Mittwoch, 8.2.2012: Eigentlich glaubte niemand an einen Sieg des Sambischen Nationalteams gegen Ghana, denn für die meisten stand das Finale bereits fest: Ghana gegen die Elfenbeinküste, die beiden klaren Favoriten. Doch es kam anders. Sambia setzt sich gegen Ghana mit 1:0 durch und zieht nun ins Finale vom Afrika Cup ein. Am 12.2.2012 wird das Finale Sambia gegen die Elfenbeinküste ausgetragen. Austragungsort ist Libreville, die Hauptstadt von Gabun.

Feierlichkeiten forderten Todesopfer in Sambia

Ganz Sambia war nach dem Sieg über Ghana in Feierlaune. Menschenmengen marschierten singend und tanzend durch die Straßen, oft splitterfasernackt oder nur mit der sambischen Flagge bekleidet. In der sambischen Hauptstadt Lusaka kam es in der Nacht nach dem Halbfinale zu über 30 Verkehrsunfällen, die alle auf die Feierlichkeiten zurückzuführen waren. Doch am tragischsten endeten die Feierlichkeiten in Mazabuka, einer Stadt in der Südprovinz Sambias. Schon 2011 kam es in Mazabuka zu blutigen Ausschreitungen mit Todesopfern, die wegen eines Fußballspiels begonnen hatten. Diesmal führten allerdings nicht Unstimmigkeiten, sondern Feierlichkeiten zu mehreren Todesopfern. Direkt nach dem Match zog eine große Menschenmenge in Richtung des örtlichen Radiosenders, um den Sieg gebührend zu feiern. Von "Pama Meat", einem Club etwas außerhalb der Stadt kam ein VW-Fahrer, der das Match im Club angeschaut hatte. Berauscht vom Sieg und von Alkohol krachte er mit 140 Stundenkilometern in die ihm entgegen marschierende Menschenmenge. Als er das Auto zum Stehen brachte, krachte ihm ein weiteres Auto hinten hinein und schleuderte den VW erneut gegen die Menge. Drei Menschen, unter anderem der VW-Fahrer, erlagen noch vor Ort ihren Verletzungen. Über 30 weitere Menschen mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Vier starben noch in derselben Nacht. Vier Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren wurden in ein Krankenhaus nach Lusaka gebracht, wo ihr Zustand immer noch kritisch ist.

Emotionale Rückkehr nach Gabun für die Sambische Nationalmannschaft

Für die Sambische Nationalmannschaft ist die Reise nach Libreville, der Hauptstadt von Gabun, sehr emotional. 1993 war die Sambische Mannschaft auf dem Weg nach Senegal zu einem WM-Qualifikationsspiel. Ihre Militärmaschine vom Typ DHC-5 der Sambischen Luftwaffe stoppte in Libreville, um auf zu tanken. Danach war das Flugzeug allerdings nicht lange in der Luft, sondern stürzte kurz nach dem Tanken an der Küste von Gabun in den Atlantik. Alle 30 Insassen kamen ums Leben. Unter ihnen waren 18 Nationalspieler, der Nationaltrainer und mehrere Verbandsfunktionäre. Sambias Präsident Michael Sata ermunterte nun die Bevölkerung, während des Finales an die damaligen Todesopfer zu denken und hofft, dass die Nationalelf den Afrika Cup zum Gedenken an den schrecklichen Flugzeugabsturz gewinnen wird.

Die Sambische Nationalmannschaft

Das Sambische Nationalteam stand nun bereits schon drei Mal im Finale des Afrika Cups: 1974, 1994 und 2012. Gewinnen konnten sie bis jetzt noch nie. Dafür war Sambia drei Mal Südafrikameister: 1997, 1998 und 2006. Sie gewannen außerdem drei Mal den CECAFA-Cup (Ost/Mittelafrikameisterschaft): 1984, 1991 und 2006. Für die Weltmeisterschaft konnten sie sich bis jetzt noch kein einziges Mal qualifizieren.

Der Trainer der Sambischen Nationalelf ist der Franzose Hervé Renard. Millionen von Frauen schauen sich die sambischen Spiele an, nur um einen Blick auf den hübschen Coach zu werfen, denn Renard gilt als der Frauenschwarm schlechthin. Der 1968 geborene Franzose war bereits von 2008 bis 2010 Trainer der Sambier, bevor er dann kurzfristig zuerst die Nationalmannschaft von Angola und dann das algerische Team USM Algier trainierte. Erst seit Oktober 2011 ist er wieder Coach der Sambischen Nationalelf. Mehr Informationen rund um das sambische Team findet man auf der Homepage der "Football Association of Zambia".

Quellen und weiterführende Literatur:

Sambisches Fernsehen, Tageszeitungen und Radio

Berichte von Augenzeugen

Homepage der "Football Association of Zambia"

Homepage "Africa Cup"