
- Zinédine Zidane als Kapitän im „Spiel gegen Armut“ - Foto: UNDP
Ein Fußballmatch der besonderen Art trugen mehr als 30 internationale Stars um den früheren Weltklassespieler Zinédine Zidane Ende letzten Jahres im griechischen Piräus aus und erspielten damit mehr als eine halbe Million Dollar für die Aufbauarbeiten nach dem Erdbeben in Haiti und nach der Flutkatastrophe in Pakistan. Ein Teil des Erlöses wird auch bedürftigen Gemeinden in Griechenland zu Gute kommen. Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) und der Fußballclub Olympiacos Athen erklärten Anfang Februar 2011 als gemeinsame Organisatoren der Begegnung, dass alle Einkünfte aus Kartenverkauf, Übertragungsrechten, Sponsorenverträgen und Spenden des am 14. Dezember 2010 ausgetragenen „Spiels gegen Armut” eingegangen, die Kosten abgerechnet und die Einnahmen geprüft worden seien.
Öffentlichkeit wird durch Fußballspiel auf Armut aufmerksam
Mehr als 33.000 zahlende Zuschauer strömten in das Karaiskakis-Stadion der sportbegeisterten griechischen Hafenstadt Piräus vor den Toren Athens, um eine spannende Auseinandersetzung zu sehen, bei der es am Ende 2:2 stand. Gewonnen haben dabei alle Spieler durch ihre tatkräftige Unterstützung der Opfer von Naturkatastrophen in Haiti und Pakistan. Auch die UNDP-Chefin Helen Clark war überwältigt von dieser sportlichen Geste der Kicker und ihrer Fans. „Wir sind stolz, dass die 8. Runde des “Matchs gegen Armut” der Vereinten Nationen erneut eine Möglichkeit für die Öffentlichkeit bot, sich am Wiederaufbau von Ländern zu beteiligen, die von horrendem Unheil betroffen wurden”, sagte sie. „Partnerschaften wie diese helfen sehr im Kampf gegen Armut und Rückständigkeit.”
Die eigentlichen Stars waren die Zuschauer
70 Prozent der in Piräus eingespielten Summe von 540.000 US-Dollar werden für Haiti und Pakistan gespendet und 30 Prozent erhält Argo, eine Marinevereinigung für besonders bedürftige Eltern und Kinder sowie Obdachlose in benachteiligten Gemeinden von Piräus. “Die Zuschauer waren die eigentlichen Hauptakteure in diesem Spiel”, sagte Olympiacos Präsident Evangelos Marinakis. „Trotz der wirtschaftlichen Krise in Griechenland füllten die Fußballanhänger das Stadion in Solidarität mit den Ärmsten der Armen.“ Während der vergangenen acht Jahre wurde dieses jährliche Benefizspiel vom Weltfußballverband FIFA und der Union der Europäischen Fußball-Ligen (UEFA) gefördert. Wichtigstes Anliegen ist es dabei, auf die Armut aufmerksam zu machen und Gelder für die weltweiten Aktivitäten zu ihrer Beseitigung zu sammeln.
Zidane: Wir können einen Unterschied machen
“Jedes Mal, wenn wir für dieses Spiel zusammenkommen, können wir helfen, einen Unterschied zu machen“, sagte der frühere Weltfußballer und jetzige „UNDP Botschafter des Guten Willens“ Zinédine Zidane, der in Piräus als Kapitän mit an den Ball trat.
Es sei ein sehr wichtiges Signal der Solidarität, wenn Prominente den besonders von Armut betroffenen Menschen dieser Welt zu Hilfe kommen, meinte auch Zidanes Mannschaftskamerad Ronaldo, der ebenfalls ein Ehrenamt als UNDP-Botschafter ausübt. „Wir sind sehr glücklich über das Resultat der achten Auflage dieser Begegnung und wir freuen uns darauf, etwas über die Ergebnisse der Entwicklungsprojekte in Haiti und Pakistan zu erfahren“, erklärte der brasilianische Fußballprofi.
Er und Zidane wissen sich als „Botschafter des Guten Willens“ bei den Vereinten Nationen in guter Gesellschaft. Erst am 25. Januar 2011 wurde auch dem spanischen Weltklassetorwart Iker Casillas von Real Madrid diese Ehre zuteil. Didier Drogba und die Nummer Eins des Welt-Frauenfußballs Marta Vieira da Silva gehören ebenfalls zu diesem erlauchten Kreis, dem außerdem Tennis-As Maria Sharapova, der spanische Schauspieler Antonio Banderas, die japanischen Künstlerin Misako Konno sowie der norwegische Kronprinz Haakon angehören.
UNO-Sondergsandter Willi Lemke eröffnet Palästinas Frauenfußball-Liga
Diese ehrenamtlichen Diplomaten sprechen sich bei vielen Anlässen deutlich für die Entwicklungspolitik der UNO einschließlich der Millenniumsziele (MDGs) aus und tragen dazu bei, dass die Menschen ihr eigenes Leben und das ihrer Mitbürger erträglicher gestalten.
Ein weiterer UNO-Diplomat, der frühere Präsident von Werder Bremen Wilfried Lemke, war ebenfalls in Sachen Fußball international aktiv. In seiner Funktion als Sport-Gesandter für Entwicklung und Frieden des UNO-Generalsekretärs führte er am 10. Februar 2011 im Al-Ram-Stadion der West Bank den Anstoß zum Eröffnungsspiel einer neu gegründeten Frauenfußball-Liga Palästinas aus. „Das war mehr als ein Fußballmatch, das war ein echter Durchbruch auf dem Weg zur Gleichberechtigung der Frauen in dieser Region“, sagte Lemke nach dem Spiel.
