremen den Namen Goshi liest, betritt entweder ein japanisches Restaurant oder trifft auf einen Pizza-Service. Da heißt es schnell: Oh, gosh!
Quellen:
Hamburger Abendblatt, Fit for fun
Bildnachweis:
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