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Dieser Abend dürfte viele Basketballfans, die wegen des Lockouts und der daraus resultierenden verkürzten Saison durchaus verstimmt gewesen sein könnten, zumindest einstweilig versöhnlich gestimmt haben. Mit fünf Top-Partien trumpfte die NBA am ersten Spieltag auf.
New York besiegt Boston in packendem Thriller
Um zwölf Uhr mittags Ortszeit leiteten zwei Teams aus der Atlantic Divison die 66 Partien umfassende Spielzeit ein, die sich bereits in den vergangenen Playoffs begegnet waren: die New York Knicks und die Boston Celtics. Die Knicks schieden damals nach vier Aufeinandertreffen sieglos aus - es bestand also Grund zur sportlichen Wiedergutmachung. Im heimischen Madison Square Garden präsentierte der Traditionsclub neben seinen Topstars Carmelo Anthony und Amar'e Stoudemire seine bedeutenste Neuverpflichtung Tyson Chandler, der noch im Sommer mit den Dallas Mavericks den Titel gewann. Der Kontrahent aus Beantown musste ohne den angeschlagenen Kapitän Paul Pierce antreten, außerdem fehlte Nachwuchstalent Jeff Green, der wegen einer bevorstehenden Operation am Herz die ganze Saison ausfällt. Das Spiel entwickelte sich zum perfekten Eröffnungskrimi. Auf der Seite der Gäste glänzte All Star Aufbauspieler Rajon Rondo mit 31 Punkten und 13 Assists. Doch als Matchwinner kristallisierte sich Anthony heraus, der von seinen insgesamt 37 Punkten 17 im letzten Viertel erzielte und zwei spielentscheidende Freiwürfe in den letzten Sekunden zum 106:104 Sieg für die Knicks beisteuerte.
Miami rächt Finals Niederlage in Dallas
Als nächstes im Programm rollten die Dallas Mavericks um Finals MVP Dirk Nowitzki und die Miami Heat die Finalpaarung des vergangenen Sommers wieder auf. Vor Spielbeginn fand die sog. ,,banner ceremony" statt, während derer die frisch gekrönten Champions ihr erstes Titelbanner an die Hallendecke des American Airlines Centers hissten. Die Gäste aus Florida nutzten dies offenbar als zusätliche Motivation; im Spielverlauf jedenfalls ließen LeBron James und Dwyane Wade den Mavs' keine Chance auf einen erneuten Sieg. Dem Team um Deutschlands Exportschlager Nowitzki war deutlich anzusehen, wie sehr die Verteidigung unter Tyson Chandlers Abgang nach New York zu leiden hatte. James (37 Punkte) und Wade (26) ließen sich auf ihrem Weg zum Korb nicht stoppen und führten Dallas zeitweise regelrecht vor. Die größte Führung betrug 35 Punkte. Die 21 Punkte von Dirk und 23 von Jason Terry trugen letztendlich auch nur zu Ergebniskosmetik bei. Das Endergebnis belief sich auf 105:94 - dem Spielverlauf nach ein schmeichelhaftes Ergebnis für die Champs.
Lakers unterliegen Bulls in dramatischem Showdown
War die Wiederauflage der Finalspiele durchgehend eine klare Kiste gewesen, so erwies sich das Aufeinandertreffen der Chicago Bulls und der Los Angeles Lakers als das krasse Gegenteil. Das im Staples Center in Hollywood stattfindende Match machte seinem Standort was Drama und Spannung anbelangt alle Ehre. Die Lakers um Topstar Kobe Bryant mussten auf Center Andrew Bynum verzichten, der wegen einer groben Unsportlichkeit in den letzten Playoffs eine vier Spiele umfassende Sperre abzusitzen hatte. Dafür gaben die Neuzugänge Josh McRoberts, Troy Murphy und der Rookie Andrew Goudelock ihr Debüt. Bei den Bulls streifte Veteran Richard Hamilton zum ersten mal das rote Trikot über. Das Spiel verlief recht ausgeglichen, doch kurz vor Ende hielten die Lakers eine knappe ein-Punkt-Führung. 20 Sekunden vor Ende forcierte Luol Deng dann einen entscheidenden Ballverlust der Gastgeber und der amtierende wertvollste Spieler der Liga Derrick Rose versenkte einen schwierigen einhändigen Wurf. So hielt nun Chicago einen 88:87 Vorsprung mit vier Sekunden zu spielen. Bryant (28 Punkte) versuchte sich an einem spielentscheidenden Wurf, doch erneut war es Deng, der zur Stelle war, um den Versuch zu blocken. Die Bulls um Held Derrick Rose gewannen auswärts also 88:87.
Thunder überrollt Magic in Oklahoma City
Als folgten die Weihnachtsspiele einem gewissen Muster, entwickelte diese Partie sich wieder zu einer eindeutigen Angelegenheit. Das junge Team aus Oklahoma City gegen die distanzstarken Orlando Magic. Der zweimalige Scoring Champion Kevin Durant gegen den dreimaligen Verteidiger des Jahres Dwight Howard. Diesem prinzipiell sehr interessanten Duell eilten die Meldungen eben um Howard voraus, der in den vorangegangenen Tagen immer wieder einen Trade gefordert hatte. Dies führte dazu, dass die Zukunft rund um das Team in den Sternen stand. Entsprechend verunsichert war auch das Auftreten der Spieler zu charakterisieren. Nur im ersten Viertel konnte man annähernd mit Oklahomas dynamischem Duo aus Durant (30) und Russel Westbrook (14) mithalten. Auch Bankspieler James Harden steuerte 19 Punkte bei. Gepaart mit der stabilen defensiven Leistung der Zonenspieler Kendrick Perkins, Serge Ibaka und Nick Collison, die Dwight Howard zusammen bei elf Punkten hielten, hatte Orlando an diesem Tag einfach zu viel zu überwinden. Das Endergebnis : 97:89.
Clippers siegen in Oakland
In der letzten Begegnung der Eröffnungsgala lieferten sich die Los Angeles Clippers und die Golden State Warriors in der Oracle Arena ein unerwartet defensiv orientiertes Duell. Die große Neuerung im Kader der Clippers war natürlich Chris Paul, der nach dem gescheiterten Trade zu den Lakers nun doch noch in Los Angeles endete. Außerdem debütierten Caron Butler und Chauncey Billups im Clippers Dress. Das Spiel war von vielen Highlight Spielzügen durchzogen, darunter mehrere Fastbreak-Dunkings von Monta Ellis und zahlreiche spektakuläre Blocks von DeAndre Jordan. Dennoch stellte sich die erwartete Offensivschlacht nicht so richtig ein. Erst spät im letzten Viertel führte Paul (22 Punkte, 9 Assists)seine neue Mannschaft mit drei Sprungwürfen am Stück auf die Siegerstraße. Mit dem amtlichen Endergebnis von 105:86 rundeten die Clippers den sehr unterhaltsamen Abend mit ihrem ersten Saisonsieg ab.
